Winter in Marokko 2007

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Winterreise 2007
15. Januar bis 12. April

Frankreich – Spanien – Marokko – Andalusien – Portugal – Nordspanien – Andorra – Frankreich

Reisedauer: 88 Tage
Kilometer: 12. 875 (= 146,31 km pro Tag)
Sonne: 82 Tage
Regen: 6 Tage


Montag, 15. Januar 2007
1. Tag

Abfahrt: 11:30 Uhr
Ankunft: Straßbourg (F), 17:15 Uhr
Tageskilometer: 340 km
Route: A 8, bis Karlsruhe
A 5, Karlsruhe – Appenweier
B 28, Appenweier – Straßbourg (F)
Übernachtung: Straßbourg, Auberge de Jeunesse (Stellplatz)
Wetter: 3 Grad bei Nebel
15 Grad bei Sonne

Wir benutzten die Autobahn nach Westen Richtung Frankreich. Über den Flüssen stand der Nebel, dagegen war es auf den Hochlagen entlang der Strecke schön sonnig und warm. In Appenweier tankten wir noch das Womo auf. Kurz bevor es dunkel wurde, waren wir schon auf dem Stellplatz in Straßbourg. Dort standen einige Wohnmobile. Ein netter Australier, der bei der EU-Kommission für Menschenrechte tätig ist, unterhielt sich angeregt mit Franz. Er ist mit einem 34 Jahre alten Wohnmobil (Mercedes), das schon über 1,4 Mio. Kilometer auf dem Buckel hat, unterwegs. Die Nacht auf dem Stellplatz war ruhig.

Dienstag, 16. Januar 2007
2. Tag

Abfahrt: Straßbourg, 8:45
Ankunft: Cuiseaux, 17:00 Uhr
Tageskilometer: 374 km
Route: N 83, Straßbourg – Ensisheim
Örtliche, Ensisheim – Bollwiller
N 83, Bollwiller – Cuiseaux
Rast: zwischen Belfort und L`Isle sur Doubs, an der N 83
Übernachtung: Cuiseaux, Stellplatz gegenüber der Feuerwehr
Wetter: teils sonnig, teils neblig ca. 8 Grad

Die heutige Fahrt fand meist im Nebel statt. Entlang der Doubs denkt man, man wäre im Altmühltal. Nach Bessancon kommt man in den Jura. Dort weisen immer wieder Schilder auf die „Route de Vine“ hin, die über Arbois, Puppilin und Saline de Bains führt. Wir fuhren auf der Straße schon 2004. Heute müssen wir Strecke machen, deshalb ging es entlang der Route National 83, die nach Valence führt. Wir kamen nur bis Cuiseaux, der Ort liegt ca. 30 Kilometer südlich von Lons-le-Saunier. Auf dem kleinen Stellplatz standen schon 3 Wohnmobile. Wir kamen zum Glück rechtzeitig an, denn es gibt nur 4 Steckdosen. Die sind ja ganz wichtig, will man nicht zu viel Gas für Heizen verfeuern. Der Platz ist kostenlos, inklusive Strom.

Mittwoch, 17. Januar 2007
3. Tag

Abfahrt: Cuiseaux, 8:15 Uhr
Ankunft: Pont du Gard, 17:00 Uhr
Tageskilometer: 360 km
Route: N 83, Cuiseaux – Lyon
A 46, Lyon-Umfahrung
N 7, Lyon – Roussilon
D 619, Roussilon – Serrieres
N 86, Serrieres – Pont du Gard
Übernachtung: Pont du Gard, Stellplatz für Campingcar
Wetter: regnerisch bis Lyon, bei ca. 8 Grad
sonnig ab Lyon, bei 18 Grad

Beim Aufstehen regnete es. Kalt war die Nacht nicht. Entlang des Jura fuhren wir über Bourges-en-Bresse nach Lyon. Auf halber Strecke Bourges – Lyon sahen wir die ersten Störche und Kuhreiher. Wir nutzten die gebührenfreie Umfahrung der Großstadt auf der Autobahn. Dann änderte sich schlagartig das Wetter. Die Sonne lachte vom südlichen Himmel. Das Licht ist jetzt anders als bei uns zu Hause. Entlang der Straße waren immer wieder Zypressen und Oleanderbäume zu sehen. Auf dem Stellplatz in Pont-du-Gard blühten Schwertlilien. Nebenan in einem Garten stand die erste Palme im Freien, die wir auf dieser Reise erblickten.

Donnerstag, 18. Januar 2007
4. Tag

Abfahrt: Pont du Gard (F), 8:30 Uhr
Ankunft: St. Marie d`Empuries, 14:00 Uhr
Tageskilometer: 313 km
Route: N 86, Pont du Gard – Nimes
A 9, Nimes – St. Marie de Fenollar
N 9, bis Grenze Spanien
N II, Grenze Frankreich bis Figueres
C 31, Figueres – Sant Pere Pescador
Örtliche, Sant Pere Pescador – St. Maire d`Empuries
Übernachtung: St. Marie d´ Empuries, Parkplatz am Ortseingang
Wetter: in Frankreich neblig, bei 10 Grad
In Spanien sonnig, bei 17 Grad

Eigentlich wollten wir heute Morgen noch das Aquädukt (Pont-du-Gard) fotografieren. Der Nebel zog uns einen Strich durch die Rechnung. Der Nebel und die Bewölkung hielten noch in ganz Frankreich an. Wie wir gestern in den Nachrichten sehen konnten, soll in Deutschland Unwetter mit Orkan herrschen. Hier merkt man bisher noch nichts. Ab der Grenze nach Spanien schien die Sonne und es war schön warm. In meinem Strickpullover fing ich an zu schwitzen. Nun ist leichtere Kleidung angesagt. Eigentlich wollten wir in Saint-Pere-Pescador einen Parkplatz für die Nacht aufsuchen, den wir im Internet fanden. Leider war dieser nun auch für Wohnmobile gesperrt, wie so viele in Spanien. Nur wenige Campingplätze sind geöffnet, da weiß man eigentlich nicht so recht, wohin. Wir fuhren ein Stück weiter entlang des Meeres gen Süden und fanden in St.-Marie-d`Empuries am Ortseingang einen geeigneten Schotterplatz. Ein Englänger gesellte sich zu uns. Er ist zum erstenmal mit seinem Wohnmobil unterwegs. Er wundert sich, daß es in Spanien keine Stellplätze wie in Frankreich gibt. Bei Sonnenschein unternahm ich einen Spaziergang entlang des Strandes bis zu den Ruinen von Empuries. Weit konnte man entlang der Küste sehen, auch wie verbaut eigentlich der schöne Strand ist.

Freitag, 19. Januar 2007
5. Tag

Abfahrt: St. Marie d`Empuries, 9:15 Uhr
Ankunft: Cambrils, 15:45 Uhr
Tageskilometer: 284 km
Route: örtliche, St. Marie L`Empuries – L`Escala
GI 623, L`Escala – Oriola
N II, Oriola – Mataro
Autobahn Barcelona entlang des Meeres bis Abfahrt N 340
N 340, Barcelona – Cambrils
Übernachtung: Cambrils, Camping Joan
Wetter: sonnig, bei 22 Grad

Letzte Nacht hatte ich nicht so gut geschlafen, die Sorge um unser zu Hause wegen des Sturmes war groß. Bis jetzt kam aber keine schlechte Nachricht von Elfriede. Werde später noch zu Hause anrufen. Die Nacht war relativ warm, bei 9 Grad. Morgens begrüßte uns das Morgenrot. Eigentlich hatten wir vor, bis Camping Tamarit zu fahren. Leider war der Platz geschlossen. Wir benutzten die N 340. Im Womo war es so warm, daß wir uns der Pullover entledigten und T-Shirts aus dem Schrank kramten. Solch eine Hitze sind wir nicht mehr gewöhnt. Am Wegesrand war viel zu entdecken. Die Bauern bestellten ihre Felder. Auch Saat ist schon aufgegangen. An einigen Häusern blühte die Bouganvillea und der Ginster ließ die Hänge gelb leuchten. In Cambrils hatten wir Glück, wir kamen auf dem Camping Joan unter, obwohl der noch geschlossen hat. In Spanien ist es schwierig Stellplätze im Winter zu finden. Ein älteres Ehepaar aus Gummersbach, das in Spanien schon seit Jahren überwintert, sagte uns, außerhalb der Saison kann man überall übernachten. Da wird man nicht vertrieben. Erst Ostern, wenn die Saison losgeht, ist es schwierig außerhalb von Campingplätzen zu übernachten. In St. Susanna, einem Ferienort mit vielen Hochhäusern, sind wir Kaffeetrinken gegangen. Man muß sich erst wieder daran gewöhnen, daß in Spanien laut geplaudert wird.

Samstag, 20. Januar 2007
6. Tag

Abfahrt: Cambril, 9:00 Uhr
Ankunft: Albaida, 17:00 Uhr
Tageskilometer: 354 km
Route: N 340, Cambril – Sagunto
AP 7, Sagunto – Umfahrung Valencia bis Ausfahrt Albacete
N 340, Albacete – Albaida
Übernachtung: Albaida, Parkplatz bei der Rot-Kreuz Station
Wetter: sonnig, 25 Grad

Hundemüde fiel ich gestern ins Bett, 12 Stunden habe ich gepennt. Das macht die Klimaumstellung. Schließlich hatten wir heute in Spanien Sommer, bei 25 Grad. Zu Hause ist Sauwetter. Ein Anruf bei Elfriede beruhigte uns, nur ein Dachziegel fiel bei dem Sturm vom Dach. Hermann steigt heute hoch, und schließt wieder die Lücke. Ein guter Zug!. Unsere Fahrt führte uns heute lange entlang der Mittermeerküste und durch diverse Urlaubsorte. Ich kann mir nicht vorstellen, daß ich mich dort wohlfühlen würde. Die Aussicht vom Hotel nur Hotels, Straße, Eisenbahn und ein wenig Landschaft (aber nur vielleicht). Die Feriensiedlungen sind im Winter ausgestorben, die Geschäfte haben geschlossen. Aber dennoch wird viel gebaut. Wer soll in den Hotels alles wohnen, fragen wir uns. In Spanien werden auch viele Straßen und Autobahnen gebaut. Da führt parallel zur AP 7 die neue A 7, in wenigen Kilometern Abstand. Wer bezahlt das? Welchen Sinn machen diese Maßnahmen? Ansonsten gab es auch viel Schönes zu sehen. Besonders die Fauna, die im Austrieb doch schon recht weit fortgeschritten ist. So erblickten wir heute den ersten blühenden Mandelbaum bei Albaida, Bouganvillien blühen um die Wette, der Sauerklee läßt die Straßenränder gelb leuchten. Aber es ist auch zu sehen, wie trocken doch der Boden ist. So sieht man Bananenstauden, die nicht erforen sind, sondern ganz einfach vertrocknet. Die Felder, auf denen Gemüse wächst, werden bewässert. Salat wird hier im Freiland schon geerntet. Einige Feigenkakteen entdeckten wir auch hier in der Nähe. Allerdings ist die ungewohnte Wärme auch ganz schön anstrengend für unseren nicht so sehr verwöhnten „nordeuropäischen“ Körper.

Sonntag, 21. Januar 2007
7. Tag

Abfahrt: Albaida, 9:00 Uhr
Ankunft: Pulpi, 15:30 Uhr
Tageskilometer: 274 km
Route: N 370, Albaida – Alicante
A 7/E 15, Alicante – Lorca
C 3211, Lorca – Aguilas
A 332, Aguilas – Pulpi
Übernachtung: Pulpi, wilder Stellplatz am Meer
Wetter: sonnig, 27 Grad

Die Nacht war einigermaßen ruhig im Ort. Einige Male kam die Polizei auf den Platz, ließ uns aber in Ruhe. Wir fuhren weiter auf der alten N 340 über den Port-de-la-Carrasqueta. Die Serpentinenstraße verführte viele Motorradfahrer zu einer Tour. Nur wenige fuhren vernünftig auf der Straße. Die meisten fuhren Rallay, und kamen uns dabei ganz schön nahe entgegen. Ein Steinchen durfte nicht auf der Straße liegen, da wäre das Motorrad weit geflogen. Sahen wir doch erst gestern einen verunglückten Motorradfahrer. Er war wahrscheinlich nicht schnell unterwegs, die Verletzungen waren im Rahmen. Bei Alicante fuhren wir auf die Schnellstraße bis zum Rastplatz vor Murcia. Dort machten wir Mittagspause. Danach gings weiter an die Küste. Eine breite Straße führt von Lorca Richtung Aguilas, vorbei an „Plastik-Spanien“ zum Meer. An der Küste ist wieder alles verbaut. Wer soll denn dort Urlaub machen. In Pulpi fanden wir einen wilden Wohnmobilstellplatz am Strand, der schon von der Landstraße aus zu sehen war. Mindestens 30 Wohnmobile stehen hier ganz verstreut am Strand. Wir stellten uns hinter eine Palme, mit Abstand zu den Überwinterern. Der Platz verfügt über eine Entsorgung in den Kanalschacht, Wasser kann man auch holen. Sogar der Bäcker kommt jeden Morgen vorbei. Unsere Katze Gima hat ihre Freude an der Palme, kommen doch viele Vögel zum Baum.

Montag, 22. Januar 2007
8. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Pulpi, wilder Stellplatz am Meer
Wetter: wolkig, 23 Grad

Ruhetag! Die Nacht war sehr ruhig. Wir sind froh, nicht ganz am Meer zu stehen, die Wellen sind doch sehr laut zu hören. Heute ist es wolkig und nicht mehr so warm. Ganz angenehm, wenn man nicht in der Sonne braten will. Morgens wurde das Womo wieder richtig sauber gemacht, der Franz hatte wieder was zu reparieren. In der Dusche am Schrank brach beim Öffnen das Plastikschloss. Kein Problem, der Franz machte es wieder ganz (das reimt sich). Nachmittags machten wir uns im Freien per Fuß auf in den Ort. Entlang einer schönen Promenade kommt man in den menschenleeren Ort. Ringsherum wird wie wild gebaut. Gegen Abend traf ich auf dem Platz ein Ehepaar aus Hannover mit einem schönen Windhund, das vor einem Jahr in Marokko war. Sie sagten uns, daß wir in Algeciras (Ausfahrt 112) auf dem Lidl-Parkplatz uns mit Carlos treffen sollten, der Gruppen mit Reisemobilen nach Marokko zusammenstellt und auch günstiger die Fährtickets besorgt. Er begleitet uns auch auf das Schiff, Geld könne man auch bei ihm wechseln. In Marokko wären die Menschen sehr freundlich. Kinder betteln zwar, Grund dafür sind die Wohnmobilfahrer, die immer Bonbons aus dem Fenster für die Kinder warfen. Gas könne man auch problemlos in Marokko bekommen. Die blauen Flaschen passen auch bei uns. Man muß sie kaufen, kann sie aber wieder zurückgeben und bekommt das Geld für die Flaschen problemlos wieder. Wir erfuhren auch, daß wenn man das erste Mal in Marokko einfährt, man sich bei der Polizei melden muß, damit die Personaldaten aufgenommen werden. Die Einreisepapiere muß man auf dem Schiff ausfüllen, man muß darauf achten, daß man einen Stempel bekommt. Beim marokkanischen Zoll muß man die Papiere samt Pässe abgeben, die geben alles in einen Computer ein. Die Prozedur kann dauern. Bei der Ausreise muß man darauf achten, daß niemand unters Auto gekrochen ist, und Rauschgift angebracht hat. Das gibt sonst große Probleme. Der spanische Zoll verlangt für die Wiedereinfuhr des Haustieres einen Bluttest. Als es dunkel wurde, zogen Wolken auf, es tröpfelte etwas und ein Sturm kam. Die Leute mit den großen Womos, die für sich den ganzen Strand beansprucht hatten, bekamen es mit der Angst zu tun, und verließen den Platz in Richtung sicheren Ort. Irgendwo herrscht ja doch Gerechtigkeit.

Dienstag, 23. Januar 2007
9. Tag

Abfahrt: Pulpi, 9:15 Uhr
Ankunft: Mini-Hollywood, 17:00 Uhr
Tageskilometer: 210 km
Route: A 332, Pulpi – Cuevas del Almanzora
A 8303, Cuevas del Almanzora – Garrucha
ALP 118, Garrucha – Carbonares
N 341, Carbonares – Venta del Probe
A 7 / E 15, Venta del Probe – Torre del Campo
ALP 208, Torre del Campo – Rodalquilar
ALP 826, Rodalquilar – Pozo de los Frailes
ALP 206, Pozo de los Frailes – Nijar
AL 102, Nijar – Lucainena de las Torres
N 340 A, Lucainena de las Torres – Mini Hollywood
Rast: Torre del Campo, Rastplatz – Mittagessen
Übernachtung: Mini Hollywood, Parkplatz vor der Anlage
Wetter: sonnig, sehr windig, 18 Grad

Nach dieser stürmischen Nacht haben wir etwas länger geschlafen. Wir fuhren weiter nach Cuevas del Almanzora. Dort wollten wir die Höhlenwohnungen ansehen. Was wir entdecken mußten, war nicht gerade erfreulich. Die Wohnungen sind nicht mehr gepflegt, sogar ein Schild „se Vende“ steht vor dem Eingang. Wir wissen nicht warum, vielleicht lebt ja Juan nicht mehr, oder sein Plan ging nicht auf. Nichts desto Trotz fotografierten wir nochmals ausgiebig von außen, wer weiß, wie lange man noch was von der Anlage sieht. Der Regen wäscht immer mehr Sand und Lehm von den Hügeln, weil sie nicht mehr gepflegt werden, und keine Regenabflußrinnen mehr gegraben werden. Im Ort setzten wir uns ins ein Café und genossen wieder „Café con leche“. Der war sehr preiswert, für 2 Euro gab es zwei Tassen. Anschließend fuhren wir wieder zur Küste. Dort erwartete uns das gewohnte Bild – Baustellen überall, gefördert von der EU! In Mojacar war wenigstens Rummel, der Ort wirkte nicht ausgestorben. Wir hatten bald von der Küste genug und fuhren wieder ins Inland. Nachdem wir auf einem Rastplatz zu Mittag gegessen hatten, fuhren wir nochmals Richtung Küste in den Naturpark De Cabo de Gata Nijar. Nun gab es wirklich Landschaft zu sehen, und nicht nur Plastikgewächshäuer, Müll und Baustellen. In Rodalquilar stellten wir das Womo auf dem Ortsparkplatz ab, und wanderten durch das Dorf. Die alten Häuser sind leider auch verlassen, es werden neue Häuser am Ortsrand gebaut. Aber wenigstens sind es keine Hochhäuser, sondern nur typische Häuschen. Der Ort ist ein typisches Pueblo Blanco. Weiter ging es nach Nijar. Ursprünglich wollten wir uns den Ort ansehen, es war jedoch kein Parkplatz fürs Womo vorhanden. Wir fuhren dann weiter in Richtung Lucainena. Das war eine gute Entscheidung. Ganz alleine, ohne Gegenverkehr ging es in vielen Serpentinen, auf enger Straße durch die Berge. Schade, daß es keine vernünftigen Parkplätze an der Strecke gibt. Auf jeden Fall war es ein Genuß, durch die unberührte Natur der Sierra Alhamilla zu fahren. Gegen Abend kamen wir dann zum Parkplatz von Mini Hollywood, wo wir unser Nachtlager aufschlugen. Wir wußten von dem Platz aus unseren früheren Reisen mit Reisegästen.

Mittwoch, 24. Januar 2007
10. Tag

Abfahrt: Mini Hollywood, 9:00 Uhr
Ankunft: Ronda, 17:30 Uhr
Tageskilometer: 369 km
Route: A 370, Mini Hollywood – Benahadux
A 348, Benahadux – Alcojea
A 347, Alcojea – Adra
N 340/E 15, Adra – Malaga
A 404, Malaga – Coin
A 366, Coin – Ronda
Übernachtung: Ronda, Camping Sur
Wetter: sonnig, 17 Grad

Nach einer „sturmfreien“ Nacht gings erst einmal in die Wüste. Die Wüste von Tabernas erinnert sehr an Afrika. Hier waren einst die Mauren heimisch, was man an den Ortsnamen, wie z. B. Benahadux, erkennt. Die Fahrt nach Las Alpujarras war traumhaft. In der Wüste wirkten die weißen Dörfer, als hätten die Häuser ihr Sonntagskleid an. Erst war die Straße breit ausgebaut, aber schon bald wurde sie schmal, führte durch Dörfer und weiter in die Bergwelt. Wir wollten eigentlich weiter bis Lanjoran. Wir verpaßten allerdings die Abfahrt und fuhren stattdessen nach Süden an die Küste. War nicht schlimm, wir konnten wieder Strecke machen. Die Küste ist wie überall total touristisch erschlossen, es gibt nur noch wenige ursprüngliche Abschnitte. Bei Malaga bogen wir wieder ins Landesinnere Richtung Ronda ab. Die Strecke war ein Genuß. Ab Coin fuhren wir entlang des Nationalparkes Sierra Nieves. Wieder sehr kurvenreich gings hoch zum in 1000 m Höhe gelegenen Puerto des las Abejas. Bald schon kamen wir zu dem schönen weißen Dorf El Burgo. Von dort aus führt eine sehr enge, sehr kurvenreiche Straße – gut daß kein LKW unterwegs war – zum 1190 m hoch gelegenen Puerto del Viento. Franz erinnerte die Strecke an Senja in Nordnorwegen, wenn man zum Fährhafen zu den Lofoten fährt. Auf den ganzen Gebirgsstrecken sahen wir nur ein einziges Wohnmobil. Dagegen ist die Küste bei den Reisemobilisten sehr gefragt. In Ronda mußten wir durch die Innenstadt. Manchmal gar nicht einfach, wenn in den engen Straßen beidseitig Autos geparkt sind. Das war Zentimeterarbeit. Auf dem Camping Sur machten wir es uns bequem und erholten uns von den Eindrücken des Tages.

Donnerstag, 25. Januar 2007
12. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Ronda, Camping Sur
Wetter: Regen, Schneeregen, nachts 0 Grad, tags 8 Grad

Nach einer sehr kalten Nacht (0 Grad) schien morgens die Sonne wärmend vom Himmel. Zu Fuß wanderten wir in den Ort (2,5 km). In Ronda fühlen wir uns schon zu Hause, wir waren ja schon einige Male hier. Trotzdem gibt es immer wieder Neues zu sehen. Nach einem ausgiebigen Rundgang mit vielen Fotostops zog uns der Hunger in ein Restaurant. Wir entschieden uns für Dona Pepa. Wir nahmen unser Mahl zunächst als einzige Gäste ein. Wir entschieden uns für Tapas. Franz nahm die Zusammenstellung 2 und ich bestellte die Zusammenstellung 1. Das war eine gute Idee, wir konnten von allem etwas essen. Bald schon gesellten sich viele Gäste zu uns. Zwei Touristen aus Deutschland, die auch die Wärme suchten, bestellten sich ohne Absprechen das Gleiche. Der Ober brachte wie üblich Mezes, als Überbrückung bis das Essen an den Tisch kommt. Dazu gab es einen Pflaumenlikör. Nach dem Essen bekamen wir noch einen Art Armanjac. Mir wurde ganz schön warm dabei, und vor allem ich war plötzlich bestens gelaunt. Der weite Nachhauseweg war da nur noch ein Klacks. Wir hatten Glück, denn als es gerade richtig zu Regnen anfing, waren wir am Campingplatz.

Freitag. 26. Januar 2007
13. Tag

Abfahrt: Ronda, 11:00 Uhr
Ankunft: Algeciras, 15:00 Uhr
Tageskilometer: 102 km
Route: A 376, Ronda – Algeciras
Übernachtung: Ronda, Camping Sur
Wetter: sonnig, 16 Grad

Gestern Abend fing es noch an zu schneien. Als wir morgens aus dem Womo sahen, lag auf den Olivenbäumen und Palmen Schnee. Weihnachten hätte es nicht schöner sein können. Auf dem Camping Sur gab es schon großes Gezetere. Ein Dackel, einer von zwei Hunden einer deutschen Touristin hat dem Wachhund des Campingplatzes in die Eier gebissen. Die Frau bekam gleich einen Platzverweis. In Ronda fuhren wir noch zum Supermarkt, neue Scheibenwischer kaufen. Einer ging heute kaputt. Danach gings ins Gebirge Richtung Algeciras. Die Spanier sind mit Sommerreifen auf der teilweise vereisten Straße unterwegs. Ein Gefahrguttransporter blieb auch gleich in einer Kurve mitten auf der Straße liegen. Gut eineinhalb Stunden dauerte es, bis ein Schneeräumfahrzeug kam und die Straße frei machte, daß der LKW wieder weiter konnte, und wir unsere Fahrt gen Süden fortsetzen konnten. Die Straße ist neu ausgebaut, wir kamen dann auch gut voran. In San Roque gingen wir Mittagessen. Dann fuhren wir das letzte Stück bis zum Parkplatz von Lidl in Algeciras. Dort treffen sich die Wohnmobile, die nach Marokko übersetzen wollen. Wir haben für morgen um 10 Uhr einen Platz bekommen. Die Tickets bekamen wir problemlos, sogar die Einreispapiere haben wir schon erhalten.

Samstag, 27. Januar 2007
13. Tag

Abfahrt: Algeciras, 9:00 Uhr
Ankunft: Asilah, 17:00 Uhr
Tageskilometer: 56 km
Route: N 1, Tanger – Asilah
Übernachtung: Asilah, Camping Echirigui
Wetter: bewölkt, 20 Grad

Wir fuhren schon frühzeitig in den Hafen, das Schiff nach Tanger sollte zwischen 10 Uhr und 11 Uhr ablegen. Die Abfertigung klappte reibungslos, die IBN BATOUTA legte kurz nach 11 Uhr ab. An Bord erledigten wir die Passformularitäten, die Einreisebescheinigung wurde von einem Beamten in den Computer eingegeben. Die Überfahrt war sehr ruhig. Die Straße von Gibraltar ist ziemlich schmal, man hat einen guten Blick auf den afrikanischen Kontinent. An Bord lernten wir die Norwegerin Gerda mit ihrem schwedischen Mann kennen, die nun in Pirna leben. Zu uns gesellten sich auch Sigrid und Oskar aus Konstanz. Wir hatten uns viel zu erzählen, die Überfahrt von 3 Stunden gestaltete sich als sehr kurzweilig. In Tanger angekommen, wurden wir im Hafen gleich von einem Einheimischen gefragt, ob wir die grünen Formulare für die Einreise des Womos hätten. Wir hatten sie natürlich nicht. Der Mann nahm gleich Franz samt Pass und Fahrzeugpapiere mit zu einem Schalter beim Zoll. Dort wurde von einem Ecruvient-Public – öffentlichen Schreiber – das Formular ausgefüllt. Der Zuweiser verlangte von uns 10 Euro für die paar Eintragungen. So unerfahren wie wir nun mal mit den marokkanischen Gepflogenheiten sind, sind wir voll darauf reingefallen. Der Mann aus Konstanz meinte, wir müßten Backschisch bezahlen, dann ginge die Abfertigung schneller voran. Leider weit gefehlt. Die letzten 5 Wohnmobile wurden nicht mehr beim Zoll abgefertigt, sondern auf eine Spur bei der Ausreise nach Spanien geparkt. Das erste Fahrzeug war ein Franzose mit einem Anhänger. Es ging absolut nichts voran. Der Schreiber (eher gesagt dessen Zuweiser) deutete uns immer wieder, gleich geht’s weiter. Mittlerweile wurden alle Autos des nächsten Schiffes abgefertigt, und wir standen immer noch. Endlich kam einer vom Zoll, verlangte die Papiere und verschwand wieder. Dann wurden sämtliche Fahrer mit zur Polizei in das Obergeschoss des Terminals genommen, die Fahrzeugdaten wurden in den PC eingegeben. Eigentlich wußte keiner der Beamten so richtig Bescheid, was der andere tat. Endlich nach 2 Stunden waren wir abgefertigt. Wir wechselten noch Euros in Dirhams zu einem Kurs von 10,86 um. Dann fuhren wir mit den zwei Fahrzeugen aus Konstanz und Pirna im Anhang nach Asilah. In Tanger sahen wir bei der Durchfahrt, wie ein Bus, der offensichtlich aufs Schiff mußte, von Einheimischen mit Rauschgift präpariert wurde. Das ging so von statten: einer der Gauner lenkte die Passagiere ab, währenddessen kletterte ein anderer unter den Bus und verrichtete dort seine Arbeit. Wie uns die Konstanzer erzählten, stieg ein junger Mann mit ca. 16 Jahren hinten auf unser Wohnmobil und fuhr ein Stück mit. Unterwegs wollte ein Junge Bonbons von uns, wir konnten ihn abwimmeln. In Asilah angekommen fanden wir gleich zum Campingplatz. Hundemüde von der langen „Warterei“ fiel ich um 20 Uhr ins Bett.

Sonntag, 28. Januar 2007
14. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Asilah, Camping Echirigui
Wetter: vormittags sonnig, nachmittags regnerisch, 20 Grad

Die Nacht verlief ruhig, morgens um 6 Uhr wurden wir vom Muezin geweckt. Ich hatte einen wunderschönen Traum. Roswitha, die Cousine von Franz, war in Schrobenhausen, und wollte unbedingt Butter-Kaffee im Café trinken. Wir zogen von Café zu Café, kein Butter-Kaffee (was das nun immer auch ist) war zu bekommen. Wir aßen uns durch die Kuchenbuffets, auch ohne den gesuchten Kaffee. Roswitha hatte einen schwarzen Rock an und ein grasgrünes Shirt. Da wir nirgends den Kaffee bekamen, kochten wir selbst Butter-Kaffee. Wir kochten Kaffee, gaben Butter dazu und mixten die „Suppe“ schaumig auf. Und das war das Non Plus Ultra. Man sagt ja, was in einem fremden Land in der ersten Nacht geträumt wird, geht in Erfüllung. Mal sehen, ob Roswitha mich besuchen kommt, und wir irgendwo Butter-Kaffee bekommen. Von den negativen Erlebnissen des gestrigen Tages erholten wir uns heute in Asilah. Wir gingen zu sechst in den Ort. Asilah ist ein schöner, in der Medina sauberer Ort. Wir wurden auch kaum von Leuten belästigt. Die Kinder bettelten nicht, sondern spielten nur mit den Männern und wollten Spaß. Der kleine Hafen ist auch sehr idyllisch. Auf dem Parkplatz vor der Stadt stand eine französische Reisegruppe. Die Marokkaner mögen die Franzosen nicht sonderlich, kein Wunder, wie die sich aufführen. Wir schlenderten gemeinsam durch den Suq und versuchten uns in Handeln. Das funktionierte schon ganz gut. Beim Gewürzehändler konnten wir für 2,50 Euro 2 Gramm Safran erstehen, er wollte 3 Euro dafür haben. Gerda erstand für 5 Euro ein Paar warme Hausschuhe (1 Euro runtergehandelt). Bei einem „Berberwhisky“ beobachteten wir die Männer, die nach dem Schrei des Muezins in die Moschee eilten. Von den ersten Eindrücken wieder besser gelaunt, verbrachten wir den Nachmittag auf dem Campingplatz. Abends gingen wir in ein Restaurant essen. Wir aßen im besten Restaurant des Ortes, direkt vor dem Eingang in die Medina. Es gab Tajine, einen wunderbaren Nachtisch bestehend aus verschiedenen Gebäckstückchen und „Berberwhisky“. Im ersten Stock, wo auch wir saßen, saßen zwei „Nutella`s“ mit einem Freier. Die waren so was von besoffen. Sie meinten, sie trinken keinen Wein, sondern „Öl“ gegen den Husten. Eine der beiden Frauen ging dem Mann an die Hose, später setzte er sich auf die Frau, als ginge es ans Eingemachte. Wir waren so was von entsetzt. Mit besoffenen Musliminen hatten wir nicht gerechnet.

Montag, 29. Januar 2007
15. Tag

Abfahrt: Asilah, 9:00 Uhr
Ankunft: Rabat, 14:15 Uhr
Tageskilometer: 227 km
Route: N 1, Asilah – Salé
Übernachtung: Camping Plage in Salé
Wetter: sonnig, 23 Grad

Als wir in Asilah losfuhren, hörte es gerade auf zu regnen. Es regnete die ganze Nacht. Wir fuhren auf der gut ausgebauten N 1 nach Salé. Aber was wir am Wegesrand sahen, erschütterte uns. Es gibt hier eine große Armut. Dabei sollen in Nordmarokko die Leute noch ziemlich reich sein. Der Regen der vergangenen Tage weichte neben der Nationalstraße die Wege und die Ortsdurchfahrten dermaßen auf, dass alles sehr schmutzig wirkte. Auch die armen Menschen waren ziemlich dreckig. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie manche Menschen hier leben. Ein paar schwarze Plastiktüten über Gestrüpp, fertig ist die Behausung. Ein Mann lag direkt neben der Straße unter einem Baum und schlief. Man konnte nicht feststellen, ob er nicht schon tot ist. Aber die Menschen sind sehr freundlich. Die Kinder und manche Frauen winkten uns zu. Es sind so viele Menschen auf den Straßen, keiner weiß woher sie kommen und wohin sie gehen. Es gibt viele Kinder, die am Straßenrand die Schafe und Ziegen hüten. Damit die Tiere nicht auf die Straße rennen, nehmen die Kinder Steine auf und werfen sie vor die Herde. Da meinten einige Womofahrer, es würde auf sie geworfen und warfen Bonbons aus dem Fenster. Bei den Kindern sprach sich das rum, nun betteln sie dementsprechend. Obwohl es sich hier im Norden in Grenzen hält. Schön war die Fahrt durch den Marmora-Wald. In Salé fanden wir auf Anhieb den Campingplatz, der sehr praktisch am Fluß liegt, der Salé von Rabat trennt. Beim Aufkommen der Dunkelheit fing plötzlich unsere Alarmanlage an zu hupen. Ein Dauerton, der in den Ohren weh tat. Da Franz wieder mal unterwegs war, ohne vorher Bescheid zu sagen, zog ein Marokkaner an einer elektrischen Leitung unter dem Womo. Dabei hat er den Nebelscheinwerfer abgeklemmt.

Dienstag, 30. Januar 2007
16. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Camping Salé Plage
Wetter: sonnig, 23 Grad

Heute wurden wir vom Muezin und von den Baugeräten geweckt. Bei herrlichem Sonnenschein fuhren wir mit dem Taxi vom Campingplatz in Salé über die Brücke des Bou Regreg zum Hassan-Turm. Der Taxifahrer zwängte uns alle sechs in den alten Mercedes. Gleich beim Hassan-Turm befindet sich das Mausoleum Mohammed V. Wir konnten den Sarg besichtigen und durften sogar fotografieren. Das Mausoleum hat eine prächtig geschnitzte Holzkuppel mit schönen bunten Bleiglasfenstern. Anschließen liefen wir entlang der Stadtmauer auf dem Boulevard Hassan II. bis zum Eingang in die Medina. Erst einmal kamen wir zum Fischmarkt. Der Fisch lag auf dem Boden, es roch fürchterlich. Essen könnte ich hier nicht. Der Suq ist sehr schön. Besonders die Schreinereien mit den wunderbaren Einlegearbeiten zogen uns an. Es roch stark nach Nitro, ein Paradies für „Schnüffler“. In der Medina könnte man sich verlaufen, die verwinkelten Gassen sahen manchmal ziemlich ähnlich aus. Am besten ist es, wenn man sich an der roten Stadtmauer orientiert. Kommt man aus der Medina auf der entgegengesetzten Seite, kommt man zur Kasbah. Dort schlenderten wir durch die Gassen bis uns die Füße weh taten. Im Café de Mouro stärkten wir uns bei einem Minztee. Wieder zurück durch die Medina in die Neustadt, kamen wir zum Restaurant El Bahia. Dort genehmigten wir uns Tajine. Diesmal probierten wir Fleisch mit Pflaumen. Schmeckte lecker. Allerdings ohne Salat war es etwas wenig. Zum Abschluß noch einen Café au lait, dann konnte es wieder weitergehen. Sigrid wollte unbedingt Geld wechseln in einer Bank, Gerd brauchte Ersatzteile für die Brille. Als wir alles erledigt hatten, machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Campingplatz. Der Weg war fast zu weit, ganz erledigt kamen wir am Womo an. Dort unterhielten wir uns noch mit Österreichern aus Zirl. Franz legte sich nochmals unters Auto, um die Hupe festzuschrauben.

Mittwoch, 31. Januar 2007
17. Tag

Abfahrt: Salé, 10:15 Uhr
Ankunft: El Jadida, 15:30 Uhr
Tageskilometer: 217
Route: A 3, Rabat – Casablanca
A 5, Casablanca – El Jadida
Übernachtung: El Jadida, Camping International
Wetter: sonnig, 25 Grad

Nachdem wir noch das Womo etwas gewaschen hatten, fuhren wir ab in Richtung Autobahn. In Salé fuhren wir über den Bou Regreg Richtung Meknes, dann auf die Autobahn. Im Süden von Rabat, in dem Viertel, in dem die Diplomaten und Botschafter wohnen, befindet sich ein Marjane Supermarkt mit vielen kleinen Geschäften und einem Mc Donald´s. Wir kauften Lebensmittel. Dann gings auf der gut ausgebauten Autobahn bis zum Aire de Repsol bei Mohammedia, wo wir eine Mittagspause einlegten. An Ruhe war nicht zu denken, da viele LKW´s ihre Motoren laufen ließen. Ab Casablanca war die Autobahn bis El Jadida ziemlich leer. Der Campingplatz von El Jadida war auch gleich gefunden. Er liegt etwas abseits des Strandes und ist schön angelegt. Wir waren noch nicht lange auf dem Platz, dann gesellten sich Österreicher aus der Steiermark zu uns, die wir schon in Algeciras am Hafen trafen.

Donnerstag, 02. Februar 2007
18. Tag

Abfahrt: El Jadida, 9:15 Uhr
Ankunft: Safi, 13:45 Uhr
Tageskilometer: 159 km
Route: R 301, El Jadida – Safi
Übernachtung: Safi, Camping Municipal
Wetter: Nieselregen, 20 Grad

Nieselregen bei 20 Grad, trotzdem wurde das Womo wieder dreckig. Die rote Erde und der Sand setzen sich am weißen Fahrzeug sehr ab. Wir bevorzugten die Küstenstraße bis Safi. Uns fiel auf, daß keine Polizei unterwegs war. Unterwegs waren kaum Wohnmobile zu sehen. Dafür winkten viele Kinder, in der Erwartung etwas aus dem Auto geworfen zu bekommen. Einem Mädchen gaben wir Gummibärchen in die Hand, dann wollte sie noch Stylo. Wir haben beschlossen, nur Mädchen Bonbons zu geben. Sie sind diejenigen, die die Schafe hüten und Futter für die Tiere sammeln. Die Buben lungern nur rum und tun nichts. Leider kann man nicht allen was geben, Franz meinte, wir bräuchten eine Bonbonfabrik. Die Landschaft an der Küste ist landwirtschaftlich geprägt. Auf Terrassen, die zum Meer abfallen werden alle Sorten von Gemüse angebaut. Wir sahen Leute Möhren ernten. Der Mist für die Düngung wird auf kleinen Lkw´s aus der Umgebung angekarrt. Schön anzusehen sind die Abgrenzungen der Felder. Mal sind es Mauern aus Steinen (die ehemals auf dem Acker lagen) oder es wurden kunstvolle Schilfzäune geflochten. Hin und wieder wird die Idylle durch Plastikgewächshäuser gestört. In den Lagungen bei Oualidia wird Salz gewonnen und auch Austern gezüchtet. Ab dem Cap Bedouzza verkauften Kinder Muscheln. Alle wollen ein Geschäft machen. Bald erreichten wir Safi. Vom Aussichtsparkplatz hat man einen schönen Blick auf die Stadt und den Hafen. Der Hafen ist der zweitgrößte des Landes, es wird meist Phosphat verschifft. Schade, daß es heute kein Fotowetter war. Auf dem Campingplatz in Safi geht es eng zu, die Plätze sind am späten Nachtmittag schon ziemlich voll.

Freitag, 02. Februar 2007
19. Tag

Abfahrt: Safi, 9:00 Uhr
Ankunft: Essaouira, 12:15 Uhr
Tageskilometer: 127 km
Route: R 301, Safi – Essaouira
Übernachtung: Essaouira, Parkplatz am Strand
Wetter: morgens regnerisch, später sonnig und trocken bei 23 Grad

In der Nacht hatte es ausgiebig geregnet. Der Campingplatz von Safi war am Abend voll. Um unser Womo prominierten zwei Pfauen-Pärchen. Kyma war ganz angetan von den großen Vögeln (vom sicheren Womo aus erzählte sie den Vögeln etwas). Unsere Weiterfahrt führte entlang des Hafens von Safi. Es war kaum Verkehr. Wir kamen durch Industriegebiet, mal stank es nach Fisch von der Konservenfabrik, dann wieder nach Chemie. Die Chemieabwässer werden einfach in den Atlantik eingeleitet. Die schöne Strecke führte uns entlang einer atemberaubenden Steilküste. Die Straße war gut ausgebaut, bis zur neugebauten Brücke über den Oued Tensift. Von da an waren ca. 5 km schlechte Straße, die durch den Regen der vergangenen Nacht auch noch aufgeweicht und schmutzig war. Bald kam die Straße wieder näher zum Meer, wunderschöne Dünen bildeten den Strand. Vor Essaouira lud ein Panoramaparkplatz ein, die ersten Eindrücke des schönen ehemals portugiesischen Fischerstädtchens zu gewinnen. der Parkplatz am Strand vor der Medina und dem Hafen war schnell zu finden. Vom Regen war eine große Wasserpfütze am Stellplatz. Wir gingen die wenigen hundert Meter zum Hafen. Es war interessant, dem Treiben der Fischer und Fischverkäufer zuzusehen. Vor dem Hafen haben Fischstände ihre Garküchen aufgebaut. Jeder bietet Fisch an. Wir zogen es vor, in ein Restaurant zu gehen. Die Sauberkeit an den Ständen ließ zu wünschen übrig. Als wir uns gestärkt hatten, gingen wir in die Medina bummeln. Beim Bäcker kauften wir 4 Brote für 4 Dirham, 37 Euro-Cent. Als wir zurück zum Womo gingen, beobachteten wir einige Kitesurfer und Leute die Drachen steigen ließen. Der Strand war sehr belebt von Einheimischen, ein paar französische Touristen mischten sich darunter.

Samstag, 03. Februar 2007
20. Tag

Abfahrt: Essaouira, 9:30 Uhr
Ankunft: Imi Ouaddar, 12:45 Uhr
Tageskilometer: 146
Route: N 1, Essaouira – Imi Ouaddar
Übernachtung: Imi Ouaddar, Camping Atlantica Parc
Wetter: sonnig, 25 Grad

Trotz dem wir in Essaouira auf dem bewachten Parkplatz an der Strandpromenade übernachteten, war die Nacht sehr ruhig. Die Marokkaner schlenderten noch bis Mitternacht am Meer entlang, dann war Ruhe. Morgens weckte uns wieder der Muezin, der sehr schön klang, als sänge er die Gebete. Die Sonne lachte vom Himmel, Franz ärgerte sich, daß er aus versehen seine ganzen letzten Aufnahmen von Essaouira löschte, wie schon in Rabat. Man darf halt nicht zweimal auf löschen drücken, wenn man nur ein Bild in den Papierkorb werfen mag. Zweimaliges Drücken bedeutet Multi-Löschen, sämtliche zuletzt gemachten Aufnahmen sind unwiederbinglich verloren. Das ist ärgerlich. Wir fuhren trotzdem weiter in Richtung Agadir. Dieser schönste Abschnitt der Atlantikroute führt duch die reizvollen Ausläufer des Hohen Atlas, ist aber auch mit vielen Kurven gesegnet. Nach Essaouira führt die Nationalstraße erst durch ebenes Gebiet in Kurven gen Süden. Bald wird es gebirgiger, und kurviger. Viele Wohnmobile sind auf der Strecke nach Agadir unterwegs. Bis wir uns versahen, hatten wir einen Pulk von 6 Womos hinter uns. Die Route führte durch das Gebiet der Arganienwälder. Am Straßenrand waren Ziegen zu beobachten, die auf die olivenartigen Bäume kletterten. In Tamri versorgten wir uns auf dem Suq mit Bananen und Gemüse. An den Flußufern befinden sich die Bananenplantagen, auf denen die kleinen, süßen Bananen geerntet und auf dem Suq verkauft werden. Weiter fuhren wir entlang der Küste bis zum Camping Atlantica Park in Imi Ouaddar. Wir wunderten uns, daß kaum Womos auf den ebenen, zu befahrenden Strandabschnitten standen. Wie uns erzählt wurde, ist im Umkreis von 150 km von Agadir wildcampen verboten. Die kostengünstigste Variante des Winterurlaubes nahm dermaßen über Hand, so daß Campingplätze wie der in Imi Ouaddar mit 1200 Stellplätzen angelegt wurden. Sämtliche Plätze bis Tiznit sollen überfüllt sein. Auf dem schönen, nach europäischem Standard angelegten Atlantica Parc, sind 80 Prozent Franzosen und 20 Prozent alle andere europäischen Nationen vertreten (Belgier, Schweizer, Österreicher, Italiener, Schweden und Deutsche). Wir nutzten das gute Wetter und die Infrastruktur des Platzes um Wäsche zu waschen. Am Abend entschlossen wir uns, von einem „Artist“ ein Bild auf das Womo malen zu lassen.

Sonntag, 04. Februar 2007
21. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Imi Ouaddar, Camping Atlantica Parc
Wetter: sonnig, 25 Grad

Man merkt, daß der Campingplatz nur von Rentnern belegt ist. Schon um 22 Uhr war Ruhe, keine Lichter brannten mehr. Heute ist wieder ein Sonnentag. Morgens ließen wir unser Womo für umgerechnet 6,45 Euro gründlich waschen. Sogar auf das Dach stiegen die Reiniger. Es soll doch blitzen, wenn der Maler kommt und die Dünenlandschaft der Sahara mit Kamelen draufmalt. In der Zwischenzeit genehmigten wir uns nebenan im Café einen Café au lait. Der war mit einer Prise Zimt gewürzt, schmeckte wunderbar. Am Nachmittag kam der Maler. Vier Stunden benötigte er für das Bild am Womo. Immer wieder kamen Schaulustige. Gegenüber von unserem Platz stand ein Pärchen aus Wien mit einem Flair. Sie sind nun alleine unterwegs, nachdem sie vor vier Jahren mit Kuga-Tours schon mal hier waren. Sie bleiben noch bis zum Samstag auf dem Platz. Gerne wären sie mit uns gefahren. Am Abend bekam ich Magenprobleme, die bis Dienstagmorgen dauern sollten. Nicht das Essen in Marokko war schuld, es waren die Konservierungsstoffe aus einem finnischen Gurkensalat. Auch zuviel Orangensaft (der auch mit Konservierungsstoffen versetzt ist) trugen dazu bei.

Montag, 05. Februar 2007
22. Tag

Abfahrt: Imi Ouaddar, 9:15 Uhr
Ankunft: Tafraoute, 15:45 Uhr
Tageskilometer: 206 km
Route: N 1, Imi Ouaddar, Inezgane
N 10, Inezgane – Ait Melloul
R 105, Ait Melloul- Trieki
R 104, Trieki – Tafraoute
Übernachtung: Tafraoute, Camping trois Palmiers
Wetter: sonnig, 23 Grad

Agadir ist streßig. Viel Verkehr auf den Straßen. Im Marjane versorgten wir uns mit Lebensmittel, um für die nächste Zeit in der Wüste versorgt zu sein. Auf dem Parkplatz sahen wir wieder unsere Mitfahrer von der Einreise nach Marokko. Froh aus dem Autogewusel der Großstadt zu sein, gings bald durch landwirtschaftliches Gebiet bis Imi-Mqorn. Dort machten wir Mittagspause. An uns ging eine junge Mutter mit ihren Kindern vorbei. Wir gaben Gummibärchen den Kindern. Die Mami freute sich darüber (die Kinder hatten nicht gebettelt). Es war eine schöne Mami, nur die Zähne waren total verfault. Bald schon windete sich die enge Teerstraße ins Gebirge. Bei Ait Baha hatte man schöne Ausblicke ins Tal des Ait-Baha. Gemütlich, aber anstrengend gestaltete sich die Fahrt in den Anti-Atlas. Immer wieder hielten wir an, um zu filmen und zu fotografieren. Viele Streifenhörnchen rannten über die Straße. Einem kleinen Jungen der Ziegen hütete schenkten wir Bonbons. Er bat noch um einen Stylo für die Schule. Freundlich bedankte er sich. Er sprach perfektes französisch. Bald kamen wir in eine Gegend mit Tafelbergen. Auf einem trotzte der Agadir Tizgrane. Ab Madao ging es dann zum 1500 m hohen Paß Tizi–n-Tarkatine. Weiter ging die Fahrt durch das Tal der Ammeln. Viele malerische Dörfer, eingebettet in die Bergkulisse säumten den Weg. Die Mandeln blühten in den schönsten weißen und rosaroten Farben. Bald hatten wir auch den Campingplatz in Tafraoute gefunden. Tafraoute ist ein Gebirgsort auf ungefähr 1000 m Höhe. Kaum auf dem Platz kam schon der erste Schlepper. Er gehörte zur Maison Nomade Tuareg und hieß Saib. Wir sollten doch bei ihm vorbeikommen, er wolle uns Souvenirs zeigen, unter anderem auch Teppiche. Als ich Teppiche hörte, sah ich schon rot. Wir könnten auch tauschen gebrauchte Kleidung gegen Souvenirs. Total erschöpft von der schönen, aber anstrengenden Fahrt legten wir uns schon um 20 Uhr ins Bett.

Dienstag, 06. Februar 2007
23. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Tafraoute, Camping trois Palmiers
Wetter: bedeckt, 21 Grad

Um 8 Uhr kamen wir aus den Federn. Fast 12 Stunden Schlaf brauchten wir. Nach dem Frühstück machten wir uns auf in den Ort. Eigentlich wollten wir bei Saib nicht vorbeigehen. Aber wie es so ist, fing er uns schon wieder mit seinem Moped ein. Er begleitete uns zu seiner Maison. Er zeigte uns viele Teppiche. Wir beteuerten immer wieder, keinen Teppich kaufen zu wollen. Er gab lange nicht auf. Erst als wir nachfragten, ob er für Frauen eine Chelaba hätte, schwengte er um. Er kleidete Franz zu einem Tuareg um und nannte ihn von da an Alibaba. Saibs Bruder kam dazu und zeigte uns Babuschen. Wir kauften letztendlich Babuschen (die ich sowieso kaufen wollte) Er verlangte 15 Euro. Auf 13,50 Euro konnte ich ihn runterhandeln. Er zeigte mir auch Chelaba´s. Als ich nach dem Preis fragte, meinte er, wenn ich 3 kaufen würde, wären sie günstiger. Einen Preis nannte er nicht, er wollte gegen Kleidung tauschen und Geld dazu haben. Wir haben ihm erst einmal gesagt, wir kommen morgen wieder mit dem Womo, wegen der Kleidung. Anschließend gingen wir im Ort spazieren. Bei einer jungen Frau fand ich eine Chelabah um 120 Dirham. Vielleicht hole ich mir diese morgen. Dann kamen wir in die Gasse der Babuschen-Herstellung. Ein Händler meinte, wir sollten „Berber-Addidas“ kaufen. Sie wären besser als Sportschuhe von Addidas. 400 Dirham wollte er dafür. Zur Erholung setzten wir uns ins Etoule d`Agadir und genehmigten uns einen Café au lait. Als wir auf dem Weg zum Hotel Les Amandiers waren, kamen wir an einem Internet-Café vorbei. Wir sahen uns unseren E-Mail Eingang an und schickten Risto eine E-Mail. In Agadir im Supermarkt trafen wir Finnen aus Yllämylly, die den Pastor Ruskomaa kennen. Wir bezahlten 37 Cent dafür. Als wir weitermaschierten in Richtung Aussichtspunkt beim Hotel, kamen wir bei Saib vorbei, der natürlich schon wieder präsent war. Er erzählte uns noch, daß morgen Suq in Tafraoute ist, es kommen viele Bauern aus der Umgebung zum Markt. Wir wußten das schon aus dem Reiseführer. Nachdem wir den herrlichen Ausblick vom Hotel Les Amandiers über Tafraoute genossen hatten, machten wir uns auf den Weg zum Campingplatz. Wir kamen bei einem Berber vorbei, der gerade einen Baumstamm zerhackte. Franz fragte, ob er auch mal dürfe. Lachend überließ ihm der Mann die Axt. Ganz zu seiner Freude ließ er ihn gewähren. Ich machte ein paar Fotos, dann zogen wir wieder weiter. Der Himmel bewölkte sich, es wurde etwas kühler.

Mittwoch, 07. Februar 2007
24. Tag

Abfahrt: Tafraoute, 10:30 Uhr
Ankunft: Tiznit, 14:00 Uhr
Tageskilometer: 103
Route: R 104, Tafraoute – Tiznit
Übernachtung: Tiznit, Parkplatz an der Stadtmauer
Wetter: sonnig, 24 Grad

In Tafraoute war heute Markt. Die Bauern aus der Umgebung verkaufen hier ihre Produkte. Es wimmelte in der ganzen Stadt, hauptsächlich von Männern. Auf der Brücke standen links und rechts Männer wie aufgestellt, keiner weiß warum. Wir gingen erst mal zum Schneider, den sich Franz am Vortag ausgesucht hatte und besorgten 2 Chelabah´s für mich. Ganze 250 Dirham (23,50 Euro) bezahlten wir dafür. Wir handelten nicht, denn die Kleider sind sehr schön bestickt und ordentlichst genäht. Der alte Mann freute sich sehr. Anders erging es uns an einem Gewürzstand. Wir kauften Couscous-Gewürz. Für 50 g bezahlten wir immerhin umgerechnet 1,84 Euro. Das war ein Touristenpreis. Unser Schlepper vom letzten Tag lauerte uns auch wieder auf. Er meinte, er warte schon den ganzen Morgen auf uns. Wir versprachen, in 1 Stunde mit dem Womo vorbeizukommen. Damit gab er sich zufrieden. Wir fuhren natürlich nicht hin. Der Schneider hatte das Geld für die Chelabah´s mehr nötig, als der reiche Clan des Schleppers. Am späten Vormittag fuhren wir los gen Tiznit über den Col de Kerdous. Die Strecke war traumhaft. Vor allem wir hatten bestes Wetter, kein Nebel mehr. Wären wir morgens gleich losgefahren, wären die Berge in den Wolken gewesen. Die Straße ist zwar wieder schmal und kurvig bis zum Col de Kerdous, danach ist sie breiter ausgebaut. Vom Pass eröffnete sich eine herrliche Aussicht auf die bizarren Granitberge. An der Strecke passierten wir immer wieder kleine Orte mit schönen roten Häusern. Hier gab es viele Feigenkakteen. Wir passierten Tirhmi, ein Dorf, das in einer schönen Landschaft, umgeben von dichten Palmenhainen und Kakteenhecken liegt. Wüstenähnliche Landschaft herrschte bis Tiznit vor. In Tiznit wollten wir auf den Campingplatz. Der war schon „Complet“. Überall standen Womos rum, sogar auf Baustellenflächen. Wir stellten uns an die Stadtmauer in der Nähe der Polizei. Ein Wächter verlangte 10 Dirham. Weiter ans Meer zu fahren schien sich auch nicht zu lohnen, dort sollen auch alle Plätze „dicht“ sein. Später gingen wir noch bummeln. Tiznit gibt nicht viel her. Im Ville Nouvelle aßen wir Couscous, der nicht gewürzt war und halb kalt. Nach 18 Uhr waren unwahrscheinlich viele Menschen auf den Straßen – brav Männlein mit Männlein und Frauen mit Frauen. An der Stadtmauer saßen teilweise bis zu 10 Frauen auf dem Gehsteig und unterhielten sich. Als der Muezin zum Abendgebet um 19:45 Uhr rief, gingen die Männer in die Moschee, und die Frauen anscheinend wieder mit ihren Kindern nach Hause. Es wurde wieder ruhig.

Donnerstag, 08. Februar 2007
25. Tag

Abfahrt: Tiznit, 9:15 Uhr
Ankunft: Legzira, 10:45 Uhr
Tageskilometer: 70
Route: R 104, Tiznit – Legzira
Übernachtung: Legzira, Stellplatz der Provinz Tiznit
Wetter: sonnig, 25 Grad

Unser Übernachtungsplatz in Tiznit war sehr laut. Eine Disco – zwar in genügend Abstand – dröhnte bis nach 2:00 Uhr morgens. Wir zogen bald los in Richtung Sidi Ifni. Die Fahrt entlang der Küste war reizvoll. In Aglou Plage war nicht der ganze Campingplatz besetzt. Vielleicht war auch schon am frühen Morgen eine Reisegruppe aufgebrochen. Wir fuhren weiter über Mirfelt nach Legzira. Wir wußten von einem Parkplatz bei einem Strandrestaurant. Wie es nicht anders zu erwarten war, war schon von weitem die „Womo-Platte“ zu sehen. Da wir am Samstag nach Guelmim auf den Kamelmarkt wollen, machten wir dort Station. Der Platz wird hauptsächlich von deutschen Touristen belagert. Wir fanden auch noch ein Plätzchen neben einer Familie aus Eschwege. Auf dem Platz gibt es viele Hunde, auch Streuner. Gima griff mal einen jungen Streuner an – der war so schockiert, er konnte es nicht fassen, daß er Dresche bekam. Bellend stand er immer wieder vor dem Womo. Franz und ich unternahmen einen Strandspaziergang zu den Felstoren. Es war gerade Ebbe, man konnte gut im nassen Sand gehen. Nachdem wir fotografieren gingen wir ins Restaurant am Strand und bestellten gegrillten Fisch. 45 Minuten nach der Bestellung war die Köstlichkeit da. Gegen Mittag zog sich der Himmel etwas zu, trotzdem war es sehr warm.

Datum Freitag, 09. Februar 2007
26. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Legzira, Stellplatz der Provinz Tiznit
Wetter: sonnig, 25 Grad

Heute war faulenzen angesagt. Morgen wollen wir nach Guelmim zum Kamelmarkt. Mit unseren Stellplatz-Nachbarn aus Eschwege hatten wir uns ganz angeregt unterhalten. Trotzdem, auch wenn das Wetter schön ist, das Meer vor der Haustür liegt, länger können wir es hier nicht aushalten. Man kommt sich irgendwie eingesperrt (oder auch ausgesperrt) vor.

Samstag, 10. Februar 2007
27. Tag

Abfahrt: Legzira, 9:00 Uhr
Ankunft: Ass, 14:00 Uhr
Tageskilometer: 180 km
Route: R 104, Legzira – Sidi Ifni
N 12, Sidi Ifni – Guelmim
N 12, Guelmim – Fask
R 103, Fask – Assa
Übernachtung: Assa, Parkplatz
Wetter: sonnig, 31 Grad

Schon frühzeitig brachen wir auf, um den Kamelmarkt in Guelmim zu besuchen. Die Fahrt entlang der Atlantikküste war schön. Ab Sidi Ifni ging es bis Guelmim durch Berglandschaft, die leider im Nebel lag. Guelmim, eine größere Stadt in einer Ebene lag unter dichtem Nebel. Die Straßen sind leider nicht beschildert. Wir fuhren eine Ehrenrunde, bevor wir den Kamelmarkt in Richtung Tan-Tan fanden. Der Markt findet immer samstags statt. Leider wird man auch viel von Schleppern angemacht. Ein kleines totes Kamel lag auf der Erde, niemand kümmerte das. Eine schon aufgetriebene tote Ziege erregte auch kein Interesse. Wir besorgten uns Gemüse, damit wir in der Wüste gut versorgt sind. Gleich hinter Guelmim fängt die einsame Strecke durch eine sehr schöne Wüstensteppe an. Anfangs endeckte man noch Palmenoasen mit kleinen Dörfern. Bald schon war keine Besiedelung mehr vorhanden, nur noch Nomadenzelte waren zu sehen. Die Fahrt über den Col d`Amzloug gestaltete sich schön. Kurz vor Assa passierten wir die Polizeikontrolle. Die Polizisten waren sehr freundlich. Es dauerte eine Zeit, bis alles notiert war. Währenddessen kamen viele Fliegen ins Wohnmobil, die wohl mit uns per Anhalter reisen wollten. In Assa fanden wir im Zentrum einen schönen Parkplatz, den wir uns für die Nacht aussuchten. Leider nicht für lange. Kinder kamen um zu betteln. Einige Jungs waren sehr hartnäckig, gingen sogar an die Rolos vom Womo. Wir flüchteten und bekamen noch einen Stein zum Dank ans Womo. Im Reiseführer steht, man kann auf dem Parkplatz des Hotel Nidaros übernachten. Dort mußten wir 100 DH bezahlen, nicht mal der beste Campingplatz kostete soviel. Kein Strom, kein gar nichts.

Sonntag, 11. Februar 2007
28. Tag

Abfahrt: Assa, 8:15 Uhr
Ankunft: Tata, 11:45 Uhr
Tageskilometer: 229 km
Route: R 103, Assa – Fam el Hisn
N 12, Fam el Hisn – Tata
Übernachtung: Tata, Camping Municipal
Wetter: sonnig, 34 Grad

Leider kühlte es in der Nacht nicht sonderlich ab. Das Thermometer zeigte nach Mitternacht immer noch 20 Grad an. Der Himmel war klar, die Sterne leuchteten intensiv. Die Mondsichel lag auf dem Rücken. Bald schon brachen wir auf, denn es sollte wieder ein heißer Tag werden. Erst ging es noch durch Steinwüste, eine menschenfeindliche Gegend. Ab Fam el Hisn führt die N 12 immer wieder an schönen Oasen vorbei. Entlang der Straße führen aufgestellte Felsbrocken wie Bänder, vor denen sich Sanddünen aufgetürmt haben. Unterwegs trafen wir auf einen Berber, der mit seinen Kamelen unterwegs war. Ihm war sein Trinkwasser ausgegangen, für Nachschub war er dankbar. Die Straße führte entlang des Antiatlas nach Tata. In Tata kamen wir um die Mittagszeit an, was gut war. Denn der Campingplatz war fast voll belegt. Später kam noch ein Mann aus Tübingen bei uns vorbei und berichtete uns von seiner Tour, die er machen will. Im Prinzip fährt er ähnlich wie wir, nur in umgekehrter Richtung. Er ist ein Gegner von Campingplätzen und steht meist frei. Auch bettelnden Kindern gibt er nichts mehr, seit dem hat er Ruhe. Später besuchten wir noch den Suq, der immer sonntags in Tata stattfindet. Die Temperaturen sind heute fast höher als gestern, obwohl Tata 700 m hoch liegt. Eine Frau erzählte uns, im vorigen Jahr hatte es in Agadir Ende Januar schon 42 Grad. Allerdings ändert sich auch schnell wieder das Wetter, denn vor zwei Tagen hatte es hier noch geregnet. Unterwegs in der Wüste waren noch Wasserpfützen zu sehen und es grünte stellenweise, ja man hatte sogar den Eindruck, die Pflanzen würden geradezu explodieren.

Montag, 12. Februar 2007
29. Tag

Abfahrt: Tata, 8:30 Uhr
Ankunft: Taroudannt, 13:00 Uhr
Tageskilometer: 206
Route: R 109, Tata -Taroudannt
Übernachtung: Taroudannt, bewachter Parkplatz an der Stadtmauer
Wetter: sonnig, 30 Grad


Nachdem wir in Tata Diesel nachgefüllt hatten, fuhren wir zurück zum Abzweig nach Igherm. Die Straße führte durch zerklüftetes, schroffes Bergland. Die Berge lagen in schönen Ockertönen vor uns und waren in Schichten gefaltet. Bis zum Ort Tisgui-Ida-ou-Ballou war die Landschaft trocken mit seltsamen, schrägen aufgeworfenen Bergen. Es gab viele Fotomotive, schwer sich zu entscheiden. Immer wieder fiel unser Blick auf Nomadenzelte. Esel liefen frei in der Landschaft. Weiter führte die Route durch eine sehr schöne Landschaft, entlang einiger Palmenoueds. Ein herrlicher Blick bot sich auf den Ort Souk Khemis-d`Issafen mit neuen Häusern und einer Speicherburg. Eine shöne Berberin winkte uns zu, die ihre Hände wunderschön mit Henna bemalt hatte. Entlang eines palmengesämten Flußtales zogen sich schräg gefaltete Schichtstufenberge. Bald hatten wir Igherm erreicht, eine Militärstadt auf 1 800 m Höhe. Nun waren an der Strecke blühende Mandelbäume und Opuntien zu sehen. In der Ferne blickte man auf den Hohen Atlas. Wenig Schnee tragen seine Gipfel. Die Straße führte in vielen Windungen immer bergauf und bergab durch eine Gebirgsgegend mit wenig Bewuchs. Danach beginnt der Arganienanbau. Im kleinen Ort Tnine Ida ou Finesse fand ein Markt statt. Weiter schlängelt sich die Straße bergab durch die bizarre Berglandschaft des Anti-Atlas. mmer wieder boten sich schöne Ausblicke auf den Hohen Atlas im Norden. Auf der N 10 angelangt trafen wir auf Taroudannt. An der Stadtmauer fanden wir einen Parkplatz für die Nacht.

Dienstag, 13. Februar 2007
30. Tag

Abfahrt: Taroudannt, 8:30 Uhr
Ankunft: Ouarzazate, 13:45 Uhr
Tageskilometer: 296 km
Route: N 10, Taroudannt – Ouarzazate
Übernachtung: Ouarzazate, Camping Municipal
Wetter: sonnig, 30 Grad

Trotz des Parkplatzes an der Straße war die Nacht sehr ruhig. Der Parkwärter kam noch zum Womo und wünschte einen schönen guten Morgen. Überhaupt, die Leute sind hier sehr freundlich. Wir waren die ersten auf dem Platz, die sich auf den Weg machten. Die Straße führte erst durch dicht besiedelte Regionen des Sous-Tales.
In Aoulouz, kauften wir uns eine „Camper-Waschmaschine“. Das ist ein Behälter mit einer großen Öffnung und einem Schraubdeckel. Da kommt die Schmutzwäsche hinein, Wasser und Waschpulver. Der Behälter wird verschlossen und einen Tag lang auf der Reise mitgenommen. Am Abend ist alles gut durchgewaschen und muß nur noch ausgespült und aufgehängt werden. Aoulouz liegt in einem Flußtal, viele Felder und Obstbäume gibt es. Bei Taliouile ist eine stark expandierende Palmenoase erreicht, die von den schroffen, vulkanischen Bergen des Djabal Siroua im Norden, im Süden vom Anti-Atlas umgeben ist. Weiterhin führt die Route durch schroffes Bergland. Die Region ist sehr dünn besiedelt. Dann führt die Straße durch eine, Halbwüstengegend mit Weizenfeldern, die großen Berge sind jetzt weiter weg. Irgendwie erinnert die Landschaft an die Islands. Linker Hand der Straße ist ein prägnanter Berg, in dessen Fels zahlreiche Höhlen gehauen sind, zu sehen. Nach Tazenakht geht es bergauf, man erreicht den Pass Tizi-n-Bachkoum. In der Gegend um hat es erst geregnet, es sprießen Gras und Blumen und sie gleicht einer Prärielandschaft aus Wildwestfilmen. Weiter geht es durch einsame Hügellandschaft. Bei Tabourath mußten wir eine Furt durchqueren, die mit Wasser gefüllt war. Die erste auf unserer Reise. Alle anderen Furten waren trocken. Bald haben wir Ouarzazate erreicht.

Mittwoch, 14. Februar 2007
31. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Ouarzazate, Camping Municipal
Wetter: sonnig, 30 Grad

Gestern Abend wurde Gima von einer hier lebenden Katze, die ihr Revier wahrscheinlich verteidigte, angegriffen und schwer verletzt. Sie bekam an der rechten Rücken- und Bauchhälfte was ab und hatte große Schmerzen. Sie legte sich in ihre Box, was sie nie tut und bewegte sich nicht mehr. Wenn wir sie streicheln wollten, fauchte sie. Wir suchten heute sofort den Veterinär auf. Um 9 Uhr fängt sein Dienst an. Wir waren um 8:45 Uhr schon vor Ort. Franz wurde befragt, die Katze wurde von mehreren Männern besichtigt. Erst hieß es um 9:00 Uhr kommt der Veterinär. Kurz nach neun kam wieder einer der Männer und meinte, wir sollten den Veterinär anrufen. Das machte dann doch der Mann mit meinem Handy. Er sprach mit dem Veterinär, er wollte gleich kommen. Wir wurden in sein Ordinationszimmer gebracht. Das Zimmer war ausgestattet mit einem modernen Computer, einem Schreibtisch und zwei Stühlen an einem kleinen Tischchen. Der Raum war sehr schmutzig. An einem Tisch, auf dem die Tiere behandelt werden, hing schmutziges Verbandsmaterial. Vielleicht war damit ein Tier am Tisch festgebunden. Dann gab es noch einen neueren Kühlschrank und einen total verschmutzten Glasschrank, in dem ebenso verschmutzte Fläschchen, Päckchen und ein paar Instrumente lagen. Vor den Fenstern hingen Vorhänge, die noch nie gewaschen worden sein dürften. Der Raum hatte bestimmt noch seinen ersten Anstrich. Ja, jedenfalls kamen immer wieder Männer vorbei, die uns die Hand gaben (immer Franz zuerst) uns begrüßten und nach dem Grund unseres Kommens fragten. Es war nie der Tierarzt. Später kam wieder ein Mann, rief den Tierarzt nochmals an. Der versprach uns, er käme in 5 bis 10 Minuten. Er hätte einen verletzten Fuß, und käme normalerweise heute gar nicht. Wieder kamen Männer vorbei, aber keine die humpelten. Dann endlich, der Tierarzt war da. Er begrüßte uns wieder sehr freundlich, Franz zuerst, dann mich und fragte nach dem Grund unseres Kommens. Er sah sich Gima an, faßte ihr an den Bauch – die Katze schrie fürchterlich. Dr. Hassan machte ein besorgtes Gesicht. Plötzlich erhob sich Gima aus ihrer Box – sie hatte wahrscheinlich Angst bekommen und wollte abhauen. Franz hob sie auf die Erde, damit der Veterinär sich davon überzeugen konnte, daß sie keine Lähmungen hatte. Ganz langsam und vom Schmerz zusammengezogen ging die Katze in eine Ecke. Franz hob Gima wieder in die Box. Der Tierarzt beruhigte uns. Nachdem er Gimas Tollwut-Bescheinigungen gesehen hatte, meinte er, die Katze würde eine Spritze mit Schmerzmittel und Antibiotika bekommen, wegen einer möglichen Entzündung. Er ging raus in ein anderes Zimmer und kam nach einer Weile mit einem Medikament und einer „neuen Spritze“ wieder, um Gima zu spritzen. Dann schrieb er uns ein Rezept aus. Gima bekommt 6 Tage lang zweimal täglich ein Antibiotikum. Das Antibiotikum bekommen auch Babys, was mir gleich bekannt vorkam. Da Gima nichts ißt, was sie nicht kennt, gab uns der Tierarzt eine Spritze mit, damit sollten wir ihr die Portionen einflösen. Er zeigte uns, wie man das macht. Für diese ganze Prozedur bezahlten wir 30 Euro. In der Pharmacie besorgten wir das Medikament. Das war wieder eine Sache von fast einer Stunde. Der Apotheker rief erst einmal beim Veterinär an. Als der sein o.k. gab, schaute er nach dem Medikament und stellte fest, daß er es gar nicht hier hat. Kein Problem. Der Apotheker fuhr mit dem Taxi in die Hauptapotheke in die Stadt. Franz sollte warten, bis er wieder kommt. Das dauerte eine ganze Weile. Jedenfalls bekamen wir das Medikament. Noch schnell einkaufen im Supermarkt, damit wir bis Samstag versorgt sind, weil wir ja eventuell am Freitag nochmals zum Veterinär kommen sollten, da soll Gima dann noch eine Spritze gegen Tollwut bekommen. Erst einmal einen Supermarkt in einer Kleinstadt finden. Er ist nicht gleich als Supermarkt erkennbar. Endlich, wir fanden einen. Aber die Ernüchterung, viele Regale waren leer. Aber wir bekamen Orangen und Wasser. Dann gings wieder zum Campingplatz. Gima hatte von den schmerzstillenden Mitteln in der Spritze weniger Schmerzen, ging im Womo umher, auf die Toilette und wollte nach draußen. Wir leinten sie an und stellten sie vors Womo. Ach wie schwach war die Gima. Sie hatte ja nichts mehr gegessen und getrunken, außerdem die Schmerzen. Sie wollte sich unters Womo legen, da hoben wir sie wieder ins Womo. Franz hob sie auf die Decken auf dem Bett. Dort legte sie sich hin und schlief. Anscheinend ließ die Wirkung der Schmerzmittel nach, jedenfalls bewegte sie sich wieder nicht. Sie wollte auch nicht essen, Wasser trinken auch nicht. Was tut man nicht alles, damit es „Prinzessin Gima“ wieder besser geht. Von ihrem Naßfutter fütterten wir sie per Löffelchen – nur mit dem Aspik – das Fleisch wollte sie nicht. Schon mal etwas. Sie blieb den ganzen Tag auf ihrer Decke liegen. Sorgen machte sie mir, weil sich nicht urinierte. Abends bekam sie wieder ihr Antibiotikum und Aspik. Wir legten sie in Franzels Bett – er wurde umquartiert – damit ich nachts die Katze versorgen konnte. Da wir die letzte Nacht so gut wie nicht geschlafen hatten, schliefen wir ziemlich bald ein.

Donnerstag, 15. Februar 2007
32. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Ouarzazate, Camping Municipal
Wetter: vormittags bewölkt, nachmittags sonnig, 30 Grad

Um 10 fütterte ich Gima nochmals – und immer noch uriniert. Um 12 Uhr fütterte ich sie wieder, plötzlich steht sie auf und geht in ihr bereitgestelltes Katzenklo. Endlich – eine Sorge weniger. Um 3 Uhr fütterte ich sie wieder. Nun drehte sie sich schon mal auf der Decke. Morgens als wir aufstanden, bekam sie wieder ihr Medikament, was sie zur Hälfte wieder ausspuckte. Sie streckte sich und legte sich wieder hin. Sie schnurrte wieder als ich sie fütterte – mit Aspik vom Löffel. Später stand sie auf, ging auf die Toilette und setzte sich zum Küchenfenster. Sie läuft noch sehr langsam und vorsichtig. Als wir uns fertig gemacht hatten, wollte sie unbedingt raus. Franz leinte sie an und stellte sie vors Womo. Dort ging sie ein wenig umher und legte sich müde auf den Teppich. Vor dem Mittag hoben wir sie ins Womo auf die Decke zum Schlafen. Gefüttert haben wir sie wieder mit Aspik mit ein paar zerdrückten Fleischstückchen dazwischen. Ich legte mich zu ihr. Sie schlief nicht lange, stieg vom Bett und bettelte, nach draußen gehen zu dürfen. Franz setzte sich mit ihr raus. Dort ging sie schon länger umher und legte sich dann in die Sonne. Da die Sonne sehr sticht, legten wir sie wieder ins Womo, wo sie selbst auf das Amaturenbrett stieg uns schlief. Nun wird alles wieder gut.
Ouarzazate hat sich vom ehemaligen Militärstützpunkt zu einer sauberen und modernen Stadt gemausert. Die Kasbah Taourirt am Rande der Stadt, einst Wohnsitz des Paschas von Marakkesch, mit angeschlossenem Kasbahviertel hatten wir vor zu besichtigen, die Verletzung Gima´s machte einen Strich durch unsere Planung. Vielleicht sehen wir sie uns doch an, wenn wir wieder in Ouarzazate vorbeikommen, In ch`Allah (so Gott will).

Freitag, 16. Februar 2007
33. Tag

Abfahrt: Ouarzazate, 9:15 Uhr
Ankunft: Plate de Singe, 15:00 Uhr
Tageskilometer: 176 km
Route: N 10, Ouarzazate – Boumalne
R 704, Dadesschlucht
Übernachtung: Camping Plate de Singe (bei den Affenfußfelsen)
Wetter: sonnig, 27 Grad, in der Dadés-Schlucht Wind

Gima geht es wieder besser, deshalb beschlossen wir uns kurzfristig doch weiterzufahren. Sollte es Probleme mit der Katze geben, könnten wir vielleicht in Errachidia mehr Glück haben, einen Tierarzt zu finden. Errachidia ist größer als Ouarzazate und ist Universitätsstadt. Über Nacht waren wir auf dem Campingplatz in Ouarzazate dermaßen eingeparkt, wir hätten nicht raus können, wenn es nachts nötig gewesen wäre. In Zukunft werden wir Campingplätze meiden, die von Gruppen angefahren werden.
Die „Straße der Kasbahs“, an zahlreichen festungsartigen Lehmburgen und – dörfern vorbei. Nach der Kasbah von Taourirt nimmt die Route ihren Anfang. Die Straße über ein Wüstenplateau und erreicht schließlich den Stausee Mansour ed Dahbi. Es gibt zahlreiche schöne Oasendörfer mit Dattelpalmen und Kasbahs. Skoura ist die größte Dattelpalmenoase Marokkos und kann mit prächtigen Kasbahs aufweisen. In diesem hübschen Oasendorf mit typischer Oasenbewirtschaftung sticht das verzierte rotbraune Mauerwerk der Kasbahs hervor.
Hinter Skoura führt die Straße weiter durch wüstenartige Gegend, die lediglich im Draâtal grüne Farbe zeigt. Entlang der Straße liegen gruppenweise malerische Kasbahs. In Ait Ridi, einem kleinen Ort mit Dattelpalmenhain und vielen liegt rechts der Straße ein großer, natürlicher Pilz-Nagelfluh-Felsen, der durch Winderosion seine Form. Weiter auf der Route führt eine Brücke über den Assif M`Goun. In der Nähe haben sich viele Restaurants, Cafés und Steinverkäufer entlang der hübschen Palmenhaine niedergelassen. Wir besuchten ein Cafè um Minze-Tee zu trinken. Gleich wurden wir von einem Verkäufer des nebenanliegenden Ladens abgeschleppt, er hatte Rosenprodukte zu verkaufen. Wir ließen uns erweichen und kauften 2 Dosen Rosencreme. Bezahlt haben wir mit gebrauchter Kleidung. Das Geschäft hat natürlich der Händler gemacht. Die landschaftlich sehr schöne Strecke führt weiter entlang des Dadés-Tals. Der Fluss hat sein Bett tief in den roten Sandstein eingegraben. Viele Kasbahs und Ruinen säumen die Ufer.
El Kelâa des M´Gouna, die Oase. liegt 1.467 m hoch sehr schön am Fluss Assif M`Goun, der hier vom Hohen Atlas kommend ins Dadés-Tal einbricht und wenige Kilometer vor El Kelâa in den Dadés fließt. Ab hier führt unsere Route weiter durch dichtbesiedeltes Gebiet bis Boumalne du Dadés. Nach dem Zentrum von Boumalne wählten wir den Abzweig zur „Gorge de Dadés“. Der Dadés windet sich auf den weiteren Kilometern als grünes Band durch die Landschaft. Feigen- und Obstbäume, Palmen und Silberpappeln wachsen entlang des Flussbettes, das von kargen Felsbergen begrenzt wird. Die Straße windet sich in großen Kehren bergauf. Am Dadés-Tal-Ausgang ziehen sich die Berghänge wie gefaltete braune Riegel bergab zu den saftigen grünen Feldern im Tal hin. Rechter Hand war im Tal die imposante Kasbah Ait Youl auszumachen Nach etwa 10 weiteren Kilometern waren rechter Hand auf der anderen Flusseite interessante Felsformationen zu sehen, die Affenfußfelsen. Sie ähneln überdimensionalen Gehirnen. Gegenüber den Felsen befindet sich ein Campingplatz, den wir später anfuhren.
Ein Stück weiter führt die Straße nun steil in engen Serpentinen bergauf bis zur Passhöhe von 1 850 m; Danach verengt sich die Schlucht. Es muß vor einigen Tagen stark geregnet haben oder die Schneeschmelze im Hohen Atlas hat eingesetzt, denn auf der Straße am Fuße der Schlucht stand Wasser. Eigentlich wollten wir am anschließend liegenden Campingplatz übernachten, wir kehrten aber lieber um, und fuhren zum Campingplatz bei den Affenfußfelsen, denn wenn das Wasser steigt, kommen wir nicht weiter – in keine Richtung, denn noch ein Stück weiter flußaufwärts geht die Teerstraße in eine Piste über. Am frühen Nachmittag kamen wir im Camping „Platte de Singe“ an.

Der Platz liegt sehr schön am Fuße der Affenfußfelsen auf der anderen Flußseite. Von der Fahrt hatten wir Hunger bekommen – und Gima geht es auch besser, wir konnten sie getrost ein paar Stunden alleine lassen – deshalb beschlossen wir uns, beim Bruder des Said vom Campingplatz in die Kasbah Ilmilil Essen zu gehen. Es gab Couscous, marokkanischen Salat, Yoghurt, Minztee, Oliven und Mandeln. Dorthin mußten wir zu Fuß einen Kilometer gehen. Wir waren froh, nach dem Essen diesen Kilometer noch bewältigen zu dürfen, wir waren richtig voll gegessen. Ich denke, der Couscous geht im Magen noch auf. Es hat aber lecker geschmeckt.

Samstag, 17. Februar 2007
34. Tag

Abfahrt: Ait Ali, 9:00 Uhr
Ankunft: Goulmima, 14:15 Uhr
Tageskilometer: 171 km
Route: R 104, Ait Ali – Boumalne
N 10, Boumalne – Tinerhir
R 703, Tinerhir – Todraschlucht – Tinerhir
N 10, Tinerhir – Goulmima
Übernachtung: Goulmima, Camping Chez Michelle
Wetter: sonnig, 29 Grad

Eine sternenklare Nacht brachte die gewünschte Erholung für den heutigen Tag. Hier im Süden Marokkos sieht man die Sterne noch so klar, wie bei uns vor 40 Jahren.
Wieder zurück aus der Dadés-Schlucht nach Boumalne ging es in Richtung Tinerhir. Das ehemalige Festungsdorf liegt inmitten einer großen Palmenoase. In Tinerhir gab es vor dem Supermarkt Chez Michelle einen schönen Parkplatz, was wir natürlich zu unserer Versorgung nutzten. Leider gab es nicht viele Dinge zu kaufen. Es gab Wasser, Postkarten und ACE für die Toilette (8 DH) und Milch, aber weder Mehl noch Eier. Macht nichts, irgendwann kommt ein Supermarkt der diese Dinge im Angebot hat. Nach dem Einkauf machten wir uns auf den Weg in die Todra-Schlucht. Die roten Felswände ragen steil in den klaren, blauen Himmel. Durch die Schlucht schlängelt sich der Todra-Fluss, umgeben von Dattelpalmen und Dornbüschen, Oleander und Kakteen. Da wir die Dadés-Schlucht schon genossen hatten, war die Todra-Schlucht nicht mehr sehr spekulär. Da es nach der Besichtigung der Schlucht erst Mittag war, beschlossen wir, noch ein Stück weiterzufahren.
Der letzte, weniger besuchte Teil der Straße der Kasbahs führt von Tinerhir weiter durch karge, steinige Wüstenlandschaft bis nach Goulmima. In Goulmima fanden wir ein nettes Plätzchen auf dem Camping Chez Michelle. Für den Abend bestellten wir uns Tajine. Kaum waren wir auf dem Platz, gesellte sich das Ehepaar aus Hamburg zu uns. Die Frau erzählte uns, sie hätte heute Morgen mit der Frau des Sahib vom Camping in Ait Ali Brot im Wohnmobil gebacken. Dazu wird in einer großen Schüssel Mehl, warmes Wasser, Salz und Hefe geknetet. Dann in mehrere Teile geteilt und darauf Gewürze, wie Paprika, Petersilie, Pfeffer, Curry, Knoblauch, Olivenöl gestrichen und zusammengeklebt. Dann wird die Pfanne auf dem Gasherd heiß gemacht, das Brot reingelegt und einige Minuten gepacken. Das soll sehr lecker schmecken. Man könne auch das Brot mit Oliven, Tomaten, Käse, Schinken usw. füllen. Wir werden es mal ausprobieren, sofern wir in Marokko noch Mehl bekommen.

Sonntag, 18. Februar 2007
35. Tag

Abfahrt: Goulmima, 9:30 Uhr
Ankunft: bei Thomas, Ait Sbaa, 14:30 Uhr
Tageskilometer: 208 km
Route: N 10, Guelmima – Errachidia
N 13, Errachidia – Ait Khouchmane
R 708, Ait Khouchmane – Ait Ichchou
Örtliche, Ait Ichchou – Ait Sbaa
Übernachtung: Ait Sbaa, bei Thomas auf der Olivenfarm
Wetter: sonnig, 28 Grad, nachts 0 Grad

Nachdem wir uns noch längere Zeit mit den Hamburgern unterhalten hatten, fuhren wir nach Errachidia. Errachidia ist eine Militärstadt und Knotenpunkt ins Ziz-Tal und in die Ziz-Schlucht, sowie nach Figuid. Wir erledigten unsere Einkäufe im Supermarkt, holten Dirham vom Geldautomat der Bank Populaire und versorgten unseren „Esel“ noch mit „Futter“. Dann bogen wir Richtung Norden ab in die Ziz-Schlucht. Wir kamen am großen Stausee Hassan Addakhil vorbei, der türkisfarben vor den rotbraunen Bergen glizerte.

Weiter führte die Route durch eine Landschaft, die dem Grand-Canyon gleicht – sie ist nur nicht so mächtig. Am Ende der großartigen Landschaft führte unsere Route durch den „Tunnel der Legionäre“. In Ait Khouchmane bogen wir nach rechts ab, Richtung Osten. Die schmale Asphaltstraße führte uns nach Gourrama. Von dort ging es durch Nomadenland nach Ait Ichchou. Wir bogen nach rechts ab Richtung Ait Sbaa, wo nach acht Kilometern das Haus von Thomas steht. Thomas ist Deutscher und hat hier eine Farm mit einer Olivenplantage und einer Schafzucht aufgebaut. Ali, Angehöriger der Ait Serhouchen, arbeitet als Vorarbeiter bei Thomas. Ali´s Familie wohnt hinter dem Haus in einem Berberzelt (im Haus möchte sie nicht leben). Zur Familie gehören seine Frau Fdoum, und seine vier Kinder Mohand (10), Lahcen (6), Fatima (4) und Lokia (1). Die Kinder sahen aus wie wir früher, schmutzig und die Rotzglocken liefen aus der Nase. Auch die Oma lebt hier. Als wir ankamen, war die Oma mit den Eseln auf der Weide. Ali arbeitete mit seinen Mitarbeiter auf dem Feld. Fdoum saß in ihrem Zelt und webte am Teppich. Die Kinder spielten im Hof. Thomas ist nicht zu Hause, er ist in Rich und testet ob man Kamelwurst machen kann. Ali rief ihn gleich an, und meldete, dass wir da sind. Thomas kommt morgen Abend zurück. Wir haben gleich mal die Kinder mit Stiften, Bastelmaterial und Lutschern versorgt. Mohand spricht sehr gut deutsch (mit 10 Jahren). Er meinte, wir können ruhig fotografieren. Als ich den Camcorder holte und Aufnahmen von den Kindern machte, wollten gleich alle das Ergebnis sehen. Auch Fdoum kam aus dem Zelt und gesellte sich hinzu. Fdoum ist eine sehr schöne junge Frau, wirkt aber viel älter als 28. Sie ist zierlich, ihr sieht man die vier Kinder nicht an. Fdoum und die Oma sind im Gesicht tätowiert. Die Frauen haben ihre Haare zu einer Rolle ins Gesicht geformt. Das machen die Berberfrauen. Die kleinste Lokia kann noch nicht laufen, sie krabbelt auf der kiesigen Erde ganz lebensfroh. Die beiden Mädchen haben ihre Haare mit Henna gefärbt. Fdoum und Oma haben ganz schwarze Haare. Die Jungs und auch die Mädchen haben ihre Fingernägel (nur die Spitzen) mit Henna gefärbt. Stolz zeigte uns Mohand seinen selbstgebauten Roller. Er besteht aus Gummirädern (aus einem alten Reifen geschnitten), aus Holz und aus Heringsdosen. Einen Bienenstand baute er auch nach, der ebenfalls aus Holz uns Heringsdosen besteht. Die Kinder spielten Verstecken mit Abklatschen, so wie wir als Kinder. Ach, ist das eine Ruhe hier. Irgendwas hat dieser Ort, der mich in den Bann zieht. Später kamen noch Manfred und Rosita aus GS im geländegängigen Wüstenfahrzeug – den Aufbau hat er selbst gebaut. Er erzählte uns, daß Fdoum eine ganz fleißige Frau ist, die den ganzen Tag arbeite. Mohand geht in die vierte Klasse, Lahcen kommt im Sommer zur Schule. Auf dem Hof und im Zelt rennen Hühner, ein Hahn und Perlhühner herum. Zwei Katzen gibt es außerdem. Nach einem schönen Abendrot in der Wüste ging die Sonne unter, der Mond ging auch so langsam im Westen unter. Er liegt hier auf dem Rücken.

Montag, 19. Februar 2007
36. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Ait Sbaa, bei Thomas auf der Olivenfarm
Wetter: sonnig, 20 Grad, nachmittags bewölkt

Heute Nacht war es sehr kalt. Null Grad zeigte unser Außenthermometer. Als die Sonne am Himmel erschien, erwachte auch wieder unsere „Berber-Familie“. Heute ist Zeit, die Wäsche zu spülen und aufzuhängen, die ich gestern während der Fahrt in der Waschtrommel gewaschen habe. Oma versorgte das Vieh, Fdoum Zelt und Kinder. Mohand ging heute nicht zur Schule, er ist krank und hat Fieber. Dick eingepackt lief er aber doch herum. Fdoum hat einen schlimmen Husten, ich habe sie die ganze Nacht husten hören. Gegen Mittag holte sie die Esel wieder von der Weide. Die Kinder, die gestern zu Besuch kamen, waren die ganze Nacht da. Bei den Nomaden ist es üblich, daß Gäste kommen und übernachten. Franz durfte ihren Fußball wieder aufpumpen, der über Nacht wieder Luft verloren hatte. Gestern brachte Manfred den defekten Lederball von unterwegs mit. Die Kinder hatten die reinste Freude daran. Nachmittags kam Thomas mit einem Ehepaar aus Rich zurück. Gottfried und Renate sind schon seit Jahren in Marokko unterwegs. Thomas führte uns durch das Haus und zeigte uns die Farm. Er heiratet im April eine Marokkanerin. Er wird dann in der Stadt leben, und nur sporadisch auf die Farm kommen. Abends waren wir von Ali ins Zelt eingeladen worden. Nur Renate blieb im Womo. Wir zogen uns dick an, in der Meinung, im Zelt sei es kalt. Dem war es jedoch nicht so. Der Boden des Zeltes wurde gefegt, alles aufgeräumt und der beste Teppich für die Gäste ausgebreitet. Wie im Lavuu der Samis in Lappland gibt es bei den Berbern die gleiche Sitzordnung im Haus. Man zieht sich die Schuhe aus und macht es sich auf dem Teppich neben dem Eingang bequem. Die Hausfrau sitzt gegenüber dem Eingang vor dem Feuer. Eine Gaslampe erhellte das Zelt. Fdoum kochte Minztee für uns, dazu gab es Erdnüsse. Thomas erzählte uns viel aus seinem Leben und seinen Erfahrungen mit den Menschen hier in Marokko. Er erzählte uns auch, daß Oma und Fdoum noch nie weiter wie bis Gourama und Beni Tajjite gekommen sind. Thomas nahm Ali einmal mit nach Rabat. Ali war ganz erstaunt über Teerstraßen, die einen weißen Strich in der Mitte haben. Er meinte, das wäre praktisch, da wüßten die Autos, auf welcher Seite sie fahren müssen. Als er mehr als fünf Autos auf einmal sah, kam er aus dem Staunen nicht mehr raus. Er sieht ja höchstens fünf Autos auf der Straße bei Thomas am Tag vorbeifahren. Das Verkehrsgewühl in den Städten machte ihm Angst. Thomas wollte Ali auch das Meer zeigen und fuhr mit ihm an den Strand. Ali ging weit weg vom Strand und fragte Thomas, was das ist. Thomas meinte, das ist das Meer. Ali hatte noch nie was von einem Meer gehört. Er traute sich auf keinen Steg und nicht nahe ans Wasser. Ali sagte immer „Angst“. Weiter weg vom Meer sammelte er Muscheln, wie die Kinder. Als Thomas mit ihm zum Fischereihafen fuhr, staunte er nur so über die großen Fische. Ali kannte nur Ölsardinen. Er meinte, die Fische sind ja so groß wie Ziegen.
Als Mohand ins Schulalter kam, ging es darum, den Jungen in die Schule zu schicken. Thomas konnte Ali davon überzeugen, daß es wichtig ist, die Kinder in die Schule zu schicken. Die Oma und die Mama waren strikt dagegen, auch der Junge. Thomas sagte, als er Mohand zur Schule fahren wollte, weinte der Junge sehr. Er ließ sich nicht beirren und zog ihn am Arm ins Auto, am anderen Arm zogen Mama und Oma. Thomas schrie, der Junge geht in die Schule, und wenn ich ihn gefesselt hinbringen muß. Letztendlich brachte Thomas den Jungen in die Schule. Drei Tage ging das Theater. Nun ist Mohand in der vierten Klasse und geht richtig gern zur Schule.
Mohands Eltern und Oma sind Analphabeten. Wir fragten Ali, wie alt Fdoum wäre. Er wußte es nicht. Thomas wußte besser bescheid, Fdoum ist 28 Jahre alt. Die Familie hat ein Stammbuch – keiner, außer Mohand kann jedoch lesen. Wie alt die Oma ist, weiß keiner, es gibt keine Aufzeichnungen, sie besitzt auch keinen Paß.

Dienstag, 20. Febnuar 2007
37. Tag

Abfahrt: Ait Sbaa, 9:00 Uhr
Ankunft: Ait Sbaa, 12:30 Uhr
Tageskilometer: 66 km
Route: örtliche, Ait Sbaa – Ait Ouazzag
R 708, Ait Ouazzag – Ait Tajjite
Übernachtung: Ait Sbaa, bei Thomas auf der Olivenfarm
Wetter: Regen, 7 Grad

Heute Morgen fing es an zu regnen. Kalt ist es auch. Gima frißt wieder nicht und schläft nur. Wir mußten wieder zum Tierarzt. Aber erst ging es mit unserem Womo nach Ait Ouazzag. Thomas zeigte uns das Foggarasystem. Das ist noch intakt. Dieser Kanal hat regelmäßige Einstiegsöffnungen, durch die von Zeit zu Zeit ein Mann hinabsteigen muß, um den Kanal freizuhalten. Die Löcher waren gut an den Haufen der aufgeworfenen Erde zu erkennen. Das Wasser wird nach einem genau festgelegten Stundensysem in die Oasengärten geleitet. Dieses System nutzt die 24 Stunden des Tages aus, daß heißt, daß man auch mitten in der Nacht in seinen Oasengarten muß, um die nach diesem Schema verlegten Bewässerungskanäle zu öffnen und zu schließen. Leider war durch den Regen der Weg sehr aufgeweicht und matschig. Die Kasbah im Ort zerfällt auch schon, sie ist nur noch eine Ruine. Auf dem dortigen Friedhof erfuhren wir, daß eine Beerdigung in Marokko keinen Cent kostet. Die Nachbarn heben das Grab aus. Die Gräber haben meist keine Beschriftung. Man erkennt nur an den aufgestellten Steinen an den Grabenden, ob ein Mann oder eine Frau dort beeerdigt sind. Sind die Steine an den Enden parallel zueinander gestellt, ist ein Mann darin beerdigt. Wir fuhren anschließend wieder zu Thomas.
Thomas mußte in Beni Tajjine Zement und sonst noch einige Dinge besorgen. Wir fuhren mit unserem Wohnmobil hinterher, wir mußten mit Gima zum Tierarzt. Beim Veterinär war gleich jemand da. Die Katze bekam eine Aufbauspritze. Mit einem Rezept schickte uns der Tierarzt in die Apotheke, um das Antibiotika zu besorgen. Die hatte es nicht vorrätig, morgen Nachmittag sollte es hier sein, Inchallah! Wir mußten beim Tierarzt nichts bezahlen. Thomas sagte, die Tierärzte sind kostenlos, sie werden vom Staat bezahlt. Wir sind in Ouarzazate also abgezockt worden.
Als wir wieder bei Thomas auf dem Hof waren, wurde Gima wieder lebendig. Nur eine große Beule hat sie am Bauch, die mir Sorgen macht. Da heute in Deutschland Faschingsdienstag ist, habe ich unsere Tierärztin nicht erreicht. Vielleicht ruft sie ja morgen zurück, dann kann ich fragen, was wir noch tun können. Zumindest beruhigt das wieder.

Mittwoch, 21. Febnuar 2007
38. Tag

Abfahrt: Ait Sbaa, 10:00 Uhr
Ankunft: Meski, 16:00 Uhr
Tageskilometer: 241 km
Route: örtliche, Ait Sbaa – Ait Ouazzag
R 708, Ait Ouazzag – Bouanane
N 10, Bouanane – Meski
Übernachtung: Meski, Camping Source Bleue
Wetter: windig, 23 Grad

Die Nacht war sehr stürmisch. Gima hatte Angst und hat sich deshalb ganz nah an mich gekuschelt. Leider frißt sie nicht mehr. Franz hat morgens auf dem Gelände von Thomas den Inhalt der WC´s vergraben. Gottfried und Renate, Manfred und Rosita verabschiedeten sich schon morgens von uns. Franz kaufte bei Thomas noch Olivenöl. Thomas verlangte nichts für den Stellplatz und die Betreuung gestern. Wir stifteten eine Flasche Whisky. Endlich hatte ich die Tierärztin in Deutschland erreicht (gestern wählte ich die falsche Nummer). Sie meinte, wir müßten der Gima die Eiterbeule beim Veterinär aufschneiden lassen und sollten ihn beten, daß er Gima Penicillin verschreibt. Thomas rief im Veterinäramt in Beni Tajjite an, alles schien klar zu sein. Wir fuhren auch gleich los, um noch vormittags alles gut über die Runden zu bringen. Leider hatte Gima Angst vor dem Tierarzt (sie kannte ihn von gestern und der gab ihr eine Spritze, die weh tat) und speichelte sehr. Für den alten Veterinär war das ein Anzeichen für Tollwut. Er rief vorher noch in Ouarzazate bei dem Tierarzt an, der Gima nach dem Biss verarztet hatte. Wir sollten dann noch eine Woche bei Thomas bleiben. Die Katze wird nicht behandelt, nur beobachtet. Sollte sie nach einer Woche noch leben, hätte sie keine Tollwut. Total am Boden zerstört riefen wir wieder unsere heimische Tierärztin an, die das nicht verstehen konnte. Gima ist immer regelmäßig gegen Tollwut geimpft und hat bei einer Titterbestimmung den Wert 10,55 gehabt (5,5 wären üblich). Sie beruhigte uns gleich, Gima kann eigentlich keine Tollwut haben. Sie schleimt wahrscheinlich wegen der Angst oder auch wegen den vielen Schmerzen. Sie riet Franz, die Eiterbeule selbst zu öffnen. Franz nahm das Skalpell, das wir immer an Bord haben, desinfizierte es (Sprühflasche mit Dessinfektionsmittel haben wir immer dabei), nachdem er Gima das Fell von der zu behandelnden Stelle weggeschnitten hatte, und machte den Schnitt. Beide hielten wir Gima fest, die natürlich versuchte zu fliehen und zu kratzen. Mindestens ein ganzer EL Eiter kam schon gleich mal aus der Beule. Wir dessinfizierten die Wunde und verbanden den Bauch der Katze. Wir dessinfizierten alles was wir an Besteck hatten, die Box der Katze, in der die „Operation“ stattfand und warfen alle gebrauchten Tücher in einen separaten Müllbeutel, damit wir ihn ordnungsgemäß entsorgen können. Gima war gleich wieder munter. Sie fraß zwar noch nicht, aber ging schon mal auf die Toilette. Unseren Erfolg teilten wir gleich unserer Tierärztin mit, die uns bat, morgen nochmals den Eiter auszudrücken und neu zu verbinden. Dann sollten wir nochmal bei ihr anrufen. Frau Kämpf empfahl uns noch, der Gima eine halbe Paracetamol einzuflößen, das jedoch nicht gelang. Nun muß man an die Selbstheilungskräfte glauben. Gima verhielt sich während der Autofahrt zur Source Bleue in Meski wie sonst auch. Unterwegs aß sie schon mal fast ein ganzes Katzenstäbchen. Auf dem Campingplatz aß sie auch einiges von einer Dosenschinkenwurst. Ihr eigenes Futter schmeckte ihr nicht. Danach legte sie sich wie jeden Tag hin und schlief entspannt. Heute werden wir beten, daß Gima es schafft gesund zu werden, und daß die Amtstierärzte nicht recht haben mit der Diagnose Tollwut.

Donnerstag, 22. Febnuar 2007
39. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Meski, Camping Source Bleue
Wetter: sonnig, 22 Grad

Die Nacht verlief für die Katze und uns ruhig. Gima futterte Dosenwurst und Stäbchen. Um 9:00 Uhr riefen wir bei unserer Tierärztin an, um zu berichten, daß Gima frißt und sonst auch mobil ist. Wir hatten Gima die offene Wunde immer verbunden. Das war falsch. Die Wunde muß austrocknen. Es macht nichts aus, wenn die Katze daran rumschleckt, die Magensäure der Katzen vernichtet die Bakterien. Wir sollten noch Wundheilsalbe verwenden, sonst nichts. Wundheilsalbe hatten wir nicht, wir können die Ringelblumensalbe von Franz verwenden. Als wir Gima den Verband lösten, fing sie plötzlich an, viel Wasser zu trinken. Schon seit Jahren trinkt sie kein Wasser mehr. Welch ein Wunder. Dann fing sie plötzlich an, ihre Wunde zu lecken. Ein gutes Zeichen. Sie leckte den ganzen Tag. Durch die Massage mit ihrer Zunge drückte sie den ganzen Eiter aus der Wunde. Zu Mittag kochte ich Rindersteaks. Für Kyma machte ich ein ungewürztes. Ganz gierig verzehrte sie das ganze Stück. Dann legte sie sich wieder nieder und leckte an ihrer Wunde. Nachmittags holte sie ihren Schlaf nach, den sie sonst am Vormittag machte. Ihr Katzenfutter mag sie immer noch nicht. Mit Dosenwurst fütterten wir sie zum Abend, die sie wieder ganz gierig in größeren Mengen aß. Am Vormittag gingen wir außerhalb des Campingplatzes in den Supermarkt und kauften Brot, Wasser und Toilettenpapier. Der Kaufmann sprach sehr gut deutsch. Er meinte, arabisch zu lernen ist gar nicht schwer. Er hat deutsch gelernt, in dem er sich jeden Tag ein anderes Wort eingeprägt hat. In einem Jahr, sagt er, konnte er sich schon gut in Deutsch verständigen. Er fragte uns, wo wir aus Deutschland herkommen. Als wir sagten aus Bayern, meinte er, wir wären die Berber von Deutschland. Am Nachmittag unternahmen wir einen Spaziergang in die Oase. Wir gingen direkt vom Campingplatz hinunter durch die Oasengärten ins malerische Ziz-Tal, wo die Frauen im Fluß Wäsche wuschen und die Bauern die Felder bestellten.
Die Quelle oberhalb des Ziz-Flusses fließt durch mehrere Steinbecken, die als Schwimmbad genutzt werden, in die Oasengärten. Entlang der Becken mit klarem, kaltem Wasser wachsen Dattelpalmen.
Auf der anderen Seite des Flusses ist die halbverfallene Kasbah Meski zu sehen.

Freitag, 23. Febnuar 2007
40. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Meski, Camping Source Bleue
Wetter: sonnig, 27 Grad

Wir entschlossen uns kurzfristig, noch einen Tag in Meski zu bleiben, damit Gima noch die nötige Ruhe hat, die sie zur Genesung braucht. Seit gestern Abend ist ihre Wunde trocken, sie leckt nicht mehr. Die Nacht verbrachte sich schlafend wie immer, sogar ihre nächtlichen Essenszeiten hielt sie ein. Sie frißt auch wieder Katzenfutter. Für uns ist es sehr beruhigend, daß sie nun auch noch zusätzlich Wasser trinkt. In der Wüste ist es trocken, auch wir haben einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Franz rief Thomas an, um ihm zu berichten, daß es der Katze besser geht, was ihn freute. Mohammed und Abdul hatten Grüße an ihn ausrichten lassen. Thomas kommt am Montag nach Merzouga, wo wir uns nochmals treffen werden.
Im angrenzenden Restaurant waren wir zu Mittag essen. Es gab Tajine. Zuvor hatten uns die lästigen Souvenierjäger eingefangen. Wir nutzten die Gelegenheit unserer Tierärztin als Dankeschön ein Teetischchen zu besorgen. Sie hatte davon sehr geschwärmt, als wir ihr erzählten, daß wir nach Marokko fahren. Erst wollte ein Händler 80 Euro dafür, bei einem anderen bekamen wir es um 23 Euro. Der Trick, ich behauptete, in Rabat im Suq wäre mir eines um 20 Euro angeboten worden. Für uns wäre es kein Problem, bei der Vorbeifahrt noch eins zu besorgen. Das lästige handeln blieb uns so erspart.

Samstag, 24. Febnuar 2007
41. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Meski, Camping Source Bleue
Wetter: sonnig, 25 Grad

Gima geht es schlechter, wir bleiben deswegen hier. Sie frißt und trinkt kaum und schläft sehr viel. Man merkt, ihr Körper kämpft mit dem Gift im Blut. Wenn sie wach ist, ist sie an allem sehr interessiert, was uns wiederum beruhigt. Sie hat aber ganz schön abgenommen. Am Nachmittag stellte ich sie mit der Box ein wenig ins Freie, das sie sehr genoss. Heute war es auf dem Campingplatz nicht ganz so langweilig, einige Deutsche gesellten sich zu uns. Ein Ehepaar aus Weilheim kam vorbei und berichtete von ihren Erlebnissen. Wir haben im Moment keine Lust mehr auf Marokko, zu sehr wiegt die Fehldiagnose und das Nichthelfen des marokkanischen Veterinärs. Wir hätten nicht gedacht, so alleine mit einem Problem in Marokko gelassen zu werden. Der Campingplatz war heute überhaupt sehr voll. Wie wir erfuhren, gab es in der Wüste Wind, da flüchteten viele Womofahrer. Von Abdul, einem Händler vor den Toren des Campingplatzes erfuhren wir, daß die Franzosen keine Souveniers kaufen. Gestern war für die Händler ein großer Tag, waren doch viele Deutsche auf dem Platz, denen man so einiges andrehen konnte. Abdul nennt uns immer Freunde, weil wir Thomas kennen. Er wollte uns Brot schenken. Wir haben genügend Brot gekauft. Überhaupt zehrt die Erkrankung Gimas so sehr an unseren Nerven, so daß wir nur noch einmal am Tag essen. Für uns ist es nicht schlecht, mal eine zeitlang sich auf Sparflamme zu ernähren. Wenn wir nur der Gima von unseren überflüssigen Pfunden etwas geben könnten.

Sonntag, 25. Februar 2007
42. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Meski, Camping Source Bleue
Wetter: sonnig, 27 Grad

Gyma frißt nicht, sie muß zum Essen gezwungen werden. Sie aß nur wieder Gelee. Franz schlief wieder im Austragsbett, Gima legte sich zu mir. Sie ist eigentlich immer am schlafen. Wir stellten sie wieder in der Box vor die Tür. Neugierig betrachtete sie ihre Umgebung. Vormittags kam Thomas mit seinem Mitarbeiter Ali aus der Wurstproduktion. Ali ist 19 Jahre alt und macht bald das Abitur. Sein Vater war beim Militär in Rabat stationiert. Als er sich bei einem Fallschirmabsprung schwer verletzte, zog die Familie wieder nach Rich. Ali, der Vorarbeiter von Thomas ist der Vetter von ihm. Kennengelernt hatten sie sich allerdings erst bei Thomas. Thomas betrieb damit auch erfolgreich Familienzusammenführung. Thomas sah sich unsere Katze an und meinte, so sieht keine Katze aus die Tollwut hat. Thomas ist unterwegs nach Erfoud und Merzouga, um seine Kamelwurst und Öl auszuliefern. Wir kauften auch Kamelwurst. Sie schmeckt lecker, in etwa so, wie bei uns Landjäger. Thomas hatte nicht lange Zeit, denn es ist auch nicht förderlich, in der Hitze die Wurst im Auto spazieren zu fahren, auch wenn sie in Kühlboxen verpackt ist. Den ganzen Tag lümmelten wir auf dem Campingplatz herum. Franz unterhielt sich lange mit unseren Stellplatznachbarn, die aus BGL waren. Am Abend gingen wir wieder Tajine essen ins Restaurant. Zum Abendbrot strichen wir Katzenfutter mit Gelee durch ein Sieb, damit hatte sie wenigstens etwas mehr Grundlage für die Nacht.

Montag, 26. Febnuar 2007
43. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Meski, Camping Source Bleue
Wetter: sonnig, 27 Grad

Um 22 Uhr kam unsere Katze von ganz alleine wie gewohnt ins Bett und schleckte nochmals an ihrem „Brei“. Wir waren hundemüde und haben tief geschlafen, bis Gima mich um 5 Uhr morgens weckte. Sie schnurrte, wie schon lange nicht mehr und forderte ihre Streicheleinheiten. Sie hatte Hunger, verdrückte ein Katzenstäbchen und noch ein Teil einer Tüte Katzenfutter. Beim Fressen schnurrte sie munter weiter. Anschließend ging sie zur Toilette und schlief bis zum Aufstehen. Sie ist ziemlich munter. Die Wunden waren am morgen eigentlich ganz zu, sie schleckte später daran, wobei sie sich wieder öffneten. Es muß wohl so sein. Jedenfalls hat sich unsere Stimmung verändert. Ich glaube schon, daß wir doch noch Gefallen haben werden, uns in Marokko noch ein wenig umzusehen. Später kam noch ein Ehepaar aus Neuwied auf den Campingplatz. Sie sind schon zum zweiten Mal in Marokko. Sie benutzen immer die Fähre von Séte nach Tanger. Die Fährgesellschaft Comarit hat neue Schiffe. Die Katze kann man problemlos mit in die Kabine nehmen. Die beiden waren im letzten Jahr in Tunesien. Wenn man gerne alleine reist, und nicht die Massen von Womos sucht, wäre man im richtigen Land. Muß mir mal den Reiseführer der Erika Därr über Tunesien besorgen, vielleicht wäre das auch mal eine Möglichkeit, die kalten Wintermonate dort zu verbringen. Heute gingen wir noch zu Abdul uns die Wasserpfeife für unsere Nachbarn zu besorgen. Bei Tee wurden wir uns bald über den Preis einig. Als die Sonne schon hinter den Palmen verschwunden war – ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen – wackelte der Campingwärter sturzbesoffen über den Platz. Wer dem wohl den Alkohol besorgt hat?

Dienstag , 27. Febnuar 2007
44. Tag

Abfahrt: Meski, 9:00 Uhr
Ankunft: Ait Sbaa, 12:30 Uhr
Tageskilometer: 167 km
Route: N 13, Errachidia – Ait Koujmane
R 708, Ait Koujmane – Ait Sbaa
Übernachtung: Ait Sbaa, bei Thomas
Wetter: sonnig, 26 Grad

Heute hatten wir bei herrlichem Bilderbuchwetter eine tolle Fahrt zu Thomas. Die Berge entlang des Ziztales hatten nach dem Regen letzter Woche ein gelb-grünes Kleid bekommen. Die Strukturen der Felsformationen kamen dabei besonders gut zur Geltung. Als wir bei Thomas ankamen – Thomas ist noch ein paar Tage in Errachidia – wurden wir gleich wieder von Ali und seiner Familie empfangen. Kyma ist heute so fit – die ganze Nacht war sie am Fressen – sie wollte gleich mit Franz an die frische Luft. Später kamen noch Dieter und Waltraud dazu, sie standen in Meski seit zwei Tagen neben uns. Ali sperrte gleich das Haus auf und Franz führte sie durch die „Kasbah“. Wir stellten uns mit dem Womo vor die betonierte Fläche am Hauseingang und hatten somit eine wunderschöne Terrasse zum raussitzen. Eine ganz dämliche Pute leistete uns Gesellschaft. Sie ist liebeskrank, denn sie hat keinen Puter. Franz streichte ihr übers Gefieder, da ging sie gleich in Stellung. Und so blieb sie dann. Als wir zu den Quellen des Ait Aissa wanderten, folgte sie uns ein ganzes Stück. Die kleine Oase ist gesäumt von Oleanderbüschen. Als wir wieder zurückkamen, kam ein holländisches Pärchen, sie wollten Thomas besuchen. Da Thomas nicht da ist, übernahm Franz die Führung durchs Gelände. Wie sich bald herausstellte, war der junge Mann von Beruf Tierarzt. Er sah sich Gima an und meinte, sie sei in Ordnung. Die Wunde wäre schön verheilt. Als es schon dunkel wurde, kam Ali, uns ins Zelt zum Tee einzuladen. Ich lag schon im Bett, Franz ging mit Dieter und Waltraud zu den Nomaden. Dort war es sehr gemütlich. Franz brachte Kleingebäck als Gastgabe mit. Die Oma gab diese gleich in den Vorratsbeutel, natürlich nicht, ohne vorher ein Teil an die Kinder verteilt zu haben. Fdoum zeigte ihren Berberschmuck, den sie selbst macht. Franz fotografierte diese schönen Perlenketten.

Mittwoch, 28. Febnuar 2007
45. Tag

Abfahrt: Ait Sbaa, 8:45 Uhr
Ankunft: Merzouga, 15:00 Uhr
Tageskilometer: 325 km
Route: R 708, Ait Sbaa – Bouanane
N 10, Bouanane – Meski
N 13, Meski – Merzouga
Übernachtung: Merzouga, Kasbah Mohayout
Wetter: sonnig, 30 Grad

Von Fdoum konnte ich einen selbstgemachten Berberschmuck abkaufen. Sie freute sich sehr über das Interesse. Als ich Ali das Geld gab, kam Oma sofort und nahm ihm dieses ab. Ali erklärte uns, das ist Frauenarbeit, das Geld bekommen die Frauen. Auch Waltraud kaufte eine Kette ab, die allerdings noch nicht ganz fertig war. War kein Problem, denn Waltraud und Dieter bleiben noch einen Tag in Ait Sbaa. Sie haben bei Fdoum auch selbstgebackenes Brot bestellt. Wir fuhren bald weiter, denn heute war ja der Termin beim Veterinär. Gima brachten wir gar nicht mehr in sein Sprechzimmer. Franz holte den Arzt zum Womo, dort konnte er die Katze begutachten. Er freute sich sichtlich, daß es der Katze wieder gut geht. Heute war der ältere Veterinär nicht hier, nur der junge. Der hätte Gima letzte Woche auch geholfen. Nur der alte Herr entschied, die Katze wird nicht angerührt, sondern unter Quarantäne gestellt. Nun gab uns der junge Tierarzt heute noch Material zur Wundpflege mit. Wir brauchen das allerdings nicht mehr. Gleich anschließend fuhren wir wieder bestens gelaunt nach Merzouga.
Hinter Errachidia führte die Route durch eine trockene Ebene mit Streusiedlungen. Von der Straße aus ahnt man nicht, daß sich der Oued Ziz sein Bett tief in die Wüstenebene „gefressen“ hat.
Wir machten Halt beim Parkplatz mit Aussichtspunkt auf das Ziz-TalDer Oued Ziz fließt in einem tiefen Taleinschnitt mit grünen Oasengärten, Palmen und Lehmdörfern. Entlang des Ziz-Tales führte nun die Straße hinein in das Gebiet des Tafilalet und nach Erfoud.
Von Erfoud aus ging es an den Palmenhainen entlang auf der breiten N 13 nach Rissani. Rissani liegt am Rande der Wüste. Ins Zentrum von Rissani gelangt man durch ein schönes Stadttor. Am Ortsende bogen wir auf die Teerstraße nach Merzouga ab. Ab hier beginnt die Wüste. In der Ferne ist der Erg Chebbi auszumachen. Heiß brannte die Sonne vom Himmel. Wir fanden auch gleich den Abzweig zur Kasbah Mohayut. Im Hof vor der Kasbah bekamen wir einen Stellplatz. Wir besichtigten den romantischen Gebäudekomplex. Sie war auch von den Überschwemmungen im letzten Jahr betroffen, ist aber weitgehend wieder repariert. Einige Handwerker zogen noch Mauern in Lehmbauweise hoch. Im hinteren Teil der Anlage standen viele Womos. Sie gehörten zur Payne-Reisegruppe. Drei große Fahrzeuge standen vor dem Gebäude, sie hatten keinen Platz mehr im hinteren Teil. Die Leute waren traurig, daß sie drei Tage lang von den anderen Teilnehmern abgeschnitten sind. Wir bestellten die Menüs für den Abend. Wenn man in der Kasbah ißt, kann man umsonst mit dem Womo übernachten. Es gab Tomatensuppe mit Graupen, warmen Salat, Kalia (eine Spezialität der Region) und Dessert. Vor dem Essen filmten wir noch den Sonnenuntergang über den Dünen.


Donnerstag, 1. März 2007
46. Tag

Abfahrt: Merzouga, 9:15 Uhr
Ankunft: Tirourine, 13:00 Uhr
Tageskilometer: 210 km
Route: N 13, Merzouga – Rissani
N 12, Rissani – Tirourine
Übernachtung: Tirourine, Camping im Garten einer Berberfamilie
Wetter: sonnig, 30 Grad

Am Morgen ist es sehr schön auf den Dünen des Erg Chebbi. Touristen kamen auf Kamelen aus den Dünen. Wir wanderten etwas auf die Sandverwehungen, um schöne Fotos zu schießen. Im Sand konnte man viele Spuren von Kleintieren und Vögeln ausmachen. Leider konnte man in der Kasbah nicht entsorgen. Wir vergruben unsere Sch…. in der Wüste. Das wurde uns von den Tuaregs in der Kasbah empfohlen. Entlang der N 12 blühte die Wüste in schönem Gelb unterbrochen von einigen lilablühenden Stauden. Die landschaftlich schöne Strecke, die zwischen Djabal Sarhro und der Sahara nördlich der algerischen Grenze verläuft, ist weniger frequentiert als die Straße der Kasbahs. Es kamen kaum Womos entgegen. In Tirourine liegt linker Hand ein kleiner Campingplatz. Von der Straße aus ist er kaum auszumachen. Das kleine handgeschriebene Schild war nicht gleich zu erkennen, wir mußten hart bremsen, um nicht am Platz vorbeizufahren. Ein Junge winkte uns hinein und holte gleich einen jungen Mann. Er spricht gut englisch. Über einen kleinen Graben fuhren wir in den Palmengarten. Als Kinder aus der Umgebung zum Betteln kamen, wurden sie gleich fortgeschickt. So konnten wir in aller Ruhe den Tag genießen. Gegen Abend kam der „Patron mit seiner Patrona“.

Freitag, 2. März 2007
47. Tag

Abfahrt: Tirourine, 9:00 Uhr
Ankunft: Zagora, 11:30 Uhr
Tageskilometer: 129 km
Route: R 108, Tirourine – Tansikht
N 9, Tansikht – Zagora
Übernachtung: Zagora, Camping Le Jardin
Wetter: sonnig, 31 Grad

Der Patron kassierte am Morgen die Campinggebühr. Da er kein Kleingeld hatte, behielt er einfach die 50 DH. Dafür verabschiedete er sich sehr freundlich von uns. Die Landschaft bis zum Draatal war wüstenartig. Es waren viele Kinder auf der Straße, die in die Schule gingen. Die letzten 15 km der R 108 waren nur einspurig geteert. Im Draatal veränderte sich plötzlich die Landschaft. Die gute Teerstraße führt landschaftlich sehr schön entlang der Oued Drâa. Der Fluss ist von einem breiten Palmenband gesäumt, und führte Wasser bis Zagora. Viele schöne Kasbahs standen am Straßenrand. Die große Garnisonstadt Zagora, die am Rande der Wüste liegt, erreichten wir gegen Mittag. Unterwegs schwärmte jemand vom schönen Campingplatz Le Jardin. Er war ganz leicht zu finden. Der Platz ist nicht allzu groß, wir wurden freundlich empfangen. Das Ehepaar aus Weilheim trafen wir hier wieder. Sie fuhren allerdings gleich weiter Richtung Ouarzazate. Da freitags die Geschäfte erst wieder um 17 Uhr öffnen, sind wir spät losgezogen um einzukaufen. Vorher gingen wir noch in die Internet-Boutique, unsere E-mails zu lesen. Risto schrieb, daß er mit Raita nach Teneriffa geflogen ist. Er meint, so weit weg von uns befindet er sich ja gar nicht. Wie recht er hat. Hier in Marokko gibt es jeden Tag Hitze mit + 30 Grad und mehr und in Karelien kämpften die Menschen mit ungewöhnlich niedrigen Temperaturen von –40 Grad in der Nacht. Wir besorgten uns noch in der Markthalle Gemüse und Obst, tranken Tee und schlenderten durch die Stadt. Zagora wird von zwei Hausbergen dominiert. Es gibt mehrere Campingplätze. Ein Ehepaar kam noch spät mit dem Fahrrad am Campingplatz vorbei. Sie hatten ihr Womo im Camping Amazrou stehen. Sie meinten der Camping Le Jardin wäre der schönste Platz, dann folgt gleich Camping Amazrou.

Samstag, 3. März 2007
48. Tag

Abfahrt: Zagora, 8:45 Uhr
Ankunft: Tabourath, 16:00 Uhr
Tageskilometer: 249 km
Route: N 9, Zagora – Anagame
N 9, Anagame – Tazenntoute
N 9, Tazenntoute – Tabourath
Übernachtung: Tabourath, Camping Tissa
Wetter: sonnig, 31 Grad

Eigentlich wollten wir wegen der Hitze heute früher los. Es hat nicht so ganz geklappt. Erst wollten wir bis M`hamid fahren, haben aber nach 25 km wieder kehrt gemacht. Zu heiß war es schon am Vormittag. Außerdem wurde die Teerstraße ab Tamegroute einspurig. Viele Jeeps und Lkw`s kamen uns entgegen, dauernd hieß es ausweichen. In Tamegroute warfen wir noch die letzten Postkarten ein. Die Route ab Zagora führte durch eine Steinwüste, die vereinzelt mit Sanddünen durchzogen war. Viele Menschen waren in Richtung Zagora auf Eseln unterwegs. Ich nehme an, daß sie auf den Markt wollten, der morgen in Zagora stattfindet. Der Markt ist bekannt, er soll sehr schön sein. Es gibt einen Eselsparkplatz, auf dem viele Esel parken. Manchmal werden einfach Eselmann und Eselfrau nebeneinander geparkt, mit der Absicht, guten Nachwuchs zu bekommen. Auf dem Markt wird auch mit Eseln gehandelt. Von Zagora aus fuhren wir wieder zurück nach Tazzarine, bogen aber nicht ab, sondern blieben auf der N 9.
Bis Agdz ging es durch das Drâatal, das landschaftlich recht abwechslungsreich und schön ist. In Agdz genehmigten wir uns einen „Berber-Whisky“. Im selben Restaurant besorgten wir uns ein gegrilltes Hähnchen mit Pommes. Dies verzehrten wir im Womo. Etwa 2 km von Agzd entfernt fanden wir einen schönen Rastplatz für die Mittagspause.
Weiter ging es durch eine flache Steinwüste, doch bald wand sich die Straße durch schwarzes und rotbraunes Bergland. In Serpentinen geht es bergauf zum Tizi-n-Tinifif. Der Pass liegt auf 1 660 m Höhe. Wieder in Serpentinen geht es runter, bevor es dann wieder auf 1 300 m Höhe geht. Von dort aus hatte man einen schönen Blick auf Ouarzazate und das Dráatal.
Ouarzazate ist uns noch in unangenehmer Erinnerung, deshalb bogen wir links ab Richtung Marrakesch. Vor dem Abzweig nach Ait Benhaddou in Tabourath fanden wir einen schönen, ruhigen Campingplatz, der Tissa heißt. Eine gute Ausgangsposition für den Besuch der Kasbah Ait Benhaddou.

Sonntag, 4. März 2007
49. Tag

Abfahrt: Tabourath, 8:15 Uhr
Ankunft: Marrakech, 15:45 Uhr
Tageskilometer: 240 km
Route: N 9, Tabourath – Marrakech
N 8, Marrakech – Campingplatz
Übernachtung: Marrakech, Camping Ferdaous
Wetter: sonnig, 35 Grad

Letzte Nacht soll es eine Mondfinsternis gegeben haben. Um 22:30 Uhr sah ich mal nach oben, der Vollmond schien wie immer. Als ich Kyma um 1:00 Uhr Futter gab, war der Mond wieder voll zu sehen. Wie uns andere vom Platz sagten, fand in der Zwischenzeit die Mondfinsternis statt. Wir machten uns gleich frühmorgens auf zur Kasbah Ait Benhaddou. Leider führte der Fluß zuviel Wasser, man konnte nicht zu Fuß zum Weltkulturerbe gelangen. Auf dem Maultier wollten wir es nicht wagen. Wir filmten und fotografierten vom gegenüberliegenden Ufer und sparten uns einen Besuch der Kasbah für ein anderes Jahr auf. Viele Händler säumten den Weg zum Fluß, jeder wollte verkaufen. Sie sagen zwar immer „nur schauen“, drängen aber dann doch zu kaufen. Bei herrlichem Sonnenschein und noch erträglichen Temperaturen ging es nun in Richtung Atlas-Gebirge.
Weiter geht es auf der Passtrecke Tizi-n-Tichka. Im Café/Restaurant Tichka genehmigten wir uns einen Café-au-lait. In den Flusstälern ist es grün, die Berghänge sind kahl und schroff. Hier befindet sich die barriere de neige – d. h. dass im Winter nach Schneefällen die Straße zeitweise gesperrt sein kann. Wir hatten freie Fahrt, weit und breit nichts von Schnee zu sehen. Auf etwa halber Strecke nach Marrakech war der Tizi-n-Tichka in einer Höhe von 2 260 m endlich erreicht. Hier haben sich Fossilien- und Mineralienhändler neben einem Café aufgestellt. Von einem älteren Mann, der nur noch zwei Zähne hatte, erstanden wir eine Kobaltdruse. Er wollte utopische 500 DH, für 100 bekamen wir sie letztendlich. Der sehr schön gelegene Weiler Taddert bot einen fantastischen Blick in das Tal des Oued Tazlida. In der Nähe des Dorfes Aghablouh machten wir Pause. Gima wälzte sich in der roten Erde und sah total verändert aus. Ganz unschuldig sah sie uns an, als wir meinten, wie sie denn aussieht. Franz dokumentierte die „gefärbte Gima“ per Foto
Weiter gings bergab, entlang aufgeforsteter Vorgebirgshänge und Felder. In der Haouz-Ebene; sind vereinzelt Palmen zu sehen. Von der N 9 bogen wir auf die N 8 Richtung Casablanca ab. Die Straße ist durch den Norden Marrakech´s gut zu befahren. Leider fuhren wir erst einmal am Campingplatz vorbei, der 13 km nach Marrakech auf der Straße nach Casablanca auf der linken Seite liegt. Wir fuhren wieder die 10 km zurück, die wir zu weit gefahren sind, und fanden dann auf Anhieb den Platz. Im Dunst bot sich einen fantastischen Blick zurück auf die am Horizont schneebedeckten Berge des Hohen Atlas. Auf dem Campingplatz gibt es sehr viele Pfauen, die einen Heidenkrach machen.

Montag, 5. März 2007
50. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Marrakech, Camping Ferdaous
Wetter: sonnig, 30 Grad

Gestern Abend kam noch etwas Wind für ein paar Stunden auf, der von der Hitze des Tages etwas nahm. Heute Morgen haben wir uns an einen schattigen Stellplatz gestellt. Franz konnte Gas auffüllen lassen. Ein Taxi kam und holte gegen Mittag die leere Gasflasche und brachte sie gegen Abend gefüllt wieder zurück. Wir fuhren um 14 Uhr mit dem Shuttle-Kleinbus in die Medina von Marrakech. Vor dem Eiscafe Venecia wurden wir abgesetzt und gegen 18 Uhr wieder abgeholt. Der Service war günstig, wir bezahlten für zwei Personen hin- und zurück nicht mal 4 Euro. Leider hatten wir am Campingplatz unseren Reiseführer vergessen. Das war kein Problem, wir ließen uns einfach mit der Kutsche an den Sehenswürdigkeiten vorbeifahren. Wir handelten den Preis von 250 DH auf 180 DH herunter. Wir waren nur zu zweit in der Kutsche, das zum filmen und fotografieren nur von Vorteil war. Als wir von diesem „Ausflug“ wieder zurück zum Jemaa-el-Fna kamen, wurden die Garküchen für den Abend angeliefert. Wir schlenderten durch den Suq. Der Suq von Marrakech ist sehr schön. An einem Stand wurden für 100 DH die kleinen süßen Gebäckstückchen pro Kilo verkauft. Der Verkäufer füllte noch etwas drauf, die Schachtel war ganz gefüllt. Vorher durften wir noch probieren soviel wir wollten. Alle Händler wollen ihre Waren an den Mann bringen, alles ist „billig“. Wir erstanden noch 2 CD´s mit marokkanischer Instrumentalmusik. Vor Sonnenuntergang waren wir wieder am Campingplatz. Um 20 Uhr fuhren wir wieder Richtung Marrakech zu Chez Ali um die Fantasia-Show anzusehen. Unser Fahrer vom Nachmittag hatte wohl keine ganze Gruppe zusammengebracht und uns für 35 Euro pro Person dieses „Spektakel“ angeboten. Wir sind froh, dieses Angebot angenommen zu haben. Wir fuhren vor einem Palast vor. Vor dem Eingang hatten Reiter mit ihren Pferden und ihren Feuerwaffen ein Spalier gebildet. Wir durften fotografieren. Durch ein prächtiges Tor im orientalischen Stil ging es in einen Hof. Im Eingang zum Palast wurden wir von zwei Damen empfangen, das obligatorische Foto wurde gemacht. In einem Raum, der einer Höhle nachempfunden ist, waren verschiedene traditionelle Hochzeitskleider ausgestellt. Über eine Treppe gelangte man zu einer Aussichtplattform, von wo aus man einen schönen Blick über den Hof und den Palast hatte. Dann wurden wir in einen Raum geführt, in dem das Bild des Gründers der Anlage hing. Ali hat innerhalb von 27 Jahren auf 10.000 qm Grund diese schöne Anlage gebaut. Jeder Jahr wurde der Fortgang der Arbeiten per Foto dokumentiert. Anschließend ging es durch ein Tor in einen Garten, in dem viele prachtvolle Zelte aufgebaut sind. Verschiedene Musikgruppen aus verschiedenen Regionen Marokkos begrüßten uns. Wir wurden zu einem der Zelte geführt und bekamen einen schön gedeckten Tisch (mit Stoffservietten) zugeteilt. Dann konnte das Mahl beginnen. Erst wurde Suppe serviert, dann etwas vom gegrillten Hammel, anschließend ein köstlicher Couscous und Obst als Dessert. Als Abschluß gab es noch einen Minzetee. Während des Essens kamen die verschiedenen Musikgruppen an den Tischen vorbei und präsentierten Tänze und Lieder. Als wir gegessen hatten, gings zur Arena. Teppiche waren auf den Rängen ausgebreitet, auf denen man sich niederließ. Dann begann die Show. Reiter zeigten ihre Kunststücke auf den Pferden, ein Reiter kam auf dem Esel angeritten und zeigte seine Kunststücke. Das ganze wurde durch eine Lichtshow so in Szene gesetzt, man wähnte sich im Orient des „Ali Baba“. Als dann noch ein Prinzenpaar auf einem fliegenden Teppich über der Arena zu sehen war, war das Gefühl von Tausendundeiner Nacht perfekt. Anschließend kamen wieder Reiter auf ihren Pferden und schoßen lautknallend in die Luft. Später wurde eine Prinzessin auf einem Kamel hereingebracht – das Kamel hatte einen Sattel mit einem Baldachin darüber – welche einen Bauchtanz zum Besten gab. Der Abend hatte uns verzaubert. Um Mitternacht waren wir wieder auf dem Campingplatz.

Dienstag, 6. März 2007
51. Tag

Abfahrt: Marrakech, 9:00 Uhr
Ankunft: Ouzoud, 15:00 Uhr
Tageskilometer: 215 km
Route: N 8, Marrakech – Tamelelt
Örtliche, Tamelelt – Sidi Rabhal
R 210, Sidi Rabhal – Demnate
R 304, Demnate – Ait Taguelle
1811, Ait Taguelle – Ouzoud
Übernachtung: Ouzoud, kleiner Camping bei den Wasserfällen
Wetter: sonnig, 30 Grad

Nach der kurzen Nacht fuhren wir am Morgen zu Marjane einen Großeinkauf zu tätigen. Der Supermarkt war bald gefunden, er liegt vom Campingplatz aus nach dem ersten Kreisverkehr Richtung Marrakech. Mit einem Café-au-lait gestärkt, fuhren wir in Richtung Wasserfälle von Ouzoud. Aus Marrakech kamen wir ohne Probleme heraus. Wir wollten eigentlich auf die R 208 Richtung Azilal abbiegen. Wir bogen allerdings zu früh von der Nationalstraße ab und kamen nach Demnate. Demnate ist ein großer Ort, allerdings auch ziemlich schmutzig. Bei Demnate fanden wir einen schönen Platz für die Mittagspause. Dann ging es weiter zu den Wasserfällen. Die Strecke in Richtung Ouzoud ist sehr schön. Riesige Kakteenpolster wuchsen an den roten Hängen. In Ouzoud waren wir auf der Suche nach dem Camping nature zu weit gefahren und ein Stück ins Bergland gelangt. Die Strecke war schön, wir wollten jedoch die Cascades sehen und drehten deshalb wieder um. Für die Übernachtung fanden wir einen kleinen sauberen Campingplatz. Zu uns gesellten sich noch Franzosen, die aus der Nähe von St.-Etienne sind. Beide sprechen deutsch. Die Mutter der Madame war Deutsche. Eine Tante lebt in Isny. Mit der Mutter kamen sie oft ins Allgäu. Vor sechs Jahren starb die Mutter und die Ausflüge nach Deutschland sind nun auch vorbei.

Mittwoch, 7. März 2007
52. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Ouzoud, kleiner Campingplatz bei den Wasserfällen
Wetter: sonnig, 30 Grad

Am Morgen machten wir uns auf zu den „Cascades“. Die Wasserfälle Cascades d`Ouzoud sind die eindrucksvollsten von Marokko, besonders in regenreichen Jahren. In der Nähe gibt es mit Wasser betriebene Getreidemühlen, die heute noch in Betrieb sind. In den umliegenden Bergen gibt es noch Affen. Über viele Treppen gelangt man in die Schlucht. Den Weg säumen viele Souvenierhändler und viele Restaurants. Auf halber Strecke waren Berberaffen zu sehen. Ein Berberaffe fand einen Spiegel und betrachtete sich immer darin. Das war ein schönes Bild. Ganz unten führt eine Eisenbrücke über das Wasser. Die Brücke ist schon total durchgerostet, man muß sehr darauf achten, wohin man tritt. Für diese Tour benötigten wir gut 90 Minuten. Heute werden wir uns noch ein wenig erholen, bevor es morgen wieder weiter Richtung Norden geht. Gegen Abend waren wir bei Bernard und Sonja zum Aperetif eingeladen. Wir haben uns in deutsch und französich unterhalten und dabei festgestellt, daß wir im gleichen Alter sind. Die Adressen haben wir natürlich auch ausgetauscht. Die Beiden wollen morgen Richtung Rabat fahren, wir werden uns also trennen. Heute Abend waren sie erst einmal zu Couscous eingeladen.

Donnerstag, 8. März 2007
53. Tag

Abfahrt: Ouzoud, 8:45 Uhr
Ankunft: Ouaoumane, 13:45 Uhr
Tageskilometer: 199 km
Route: örtliche, zurück zur R 304
R 304, Kreuzung – Azilal
R 301, Azilal – Bin-el-Ouidane – Afourer
N 8, Afourer – Ouaoumane
Übernachtung: Ouaoumane, Stellplatz am Stausee
Wetter: sonnig, 28 Grad

Bernard und Sonja verabschiedeten sich schon sehr früh von uns, sie haben 300 km bis zum nächsten Campingplatz vor sich. Gestern Abend die Einladung zum Couscous war ein Reinfall. Erstens sollten sie im Restaurant bezahlen – was ja keine Einladung ist. Dann sahen sie auch noch einen Vogel, der es sich auf dem Salat gemütlich machte. Sie verzichteten auf Couscous. Eine wunderschöne Fahrt lag vor uns. Über Azilal gings nach Afourer und weiter über Beni-Melal bis zum Stausee bei Ouaoumane.
Bei Azilal konnten wir einige gute Beispiele der Wohn- und Speicherburgen am Nordabhang des Hohen Atlas sehen, die Tighrems. Diese mächtigen, quadratischen Gebäude sind aus Stein oder Lehm gebaut, haben an den Ecken hohe Wachtürme und nur einen Eingang. In der Mitte gibt es einen Patio, um den herum die Vorratsräume, Stallungen und die Küche untergebracht sind. In den oberen Stockwerken liegen weiterer Vorrats- und Wohnräume, den Abschluß bildet eine Dachterrasse.
Wir fuhren weiter an einem Oliven- und Obstanbaugebiet entlang, danach ging es bergauf durch eine steinige Gegend mit Macchia, kleinen Steineichen und Wacholderbäumen. Danach folgte ein weitgehend landwirtschaftlich genutztes Gebiet, in dem kaum noch Bäume stehen. Die steinige Erde wird mit Weizen, Mandel- und Olivenbäumen bepflanzt. Dazwischen liegen einige, wenige Häuser. In Azilal fand am Ortseingang gerade der wöchentliche Suq statt. Schon lange vor dem Ort sahen wir Menschen auf ihren Eseln zum Markt reiten. Hinter Azilal führte die Straße in Richtung des Stausees Bin-El-Ouidane durch eine steinige Gegend. Die Gegend rund um die Seeregion leuchtet in dunklem Rot – welch ein Kontrast zum hellblauen Wasser des Sees. Wir kamen an der Kaserne und dem Dorf Bin-el-Ouidane vorbei und erreichten danach die Staumauer. Fotografieren ist hier verboten! Es ging auf einen Paß, der bei 1300 m liegt, in Serpentinen hinauf, dann wieder in Serpentinen hinab. Herrliche Ausblicke öffnetenn sich die große Ebene von Beni-Mellal. Weiter führt die Straße bergab in die Ebene von Beni Melall; das Panorama aus Feldern und Obstplantagen im Tal ist toll. Bald erreichten wir die Nationalstraße.
Die Strecke führt bis Kasba Tadla durch die fruchtbaren Ebenen, weiter auf landschaftlich schöner Strecke und guter Straße. Am Straßenrand wiesen viele Schilder auf die Ölmühlen und den Olivenverkauf hin. Kurz vor dem Ort Ouaoumane, bogen wir nach links ab zum angekündigten Stellplatz am Stausee. Nur eine kleine Taverne ist hier zu finden. Der Wart für den Platz begrüßte uns freundlich per Handschlag.

Freitag, 9. März 2007
54. Tag

Abfahrt: Ouaoumane, 8:45 Uhr
Ankunft: Meknes, 13:45 Uhr
Tageskilometer: 204 km
Route: N 8, Ouaoumane – Azrou
N 13, Azrou – Meknes
Übernachtung: Meknes, Camping Municipal
Wetter: sonnig, 24 Grad

Leichter Wind blies heute Nacht über den Stausee, ansonsten nur Stille. Wir wurden gut bewacht. In keinem Reiseführer steht etwas von diesem Stausee, geschweige denn von dem schönen „Aire de Campingcar“. Die Nationalstraße führte nun weiter durch bergiges Land. Die Erde ist meist rot, Olivenbäume beherrschen anfangs das Landschaftsbild. In Mrirt kauften wir die heißbegehrten Tajinetöpfe mit Ofen für Holzkohle. Für eine große und eine mittlere Garnitur bezahlten wir umgerechnet 10 Euro. Da braucht man nicht beim Souvenierhändler feilschen. Im kleinen Dorfladen bekommt man solche Dinge günstiger. Nun wurde die Gegend gebirgiger, die Straße führte durch Eichen- und Zedernwälder. Azrou wird touristisch sehr vermarktet, nicht weit entfernt liegt der Zedernwald und auch Ifrane, der Sommerfrischeort der reichen Marrokaner (einschließlich dem König) ist nicht fern. Wir bogen allerdings ab in Richtung Meknes. Zuerst passiert man einen 1 500 m hohen Pass, die Paysage d`Ito. Von dort oben hat man eine herrliche Übersicht über den Mittleren Atlas. Kurz vor Meknes fuhren wir an endloslangen Weingärten vorbei. Die Rebstöcke waren in jede Richtung mit gleichem Abstand gesetzt. Dahinter verbirgt sich die Ecóle Agriculture. Wir hatten Bedenken, den Campingplatz in Meknes nicht gleich zu finden, hatte uns doch zwei Tage zuvor Bernard Angst eingeflößt. Er hörte von einem anderen Franzosen, daß es in Meknes noch schlimmer ist an den Campingplatz zu kommen, als in Marrakech auf den Stellplatz bei der großen Moschee. Wir machten eine andere Erfahrung. Ohne richtigen Stadtplan fanden wir sofort zum Platz. Vor dem Sultanspalast steht ein großes Schild, das zum Campingplatz weist. Man denkt, man wäre nicht richtig, denn eigentlich sind die Tore, die man durchfahren muß, ziemlich schmal. Zudem zeigt ein Schild an, daß für „Lkw`s“ keine Durchfahrt gestattet ist. Ein freundlicher Herr meinte, wir wären richtig, gleich beim nächsten Tor an der langen Mauer ist der Eingang zum Camping. Der Campingplatz liegt schön, ist aber nicht sehr gepflegt, was das Abmähen der Grasflächen anbelangt. Außerdem gibt es keine Duschen und keinen Strom. Für uns kein Problem, „der Wohnmobilianer hat selbst alles dabei“.

Samstag, 10. März 2007
55. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Meknes, Camping Municipal
Wetter: sonnig, 23 Grad

Mit der „Kalesch“ unternahmen wir eine Stadtbesichtigung von 3 Stunden. Wir wurden in die Neustadt, in die Villa Imperial, über den Oued Boulekrane in die Mellah und die Medina kutschiert. Der Wind war sehr heftig, was die Temperaturen kühler erscheinen ließen. Die beiden Kutscher waren sehr jung und gut drauf. In der Medina durften wir uns umsehen, so lange wir wollten. Wir beschlossen uns jedoch, lieber am Nachmittag noch einmal per Fuß die Suqs zu besuchen. Nun wußten wir ja, wie man am schnellsten in die City kam. Mittags erholten wir uns erst einmal von den Eindrücken des Vormittages, bevor wir entlang des Bassin Agdal und entlang der endlos scheinenden Mauer des Sultanspalastes zum Place Lalla Achida wanderten. Vom Place-el-Hedia aus gingen wir in die Suqs, nachdem wir uns erst einen The a`la Menthe genehmigten. Der Suq ist ziemlich groß, man findet sich aber in dem Gewirr der verschiedenen Gassen gut zurecht. Immer wieder kommt man an eine Kreuzung, die einem bekannt vorkommt. Wir starteten an der großen Moschee und kamen dort wieder an einer Nebengasse raus. Nach einem Café au lait machten wir uns auf den Heimweg. Wir gingen innerhalb der Mauern des Sultanspalastes entlang und kamen dann auf der Straße, die wir mit dem Womo kamen, zum Campingplatz.

Sonntag, 11. März 2007
56. Tag

Abfahrt: Meknes, 9:00 Uhr
Ankunft: Moulay Bousselham, 15:45 Uhr
Tageskilometer: 243 km
Route: R 705, Meknes – Sidi Slimane
N 6, Sidi Slimane – Kenitra
N 1, Kenitra – Allal Tazi
Örtliche, Allal Tazi – St.-el-Hacheni
Küstenstraße, St.-el-Hacheni Moulay Bousselham
Übernachtung: Moulay Bousselham, Camping Diafa
Wetter: sonnig, 28 Grad

In Meknes fragte uns morgens ein Herr aus BRA, wo er denn fahren müsse, um aus Meknes wieder raus zu kommen. Er war zwar schon ein paar Mal hier, findet aber immer nicht den richtigen Weg. Wir hatten nun kein Problem, vom Campingplatz aus fuhren wir immer dem Wegweiser zu Marjane nach, wußten wir doch, daß das Einkaufszentrum Richtung Rabat sich befindet. Franz ließ seine Fotos im Marjane auf CD brennen. Leider ging eine Speicherkarte kaputt, die schon fast zur Hälfte mit Bildern belegt war. Wir kauften wieder eine, außerdem haben wir noch die Karte aus meinem Camcorder zur Verfügung, die leer ist. Im Marjane kaufte ich zu unseren Tajine-Töpfen noch ein Kochbuch dazu – in französischer Sprache. Das ist kein Problem, Franz spricht ganz gut französisch (wie Bernard behauptete) und kann übersetzen, außerdem gibt es noch das Wörterbuch. Nach dem Einkauf fuhren wir bis zum Abzweig nach Kenitra. Erst war die Teerstraße gut aber an den Seiten ausgefranzt, dann vor der Kreuzung zur N 6 etwa 5 km Baustelle. Auf der N 6 fuhren wir durch Wälder, deren Holz zur Verarbeitung in der Papierindustrie dient. Viele mit Holz beladene Lkw`s waren unterwegs. Manchmal waren sie nicht gerade vertrauenserweckend beladen. Da hilft es nichts, bei nächster Gelegenheit einfach überholen (wenn man Pech hat, fährt man gleich wieder hinter einem solchen Ungetüm her). Bei Kenitra bogen wir auf die N 1 Richtung Norden ab. Bei nächster Gelegenheit bogen wir Richtung Autobahn nach Tanger/Rabat ab, die entlang der Küste läuft. Östlich der Autobahn führt die Küstenstraße in Richtung Moulay Bousselham. Da auf der Straßenkarte die Campingplätze südlich von Moulay Bousselham zwischen Lagune und Meer eingezeichnet sind, meinten wir, abkürzen zu können und sind an einem Abzweig nach links abgebogen. Die Straße kam uns gleich schon nicht ganz geheuer vor. Viele Sandverwehungen waren auf der engen Teerstraße. Immer wenn wir dachten, hier geht es nicht mehr weiter, war die Straße wieder gut. Kinder machten schon eindeutige Handbewegungen, die uns eigentlich zum Umkehren bewegen sollten. Dann kam noch eine schöne Teerstraße entlang einer Düne durch den Wald. Am Ende der Straße lag ein Marabut mit einem großen Parkplatz. Gegenüber der Lagune auf dem Hügel war Moulay Bousselham zu sehen. An der Lagune, entgegengesetzt der Zeichungen auf der Straßenkarte waren die Campingplätze auszumachen. Auf der Düne sah man junge Leute soaren. Uns blieb nichts anderes übrig, als wieder zurück durch die Sandwehen zur Kreuzung zu fahren. Die Kinder lachten uns aus, als sie uns zurückfahren sahen. Wir sahen die ganze Sache positiv – hätten wir die Straße nicht benutzt, wir wären nie an den schönen Platz gekommen. Endlich auf dem Campingplatz angekommen, trafen wir Dieter und Waltraud wieder, die schon seit gestern hier sind.

Montag, 12. März 2007
57. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Moulay Bousselham, Camping Diafa
Wetter: sonnig, 25 Grad

Morgens sind wir in den Ort marschiert. Vom Campingplatz aus geht es über viele Stufen hinauf zur Ortsstraße. Kühe grasen mitten im Dorf, man denkt, in Indien zu sein. Der Ort ist schön, leider auch schmuddelig. Im Restaurant Firdaous, das sauber zu sein schien, aßen wir zu Mittag. Gleich bei der Moschee findet der Fischverkauf statt. Besser ist es, den Fisch gleich am Boot zu kaufen, wenn die Fischer von der See zurückkommen. Auf der gegenüberliegenden Seite der Lagune ist der Platz auszumachen, an dem wir gestern die Campingplätze vergeblich suchten. Leute aus den Dörfern der Umgebung parken dort ihre Autos auf dem Parkplatz am Marabut, gehen über die Düne zur Lagune, und fahren mit den Fährbooten nach Moulay Bousselham.

Dienstag, 13. März 2007
58. Tag

Abfahrt: Moulay Bousselham, 9:00 Uhr
Ankunft: Algeciras, 23:00 Uhr
Tageskilometer: 144 km
Route: Autobahn, Moulay-Bousselham – Tanger
N 340, Algeciras Port – Algeciras Lidl
Übernachtung: Algeciras, Parkplatz von Lidl
Wetter: sonnig, 24 Grad, starker Wind

Eigentlich hatten wir vor, am heutigen Tag nur bis Asilah zu fahren und dort noch eine Nacht zu bleiben, um am nächsten Tag auf die Fähre nach Spanien zu fahren. Da es noch früh am Tag war entschlossen wir uns kurzfristig während der Fahrt, nicht nach Asilah von der Autobahn abzufahren, sondern lieber gleich zur Fähre nach Tanger zu fahren. Ein sehr starker Wind zwang Franz dazu, langsamer zu fahren und das Lenkrad fest in den Händen zu halten. In Tanger hatten wir dann gleich die erste Überraschung. Franz hatte vorsichtshalber die Rückfahrkamera eingeschaltet, um eventuelle Mitfahrer oder Leute die Drogen ans Auto kleben wollen zu entdecken. Ein junger Mann hing sich kurz ans Auto, stellte aber anscheinend fest, daß die Kamera eingeschaltet ist, und wurde so von seinem Vorhaben, Rauschgift zu verstecken, abgehalten. Wir fuhren gleich auf einen Parkplatz in eine Nebenstraße und kontrollierten das Womo – nichts am Auto! Ein paar Minuten später mußten wir an einer Ampel anhalten, da kam irgendwo aus der Versenkung ein Mann und legte sich unters Auto, was Franz wieder in der Kamera sah. Die Autos hinter uns hupten, Franz fuhr schnell ein Stückchen zurück und wieder vor, er stand auf und flüchtete. Das war sicher jemand, der seine Chance witterte, nach Europa unter einem Womo zu gelangen. Schnell waren wir dann am Hafen. Gleich wurden wir abgefertigt, denn um 12 Uhr sollten wir auf die Fähre, oder spätestens auf die Fähre, die um 13 Uhr nach Algeciras fährt. Der Zoll fertigte uns sofort ab, nicht ohne einen prüfenden Blick unters Womo. Anscheinend probieren es immer wieder Leute nach Europa auf diesem Weg zu kommen. Wir machten uns so unsere Gedanken, warum junge Männer aus ihren Ländern nach Europa flüchten. Männer in der muslimischen Gesellschaft haben doch ein leichteres Leben, als bei uns. Die Frauen und Mädchen schuften, während sich die Männer auf der Straße oder im Café die Zeit vertreiben. Die angenehmen Arbeiten, wie Schachern, machen die Männer. Wir sahen in Marokko nicht 3 Frauen, die als Verkäufer arbeiteten. Die Männer, die nach Europa kommen, sind gut ausgebildet, meist Akademiker. Sie finden sich wohl in der Welt Afrikas nicht wohl. Nun, wir kamen nicht auf das Schiff um 12 Uhr und nicht auf das Schiff um 13 Uhr, nein auf das Schiff um 19 Uhr schafften wir es. Die Verlader, sind sich oft nicht einig, wer was zu sagen hat. Es gibt oft ein lautstarkes Gerangele – danach wird wieder beschwichtigt, daß den Ablauf der Arbeiten stark verzögerte. Die Marokkaner, die aufs Schiff wollten, aßen während der Wartezeit zu Mittag. Sie setzten sich auf die Erde, legten ihr gebratenes Hähnchen in die Mitte, auch die Soße fehlte nicht, dann aßen sie gemeinsam zwischen den stinkenden Auspuffen der Autos. Da es sehr windig war, dachten wir, die Überfahrt wird sicher sehr turbulent. Das Schiff einer spanischen Gesellschaft, war neuerer Bauart, wir merkten nicht viel vom Wellengang. Nachdem wir den spanischen Zoll passiert hatten – einem älteren Ehepaar mit Womo wird anscheinend vertraut – waren wir letztendlich um 23 Uhr auf dem Parkplatz von Lidl in Algeciras. Wir rechneten nach, für die Passage von gut 2 Stunden Tanger-Algeciras benötigten wir fast 11 Stunden.

Mittwoch, 14. März 2007
59. Tag

Abfahrt: Algeciras, 10:30 Uhr
Ankunft: Tarifa, 11:30 Uhr
Tageskilometer: 37 km
Route: N 340, Algeciras – Tarifa
Übernachtung: Tarifa, Camping Rio Jara
Wetter: bewölkt, 22 Grad, sehr windig

Erst einmal wurde das Womo vom Sahara-Schmutz befreit. Bei Carrefure gibt es eine Waschanlage, die wir nutzten. Eingekauft hatten wir bei Lidl schon vorher. Dann fuhren wir nach Tarifa zu Camping Rio Jara, den wir schon kennen. Heute ist Säuberung unserer „Hütte“ angesagt, auch Wäsche muß gewaschen werden. Nachdem wir die letzten Wochen von viel Schmutz umgeben waren, genossen wir die Sauberkeit Spaniens. Schon eigenartig, nur 13 km von Spanien entfernt, kommt man in eine Welt, die ganz anders ist. Es gibt unheimlich viele Kinder, die Männer rennen in Kapuzenmänteln herum, Eselkarren beherrschen das Straßenbild, überall Schmutz den niemand stört, die Frauen und Mädchen sind zu Schwerstarbeiten bestimmt, die Männer beherrschen die Gesellschaft und der Muezin ruft zu gemeinsamen Gebeten.

Donnerstag, 15. März 2007
60. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Tarifa, Camping Rio Jara
Wetter: teils sonnig, teils wolkig, 22 Grad

Ruhetag!!

Freitag, 16. März 2007
61. Tag

Abfahrt: Tarifa, 9:00 Uhr
Ankunft: Dos Hermanas, 16:30 Uhr
Tageskilometer: 278 km
Route: N 340, Tarifa – Tahivilla
A 3204, Tahivilla – Zahara de los Atunes
A 5207, Zahara de los Atunes – Barbate
A 5208, Barbate – Los Canos de Meca
A 5206, Los Canos de Meca – Vejer de la Frontera
A 48, Vejer de la Frontera – Chiclana de la Frontera
A 390, Chiclana de la Frontera – Medina Sidonia
A 389, Medina Sidonia – Arcos de la Frontera
A 384, Arcos de la Frontera – Cabo de Bornos
A 371, Cabo de Bornos – Las Cabezas de San Juan
N IV, Las Cabezas de San Juan – Dos Hermanas
Übernachtung: Dos Hermanas, Camping Villsom
Wetter: sonnig, 25 Grad

Entlang der N 340 und der Nebenstraße nach Barbate gab es einige Windmühlenparks zu sehen. Darunter grasten friedlich die Kühe. Unsere Strecke führte weiter entlang der Küste nach Barbate. Über Pinienhänge nordwestlich von Barbate ginges zu den Stränden von Los Canos de Meca. Wir machten Stop an einem Parkplatz am Ende des Ortes, von wo aus man einen schönen Blick auf den Leuchtturm vom Cap Trafalgar hatte. Auf diesem Platz standen zwei ältere Womos, deren junge Besitzer machten es sich auf dem Platz gemütlich. Im Meer war ein Mann schwimmen. Weiter ging es links ab durch Sanddünen zu einem Parkplatz vor dem geschichtsträchtigen Cap. Vor dem Cabo Trafalgar besiegten 1805 die Engländer unter Admiral Nelson die Franzosen und Spanier. Sowohl Nelson als auch der spanische Befehlshaber kamen dabei um. Unsere weitere Route führte auf örtlicher Straße nach Vejer de la Frontera. Der interessanteste Teil des Ortes ist die Altstadt, die 1976 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Wo die Avenida de los Remedios und die Correderea zusammenfließen, befindet sich ein Aussichtspunkt, von dem aus wir weit in die Umgebung der Stadt blicken konnten. Wir wanderten durch blumengeschmückte, verwinkelte Gassen. Auf der Plaza de España gab es einen schönen Brunnen zu sehen. Auf diesem Platz befinden sich auch das Rathaus und einige Bürgerhäuser. Oben auf dem Hügel erhebt sich die Burg aus dem 11. Jahrhundert.


Nach Besichtigung des Ortes fuhren wir weiter nach Medina Sidonia. Das Dorf liegt auf einer Anhöhe, ganz oben erhebt sich die gotische Kirche Santa Maria. Weiter fuhren wir durch grünes Bauernland nach Arcos de la Frontera, deren Altstadt auf einem Felsenvorsprung liegt. Entlang des Embalse de Bornos kamen wir nach Bornos. Wir dachten, in diesem Ort kann man bestimmt zum Stausee gelangen, dort wird es sicher einen Platz für die Nacht geben. Leider ging es etwas eng durch den Ort, kein Stellplatz am See, wir mußten also wieder zurück. In Coto de Borno bogen wir gen Westen ab, um an die N IV Richtung Sevilla zu gelangen. In Dos Hermanas fuhren wir auf den Camping Villsom, den wir von früher kannten. Wir mußten einige Zeit suchen, bis wir den nicht ausgeschilderten Platz wieder fanden. Ganz erschöpft kamen wir am Platz an. Gima wollte auch nicht länger in der Box bleiben.

Samstag, 17. März 2007
62. Tag

Abfahrt: Dos Hermanas, 9:15 Uhr
Ankunft: Mazagon, 14:45 Uhr
Tageskilometer: 141
Route: N IV, Dos Hermanas – Sevilla
A 49, Sevilla – Bollullos
A 483, Bollullos – Torre de la Higuera
A 494, Torre de la Higuera – Mazagon
Übernachtung: Mazagon, Parkplatz beim Hafen
Wetter: sonnig, 28 Grad

In der Nacht war es auf dem Camping in Dos Hermanas sehr laut, rund um den Platz führen Straßen, die sehr stark befahren sind. Eigentlich wollten wir im Ort im Caffefure einkaufen. Das war uns jedoch verwehrt, da die Einfahrt zu den Parkplätzen mit Barrieren auf 2,10 m Höhe versehen waren. Wir haben unseren Großeinkauf daraufhin verschoben und fuhren über Sevilla nach El Rocio. Die A 483 ist nun eine vierspurig ausgebaute Schnellstraße bis Almonte. Am Vormittag kamen wir dann noch in El Rocio, dem Wallfahrtsort der Zigeuner an. El Rocio liegt am Rande des Parque Nacional de Donana. Dort fanden wir direkt vor der Promenade einen Parkplatz für unser Womo. Früher waren wir immer Anfang Februar in dieser Gegend unterwegs, da war El Rocio eine „Totenstadt“. Nicht so heute. Viele Busse und Pkw parkten vor dem Ort. Ein Menschengewirr war überall auf den Straßen und vor der Kirche zu sehen. Pferdedroschken waren unterwegs, um Touristen durch die Straßen des Ortes zu fahren. Wir spazierten durch die „Westernstadt“ und filmten das rege Treiben. Da es noch früh am Tag war, entschlossen wir uns, weiter nach Mazagon zu fahren. Mazagon kennen wir als verschlafenen Ferienort mit einem Campingplatz. Wir wußten noch von einem Parkplatz am Hafen. Den gab es noch, dort standen schon einige Womos. Wir gesellten uns dazu, und erfuhren, die Wohnmobile wären von der Polizei geduldet. Den Abfall solle man im Hafen in die Container werfen.

Sonntag, 18. März 2007
63. Tag

Abfahrt: Mazagon, 9:45 Uhr
Ankunft: Quarteira, 14:45 Uhr
Tageskilometer: 180 km
Route: N 442, Mazagon – Huelva
A 494, Huelva – San Juan del Puerto
A 49, San Juan del Puerto – Castro Marim
N 122, Castro Marim – Vila Real de Sto. Antonio
N 125, Vila Real de St. Antonio – Tavira
N 270, Tavira – Loulè
N 396, Loulé – Quarteira
Übernachtung: Quarteira, Parkplatz am Strand
Wetter: sonnig, 27 Grad

Wir fuhren Richtung Huelva, bevor es wieder zur Autobahn nach Portugal ging. Bei den Chemieanlagen vor Huelva liegen wieder große Erdbeerplantagen!!! Die ganze Zeit in der wir unterwegs sind, haben wir bestes Wetter, so auch heute. Hier im Süden Spaniens und an der Algarve grünt und blüht es wie bei uns im Juni. Ich sah neben Margeriten Dahlien blühen. Auch die Calla, die bei uns eine Trauerblume ist, blüht üppig.
Ab der spanischen Grenze fuhren wir entlang der Küste nach Tavira. Den Ort verließen wir in nördlicher Richtung auf der N 270 und fuhren ins Hinterland der Algarve. Bald passierten wir Sâo Bras de Alportel. Beim Ort waren große Mengen Korkrinde aufgeschichtet. Ob wohl in der heutigen Zeit, in der die Weinflaschen mit Kronkorken verschlossen werden, noch so viel Kork gebraucht wird? Hier im Hinterland lernt man die Algarve von einer ganz neuen Seite kennen, nur wenige Kilometer von der Küste entfernt. In den blumengeschmückten, weißen Dörfern ist das Handwerk noch wichtiger Broterwerb. Die Landschaft der Serra trägt ein Tupfenkleid aus weißen Zistrosenblüten und Orangen leuchten dazwischen. In dieser Landschaft zwischen Feigen-, Johannisbrot-, Mandel- und Olivenbäumen liegt Loulé. Wir nutzten den verkaufsoffenen Sonntag um bei Lidl Lebensmittel einzukaufen. In Deutschland macht man so einen Spektakel um die Öffnungszeiten, anderswo ist das alles kein Problem, wie wir auch schon im erzkatholischen Polen feststellten. Wir erinnerten uns daran, daß in Quarteira am Strand früher schon immer Wohnmobile standen. Wir fanden bald die Stelle, die heute als Parkplatz ausgeschildert ist. Quarteira veränderte sich in den letzten sechs Jahren auch sehr, überall wird gebaut. Später unternahmen wir einen Spaziergang entlang der Steilküste Richtung Faro. Schade um die schönen Felsen, überall holt sich das Meer wieder Land zurück.

Montag, 19. März 2007
64. Tag

Abfahrt: Quarteira, 9:30 Uhr
Ankunft: Silves, 10:45 Uhr
Tageskilometer: 46 km
Route: Örtliche, Quarteira – Villamoura
N 125, Villamoura – Alcantarilha
N 269, Alcantarilha – Silves
Übernachtung: Silves, Parkplatz am Hallenbad
Wetter: sonnig, 25 Grad, kühler Wind

Heute sind wir neun Wochen unterwegs. Wo ist die Zeit hingekommen? In Quarteira verbrachten wir eine ruhige Nacht. Nach Mitternacht kam Wind auf. Der Platz ist für eine Nacht gut. Er ist nicht gepflegt, sieht aus wie eine Baugrube. Da stehen aber viele, und verbringen mehrere Wochen an dieser Stelle. Die Liegen werden vor die Womos in den Sand gestellt, egal ob staubig oder dreckig. Heute fuhren wir ins Hinterland nach Silves. Silves ist ein schönes Städtchen. Silves ist das maurische Xelb. Als Hauptstadt des Königreiches Al-Gharb war Xelb eine blühende Stadt mit über 20 Moscheen und einem großen Flußhafen am Rio Arade. Arabische Chronisten stellten es mit Córdoba gleich, einige verglichen es gar mit Granada. Kaum etwas ist heute von dieser Pracht zu sehen. Unter portugiesischer Hoheit verlor die Stadt an Bedeutung, vieles fiel dem Erdbeben von 1755 zum Opfer. Das aus rötlichem Sandstein gebaute Castelo dos Mouros mit starkten Wehrtürmen und zinnenbewehrten Mauern wurde 1940 gründlich restauriert, an den bis zu 60 m tiefen Zisternen im Innenhof wird immer noch gebaut. Ein Rundgang auf der Mauerkrone bietet einen weiten Blick über die Stadt, die gepflegten Orangen-, Zitronen- und Mandelplantagen der Gegend, auf die Berge und bis zum Meer. Die Kirche neben der Burg ist wie viele andere auf den Mauern und mit den Steinen der arabischen Moschee gebaut. Ursprünglich gotisch, hat sie im Laufe der Jahrhunderte viele Veränderungen erfahren. An der Praca do Municipio steht noch ein Turm der ehemaligen Stadtmauer mit doppelter Durchfahrt. Die mittelalterliche Bogenbrücke wird seit ein paar Jahren nicht mehr benutzt. Nach dem Rundgang gingen wir Mittagessen, es gab Essen wie bei der „portugisischen Mama“. Der ehemalige schmuddlige, sumpfige Parkplatz ist von einem Hallenbad überbaut worden, eine großzügige Parkplatzanlage komplettiert das Gelände. Hier sind Wohnmobile geduldet, man kann gut übernachten. Am Nachmittag gab es plötzlich einen Knall, eine junge „Dame“ war mit ihrem Auto auf dem Gehweg gefahren, und hat dort eine stabile Parkbank gerammt. Das Auto ist nicht mehr fahrbereit, sie hat aber kein Geld für den Abschleppwagen und für die teure Reparatur. Eine Versicherung kommt für den Schaden nicht auf. Sie sagt, aus dem Bankomat kommt kein Geld mehr, sie erwartet schon seit Tagen aber Geld. In Portugal scheint es nicht anders zu sein, als in Deutschland.

Dienstag, 20. März 2007
65. Tag

Abfahrt: Silves, 8:45 Uhr
Ankunft: St. Clara, 14:00 Uhr
Tageskilometer: 119 km
Route: N 124, Silves – Portimao
N 125, Portimao – Lagos
N 125, Lagos – Portimao
N 124, Portimao – Porto de Lagos
N 266, Porto de Lagos – Monchique
N 267, Monchique Ri. Alferce u. zurück
N 266, Monchique – St. Clara-a-Velha
N 393, St. Clara-a-Velha – Barragem St. Clara
Übernachtung: Barragem St. Clara, Parkplatz an der Staumauer
Wetter: sonnig, 23 Grad

Über Nacht ist der Wind eingeschlafen. Schon früh fuhren wir los Richtung Lagos. In Lagos sind Wohnmobile nicht gerne gesehen. Die Schilder an den Parkplätzen weisen darauf hin. Allerdings ist das nur für die Nacht gedacht. Tagsüber darf man schon parken. Die Nacht soll man auf den Campingplätzen verbringen. Schuld sind die Wohnmobilisten selbst. Auf dem Parkplatz stand doch schon wieder ein Franzose und ließ sein Abwasser einfach auf die Teerfläche ab. Wir parkten bei der Marina. Von dort aus ist es zu Fuß nicht weit in die City. Man muß nur über die Fußgängerbrücke gehen, schon ist man in der Nähe des Mercado. Der Mercado wurde 2004 umgebaut und völlig neu gestaltet. Ein Mann, der uns Meersalz verkaufte, sagte, das Dach sei undicht, es regnet rein. Die damaligen Politiker waren korrupt, haben viel Geld kassiert und sind nun verschwunden, mit ihnen der Bauträger. Der erste Stock war zur Hälfte leer, auf der Terrasse war das Restaurant auch geschlossen. Wir wanderten durch die Fußgängerzone zum deutschen Bäcker. Wir fanden ihn gleich wieder. Das Café ist sehr klein, gleich ist alles belegt. Bei Schwarzwälder Kirschtorte, Frankfurter Kranz und Apfelstrudel mit deutschem Kaffee fühlen sich die deutschen Rentner wohl. Zu uns gesellte sich ein älterer Herr aus Stuttgart. Er lebt schon mehrere Jahre in der Nähe von Lagos. Er möchte nicht mehr nach Deutschland zurück. Allerdings hat er noch eine Wohnung in einem seiner beiden Häuser, falls ihn eine Krankheit zur Rückkehr ins Heimatländle zwingt. Lagos hat sich auch sehr verändert. In Portimao soll das größte Einkaufszentrum Europas im Bau sein, wie uns der Stuttgarter sagte. Wer da einkaufen soll, das weiß er allerdings auch nicht. Bei Lidl, Plus und Aldi ist vom 1. bis zum 10. jeden Monats viel los, dann geht kaum mehr was. Die Portugiesen haben das Geld nicht, die ausländischen Rentner kaufen immer Anfangs des Monats, wenn die Rente angekommen ist, alles ein, was sie so brauchen. Gegen Mittag fuhren wir weiter Richtung Monchique, dort bunkerten wir erst einmal Wasser. Das Wasser kommt direkt aus dem Berg. Ein Stückchen weiter in Caldas de Monchique wird es abgefüllt, dann als Mineralwasser verkauft. Anschließend folgte eine wunderschöne Fahrt durch das Hinterland der Algarve. Kurvig ging es durch die Bergwelt. Ab Nave Redonda geht es durchs Hügelland. Beim schönen Dorf Sta. Clara-a-Velha bogen wir zum Stausee ab. Das war eine gute Entscheidung. Oberhalb der Staumauer gibt es einen schönen Parkplatz mit Blick auf den See. Auf einem Hügel über dem See thront eine Pousada. Der Blick vom Womo aus gibt mir das Gefühl in Finnland, an einem der schönen blauen Seen zu sein.

Mittwoch, 21. März 2007
66. Tag

Abfahrt: St. Clara, 9:00 Uhr
Ankunft: Monsaraz, 15:15 Uhr
Tageskilometer: 234 km
Route: N 266, St. Clara – Luzianes
N 123, Luzianes – Ourique
IP 2, Ourique – Beja
IP 8, Beja – Serpa
N 255, Serpa – Reguengos
N 256 / N 514, Reguengos – Monsaraz
Übernachtung: Monsaraz, Parkplatz vor der Burg über dem Stausee
Wetter: sonnig, kalter Wind, 14 Grad

Heute ist es ganz schön kalt gewesen. Der Wind kommt aus Norden und bringt die kalte Luft mit (immerhin schneit es in Deutschland). Während der Fahrt hat man im Womo nicht das Gefühl, daß es kalt ist. Die Sonne wärmt durch die Fensterfronten. Unsere Fahrt verlief heute hauptsächlich durch den Alentejo. Jetzt im Frühling ist alles schön grün, es blüht überall. Der Sauerklee bildet gelbe Teppiche zwischen dem Grün der Wiesen. An den Rändern blühen Zistrosen. Unter den Olivenbäumen blüht es dunkelrot (sieht aus wie Sauerampfer). Während es am Meer gelegentlich nur so wimmelt von Menschen, wird die Stille im Alentejo kaum von einem menschlichen Laut durchdrungen. Nur eines ist beiden Regionen gemein, die kräftigen Farben. Im Alentejo bildet das Grün der Korkeichen und Olivenbäume einen interessanten Kontrast zu dem rötlichen Farbton des Bodens. Die reine Luft, das helle Licht, das die Dörfer mit den weißgekalkten Häusern bescheint und die beschauliche Stille laden zu Ausflügen ein. In Beja besorgten wir unsere Einkäufe, fuhren dann weiter nach Moura, um einen Spaziergang durch den Ort vorzunehmen. Moura ist ein kleines Landstädtchen und trotz seiner Heilquellen weniger Kurort als vielmehr mit der Landwirtschaft verbunden. Der Ort gruppiert sich um die Reste einer Burg aus dem 13. Jahrhundert. Natürlich war auch Moura lange Zeit von den Mauren eingenommen. Sehenswert in Moura war die gotische Kathedrale Johannes der Täufer, mit manuelinischem Portal. Ein Bummel durch das alte maurische Viertel „Mouraria“ war interessant. Auffallend sind die Kamine mancher Häuser und die mit Azulejos verzierten Hausfassaden. Das Thermalbad ist von einer hübschen öffentlichen Parkanlage umgeben.
In der Reisemobil hatten wir von einem Stellplatz am Barragem Alqueva, bei der Staumauer gelesen. Der Platz war nicht gerade schön, also fuhren wir weiter nach Monsaraz. Die Fahrt war so schön. In Monsaraz fanden wir gleich den Stellplatz an der Burg. Vom Platz aus hat man eine herrliche Übersicht über den Grande Lago. Die mittelalterliche Festungsstadt grüßt bereits von fern.


Wir spazierten durch Gassen aus geklopftem Schiefer sahen spitzbögige Granitportale, in Stein gelassene Fenster, blendend weiße Häuser, die sich innerhalb der Burgmauern eng aneinander reihen. Einige wenige Alte leben noch hier. Ein Spanier mit einem großen Mercedes und einer Frau in Pelzjacke fuhr durch die engen Gassen des Ortes. Es war nicht zu vermeiden, daß er dem Auto ein paar Schrammen verpaßte.

Donnerstag, 22. März 2007
67. Tag

Abfahrt: Monsaraz, 9:15 Uhr
Ankunft: Barragem de Pòvoa, 15:00 Uhr
Tageskilometer: 189 km
Route: N 514, Monsaraz – Reguengos de Monsaraz
N 256, Reguengos – Sao Mancos
N 18, Sao Mancos – Èvora
N 18, Èvora – Estremoz
IP 2, Estremoz – Portalegre
N 246, Portalegre – bei Castelo de Vide
Örtliche, Castelo de Vide – Barragem de Póvoa
Übernachtung: Barragem de Póvoa
Wetter: sonnig, 21 Grad

Erst gegen Morgen ließ der kalte Wind nach. Die Sonne schien, wieder reinstes Fotografierwetter. Nur ein Katzensprung von Monsaraz liegt das Menhirfeld bei Telheiro. Gleich nebenan steht das Convento da Orada. Im Töpferort São Pedro do Corval besorgten wir uns noch einige Tonwaren. Über Reguengos de Monsaraz fuhren wir noch in die Hauptstadt des Alentejo. Èvora ist fast vollständig von einer Ringmauer aus römischer Zeit umgeben. Der besondere Reiz Évoras liegt in den engen Gassen und Plätzen, den Häuserfronten, schmiedeeisernen Gittern, marmornen Brunnen, dem Pflaster der Straßen und Wege, den Arkaden und kleinen Cafes. Évora ist auch Zentrum eines landwirtschaftlich geprägten Gebietes. Dies macht sich besonders an Markttagen bemerkbar. Zu Mittag aßen wir in einem kleinen Restaurant abseits der Touristenmeile. Das Lokal hatte nur vier kleine Tische, es war sehr eng. Es gab portugiesische Hausmannskost, die köstlich schmeckte und nur die Hälfte kostete, als in den Restaurants rund um den Marktplatz. Nachmittags fuhren wir weiter durch den nördlichen Alentejo über Estramoz nach Portalegre. Wir nahmen die Straße nach Castelo de Vide unter die Räder, fanden aber vorher einen Abzweig zum Barragem de Póvoa. Durch eine steinige Landschaft gings auf enger Straße einige Kilometer Richtung Stausee. Die Bäume treiben hier erst aus, das Klima hier in den Bergen scheint doch etwas rauher als im Alentejo zu sein.

Freitag, 23. März 2007
68. Tag

Abfahrt: Barragem de Póvao, 9:00 Uhr
Ankunft: Pinzio, 14:00 Uhr
Tageskilometer: 248 km
Route: örtliche, Barragem de Póvao – Nisa
N 18, Nisa – Vila Velha de Ródão
N 241, Vila Velha de Ródão – Tavila
IP 2, Tavila – Covilhão
N 339, Covilhão – Seia
N 17, Seia – Celorico
IP 5, Celorico – Pinzio
Übernachtung: Pinzio, beim Fußballplatz
Wetter: sonnig, 18 Grad

Nach einer erholsamen Nacht gings heute ins Gebirge. Erst fuhren wir auf der autobahnähnlichen IP 2 bis zur Ausfahrt nach Covilhão. Ganz unbedarft fuhren wir in Richtung Serre da Estrela, dem Sternengebirge. Wir ahnten ja nicht, wie steil und kurvig es schon in Covilhão Richtung Berge ging. Gottlob mußten wir an keiner roten Ampel anhalten. Es ging weiter steil aufwärts (ca. 18 – 20 % Steigung) bis zu einem Ferienort, dort wo auch die Pousada zu finden ist. Was dann noch ein Stück weiter kam, schlägt sogar den Trollstigen. Es ging wieder in steilen Serpentinen an einer Felslandschaft zum Torre hoch. Letztendlich kamen wir bei knapp 2.000 m zum Scheitelpunkt der Strecke. Dort legten wir eine Erholungspause ein. Nicht weit vom Platz beginnt das Skigebiet der Portugiesen. Der Torre ist ja letztendlich der höchste Berg des portugiesischen Festlandes. Mit einer Schneekanone wurde ein Stück Piste beschneit, einige Leute waren hier oben, um dem Wintersport zu fröhnen. Wieder in vielen Serpentinen ging es vorbei an einem Stausee bergab nach Seia. Unterwegs wurde in einem Gebirgsdorf der bekannte Queja de Serra verkauft. Die Strecke abwärts war weniger steil, nur zwei kurze Stellen mit 15 % Gefälle waren zu bewältigen. Die Fahrt insgesamt durch das Sternengebirge war wieder sehr schön. Kein Wohnmobil kam uns entgegen, ich denke, da kommt nur alle heilige Zeit mal eins hoch. Mit einer Gruppe würde ich diese Strecke niemals fahren, denn es gibt auch keine Straßenbegrenzungen. Weiter gings entlang des Fußes der Serra bis zur gebührenfreien Autobahn IP 5, die nach Spanien führt. Wir machten in Pinzio stop, da unsere Katze meinte, es wäre für heute genug (womit unsere Prinzessin ja recht hat).

Samstag, 24. März 2007
69. Tag

Abfahrt: Pinzio, 9:00 Uhr
Ankunft: Valbueno de Duero, 16:30 Uhr
Tageskilometer: 321 km
Route: IP 5, Pinzio – Grenze zu Spanien
N 620 /E80, Grenze – Ciudad Rodrigo
A 62, Ciudad Rodrigo – Valladolid
A 11, Valladolid – Tudela de Duero
N 122, Tudela de Duero – Quintanilla de Onesimo
Örtliche, Quintanilla de Onesimo – Olivares de Duero
VP 3001, Olivares de Duero – Valbueno de Duero
Örtliche, Valbueno de Duero – San Bernardo de Valbueno
Übernachtung: San Bernardo de Valbuena
Wetter: sonnig, 18 Grad

Heute war ein reiner Fahrtag. In Salamanca suchten wir lange nach einem Supermarkt. Nach dem zweiten Anlauf fanden wir zu Carrefure. Viele Menschen kauften ein, kein Parkplatz mehr auf dem Gelände des Supermarktes. Wir fanden noch ein Plätzchen am Straßenrand. Die A 62 ist gut ausgebaut, man kommt schnell voran. Wir sind immer auf ca. 900 bis 1 000 m Höhe unterwegs, das auch die relativ kühlen Temperaturen erklärt. In der letzten Nacht kühlte es bis auf 2 Grad ab. Doch tagsüber gibt es schon seit Wochen Bilderbuchwetter. Nach Valladolid suchten wir einen Stellplatz für die Nacht und fanden ihn abseits der N 122 in einem kleinen Dorf bei einem Zisterzenserkloster. Das Kloster öffnet erst morgen seine Pforten für die Besucher.

Sonntag, 25. März 2007
70. Tag

Abfahrt: San Bernardo de Valbuena, 9:30 Uhr
Ankunft: Bujaraloz, 17:00 Uhr
Tageskilometer: 396 km
Route: örtliche, San Bernardo de Valbuena – Penafiel
N 122, Penafiel – Kreuzung N 232
N 232 bis Zaragoza
A2, Zaragoza – Alfajarin
N II, Alfajarin – Bujaraloz
Übernachtung: Bujaraloz, bei der Kirche
Wetter: sonnig, streckenweise bewölkt, 8 – 16 Grad

Wieder ein Fahrtag! In der Nacht war es sehr kalt bei 0 Grad. Die Strecke der N 122 verläuft über eine Hochfläche, teils bewegt man sich zwischen 1 000 und 1 200 m. In der Ferne waren schneebedeckte Berge zu sehen. Am Straßenrand waren hin und wieder kleine Schneewehen. Das ist zu dieser Jahreszeit auch nicht normal in Spanien. Als wir immer im Januar und Februar in dieser Gegend unterwegs waren, war nie Schnee. Der Wind blies auch ganz schön kalt. Sogar unserer Katze gefiel es heute nicht draußen.

Montag, 26. März 2007
71. Tag

Abfahrt: Bujaraloz, 9:15 Uhr
Ankunft: Ax-les-Thermes, 18:15 Uhr
Tageskilometer: 392 km
Route: N II, Burjaloz – Lleida
A 2, Umfahrung Lleida
AP 2, Lleida – L`Albi
Örtliche, L´Albi – Cervia de les Garrigues
Örtliche, Cervia de les Garrigues – L´Albi
N 240, Albi – Montblanc
C 14, Montblanc – La Seu d`Urgell
N 145, La Seu d`Urgell – Grenze Andorra
CG 1, Grenze Andorra – Andorra la Vella
CG 2, Andorra la Vella – Grenze Frankreich
N 20, Grenze – Ax-les-Thermes
Übernachtung: Ax-les-Thermes, Parkplatz für Campingcar
Wetter: mal Sonne, mal wolkig, zwischen 5 und 18 Grad

Die Lkw´s waren in der Nacht sehr gut zu hören, trotz Schutz hinter der Kirche. Die Sonne lachte morgens noch vom Himmel, bald bewölkte es sich aber. Es blieb trotzdem trocken. In einer uns bekannten Cooperative holten wir Olivenöl. Dieses Öl ist besonders schmackhaft, es wird aus den kleinen Oliven aus den Bergen gewonnen. Die Bäume werden nicht bewässert. In Montblanc machten wir Mittagspause und entschlossen uns spontan über Andorra nach Frankreich zu fahren. Die Strecke war sehr schön. Die Straße war sehr gut ausgebaut, nur ein paar kleine Baustellen waren zu meistern. Der aufgestaute Segre hatte wenig Wasser, über zwei Meter fehlten. Dann bei La Seu d`Urgell sah man die schneebedeckten Berge der Pyrenäen. Bei der Grenzüberschreitung nach Andorra gab es keinen Stau, keiner kontrollierte Pässe. Dafür war in Andorra selbst ziemlich viel los. Man fand kaum Parkplätze, wo man mit dem Womo mal parken kann, um einzukaufen. Über Nacht müssen die Womos auf die Campingplätze. Wir fanden weit außerhalb der Hauptstadt ein Einkaufszentrum, mit kostenlosem Parkplatz für Womos. Allerdings nur von 9 Uhr bis 21 Uhr. Wir kauften Spirituosen ein, die hier wirklich viel billiger sind als bei uns. Schokolade hingegen ist sehr viel teurer als in Deutschland. Dann noch das Womo gefüttert und ab in die Berge. Die Stimmung war winterlich. Vor einigen Tagen hat es hier 40 Zentimeter Schnee hingeworfen. Es waren viele Wintersportler unterwegs. Der Pass nach Frankreich ist durch einen Tunnel entschärft, die Durchfahrt durch den gut 2 Kilometer langen Tunnel ist dafür teuer. Kommt man aus dem Tunnel, ist man schon in Frankreich. Der Zoll steht ein paar Kilometer weiter in einer Kurve. Die wollten von uns aber nichts. In Ax-les-Thermes fanden wir am Fluß einen Stellplatz für die Nacht.

Dienstag, 27. März 2007
72. Tag

Abfahrt: Ax-les-Thermes, 9:30 Uhr
Ankunft: Carcassonne, 13:00 Uhr
Tageskilometer: 134 km
Route: N 20, Ax-les-Thermes – Vernoille
D 12, Vernoille – Krzg. D 119
D 119, – Fanjeaux,
D 4, Fanjeaux – Bram
D 33, Bram – Carcassonne
Übernachtung: Carcassonne, Stellplatz unterhalb der Burganlage
Wetter: sonnig, 20 Grad

Der Stellplatz in Ax-les-Thermes war sehr ruhig, man hörte nur das Rauschen des Flusses, der hinter dem Platz vorbeifließt. Wir fuhren weiter auf der Nationalstraße bis Foix, dort füllten wir die Vorräte wieder auf. Durch das Land der Katharer, das dem Allgäu etwas ähnelt ging es nach Carcassonne. Wir suchten die Stadt eigentlich auf, weil wir uns einen Straßenatlas und einen Guide für die Aire de Campingcar in Frankreich besorgen wollten. Wir fanden unterhalb der riesigen Burganlage einen geeigneten Stellplatz, der für Womos und Busse gedacht ist. In den Ort ist es nicht weit zu gehen, ebenso zur Burganlage. Es geht über eine schöne alte Brücke in den Ort, der eher nichtssagend ist. Die Straßen sind quadratisch angeordnet, alles etwas lieblos. Die Fußgängerzone wirkt nicht wirklich einladend. Wir liefen ewig in den diversen Straßen umher, bis wir endlich einen Buchladen fanden. Das Touristbüro zu finden gestaltete sich ebenso langwierig. Man läuft sich richtig müde.

Mittwoch, 28. März 2007
73. Tag

Abfahrt: Carcassonne, 10:45 Uhr
Ankunft: Palavas-les-Flots, 17:00 Uhr
Tageskilometer: 183 km
Route: D 610, Carcassonne – Tourouzelle
D 11, Tourouzelle – Béziers
D 112 (N 112), Béziers – Agde
D 51, Agde – Marseillan
D 51E5, Marseillan – Marseillan-Plage
D 112 (N 112) Marseillan-Plage – Le Cap-d´Agde
D 112 (N 112) Le Cap-d´Agde – Maison-d´arret
D 185, Maison-d´arret – Palavas-les-Flots
Übernachtung: Palavas-les-Flots, Port Fluvial Base Paul Riquet
Wetter: vormittags wolkig, leichter Nieselregen, nachmittags sonnig,
24 Grad

Heute Morgen rief zur Überraschung Eila an. Schön wieder mal was von zu Hause zu hören. In Schrobenhausen war der Winter auch sehr frühlingshaft, nur vor kurzem war mal eine Woche schlechtes Wetter, Schneeregen. Franz sah sich noch die mittelalterliche Burg von Carcassonne an. Die Burg soll die besterhaltenste mittelalterliche Burg Frankreich sein, zudem ist die Anlage sehr groß. Drei Kilometer muß man gehen, will man sie auf der Mauer umrunden. Sie ist von der UNESCO auf die Liste der Weltkulturerbe gesetzt worden. Wir setzten unsere Fahrt in Richtung Béziers fort, dabei passierten wir öfters den Canal-du-Midi. Auch er ist auf der Liste der UNESCO und ist besonders schützenswert. Schon 1699 wurde mit dem Bau des Kanals begonnen. Er verbindet mit der Garonne den Atlantik mit dem Mittelmeer. Freilich können heute nur noch kleine Schiffe, hauptsächlich Hausboote und Ausflugsschiffe auf ihm verkehren. In Béziers sahen wir uns die neun Schleusen an, die später gebaut wurden. Schade nur, daß um diese frühe Jahreszeit nicht auf dem Kanal los ist. Wir sind weiter zum Mittelmeer gefahren. Eigentlich wollten wir in Le Cap-d´Agde auf dem Stellplatz die Nacht verbringen. Dort gefiel es uns aber überhaupt nicht, deshalb beschlossen wir uns, noch weiter zu fahren und nach einem besseren Standplatz Ausschau zu halten. Vorbei an Séte, die Hafenstadt (Schiffe gehen auch nach Marokko) ist Partnerstadt von Neuburg, und wie wir erfahren haben auch von El Jadida in Marokko. Immer entlang des Meeres und der Lagunen kamen wir bei Montpellier zum Canal du Rhone á Séte in Palavas-les-Flots. Dort gibt es einen großzügigen Stellplatz direkt am Kanal. Schaut man über den Kanal Richtung Nordwest, kann man auf dem Etang de Pérois Flamingos beobachten.

Donnerstag, 29. März 2007
74. Tag

Abfahrt: Palaves-les-Flots, 10:00 Uhr
Ankunft: Aigues Mortes, 10:45 Uhr
Tageskilometer: 25 km
Route: D 62, Palaves-les-Flots – Aigues Mortes
Übernachtung: Aigues Mortes, Stellplatz am Kanal
Wetter: sonnig, 24 Grad

Heute war die Fahrt kurz. Ganze 25 Kilometer von Palaves entfernt liegt Aigues Mortes. Am Rhone-Kanal gibt es einen Stellplatz, der uns von unserer letzten Provence-Reise bekannt war. Ein Spaziergang in den Ort bietet sich geradezu an. Man geht ein Stückchen am Kanal entlang, dann ist man schon gleich in der schönen Stadt. Aigues Mortes, die Stadt in den Fiebersümpfen der „Toten Wasser“ wurde durch Ludwig IX gegründet, sie hatte aber keine Zukunft, denn das Klima war ungesund, der Hafen der Lagune versandete bald, die Bewohner verließen die Stadt, deren mittelalterliches Ambiente weitgehend erhalten blieb. Die Stadt ist von einer Stadtmauer umgeben, dadurch ist es sehr heimelig im Ort. Wir nutzten das schöne Wetter zu einem Bummel und machten einige Besorgungen. Man könnte ja stundenlang durch die schönen Gässchen mit ihren kleinen Läden flanieren Bei einer Tasse Café au lait am Marktplatz kommt wieder die bekannte Provence-Stimmung auf. Später fiel uns ein, daß wir noch eine Tischdecke für ins Haus brauchen, also machten wir uns nochmals auf den Weg.


Freitag, 30. März 2007
75. Tag

Abfahrt: Aigues Mortes, 9:00 Uhr
Ankunft: Fontaine-le-Vaucluse, 13:30 Uhr
Tageskilometer: 155 km
Route: D 58, Aigues Mortes – Sylvéréal
D 85, Sylvéréal – Fähre Petit Rhone
D 85, Fähre Petit Rhone – Sylvéréal
D 58, Sylvéreal – Le Ménage
D 570, Le Ménage – Albaron
D 37, Albaron – Mas de Ponteves
D 36, Mas de Ponteves – Passarons
D 570, Passarons – Arles
N 113, Auffahrt 4 – Abfahrt 7
D 570 N, Arles – Forques
D 17, Forques – Maussane-les-Alpilles
D 5, Maussane-les-Alpilles – St.-Remy de Provence
D 99, St.-Remy de Provence – Cavaillon
D 938/D 31, Cavaillon – L`Isle-sur-la-Sorgue
D 25, L`Isle-sur-la-Sorgue – Fontaine-de-Vaucluse
Übernachtung: Fontaine-de-Vaucluse, Stellplatz
Wetter: sonnig, 20 Grad, mittags etwas Nieselregen

Sind doch heute wieder einige Womos vor 9 Uhr vom Stellplatz abgehauen. In Aigues Mortes kommt immer erst um 9 Uhr ein städtischer Angestellter und kassiert die 7 Euro Stellplatzgebühr. Ein Franzose neben uns hat sich schon um 7 Uhr auf den Weg gemacht, bei einem anderen klingelte um 7:30 Uhr der Wecker. Vormittags unternahmen wir eine Spazierfahrt durch die Carmargue. Eigentlich wollten wir mit der Fähre wieder über die kleine Rhone – wie bei unserer letzten Reise auch schon – die nimmt aber keine Womos mehr mit. Entlang des Etang de Vaccarés fuhren wir nach Arles. Dort erledigten wir im Géant unsere Einkäufe, wir waren nämlich schon bei der Ausfahrt 6 der N 113 abgefahren. Und diese Ausfahrt führt nun mal zu den Einkaufszentren. Über die Alpilles (kleine Alpen) ging es nach St. Remy der-Provence. Im Norden bedeckte sich der Himmel, die Wolken waren momentan nicht von einem verschneiten Gebirge zu unterscheiden. Über Cavaillon gings vorbei an L`Isle-sur-la-Sourge nach Fontaine-de-Vaucluse. Dort befindet sich die Quelle der Sourge. Auf dem Stellplatz für Womos war sehr viel los. Viele Franzosen waren mit ihren meist großen Hunden unterwegs.

Samstag, 31. März 2007
76. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Fontaine-de-Vaucluse, Stellplatz
Wetter: bewölkt, leichter Regen, 15 Grad

Als wir aufwachten, ein unbekanntes Bild. Der Himmel war bedeckt, keine Sonne. Wir gingen in den Ort bummeln. Vom Stellplatz aus ist man in ein paar Minuten dort. Man geht entlang der Sourge, die ganz schön breit ist und glasklares Wasser führt. Einige Wasserräder gibt es noch zu sehen. Wenn man im Herbst kommt, sind sie ganz schön vermoost, das wirkt romantisch. Jetzt im Frühjahr sind sie vom Moos befreit und zeigen sich ganz nüchtern. Im Ort gibt es viele kleine Läden und Restaurants, man ist auf Tourismus eingestellt. Am Ende des Ortes kann man eine Papiermühle bestaunen. Es gibt viele schöne Dinge aus dem handgeschöpften Papier zu kaufen – sauteuer! Nachmittags machten wir es uns im Womo gemütlich. Der Regen tropfte sanft auf das Dach des Womos, wir hatten warm eingeheizt, dabei konnte man gut entspannen und die Eindrücke der letzten Tage aufarbeiten.

Sonntag, 01. April 2007
77. Tag

Abfahrt: Fontaine-de-Vaucluse, 9:45 Uhr
Ankunft: Gordes, 10:15 Uhr
Tageskilometer: 17 km
Route: D 24, Fontaine-de-Vaucluse – Lagnes
D 11 / D 2, Lagnes – Gordes
Übernachtung: Gordes, Parkplatz für Womo
Wetter: vormittags Regen, nachmittags bewölkt, 17 Grad

Was soll man bei solch einem Wetter machen? Erst fuhren wir nach Gordes auf den dortigen Parkplatz für Wohnmobile. Nach dem Mittagessen machten wir es uns bei guter Musik gemütlich. Als der Regen vorbei war entschlossen wir uns, den doch ziemlich weiten Weg in den Ort zu nehmen und uns das schönste Provence-Städtchen anzusehen. Von weitem gesehen klammern sich die Häuser waghalsig an die Hügelterrassen. Am hoch oben liegenden Ortskern thront das Chateau, dessen Silhouette sich abhebt. Entlang der Straße waren immer wieder Bories zu sehen. Sie scheinen der Landschaft natürlich zu entwachsen. Die Einfriedungen der Grundstücke sind kunstvoll aus den Steinen der Umgebung aufgebaut. Den Abschluß bildet eine Reihe senkrecht gestellter Steine.

Montag, 02. April 2007
78. Tag

Abfahrt: Gordes, 9:15 Uhr
Ankunft: Fontaine-de-Vaucluse, 13:45 Uhr
Tageskilometer: 28 km
Route: D 15, Gordes – L´Isle-sur-la-Sorgue
D 25, L´Isle-sur-la-Sorgue – Fontaine-de-Vaucluse
Übernachtung: Fontaine-de-Vaucluse, Womo-Stellplatz
Wetter: sonnig, 24 Grad

Auf dem Parkplatz von Gordes haben sich einige Womos zu uns gesellt. Unsere erste Aufgabe heute Morgen war das Einkaufen. Wir fuhren die 17 Kilometer nach L´Isle-sur-la-Sorgue zu Intermarche. Danach fuhren wir zum Parkplatz beim Sale de Féte, der gratuit ist. Von dort aus sind es nur einige Schritte in die Innenstadt von L´Isle-sur-la-Sorgue. Wir kennen den Ort von unserer letzten Provence-Reise als lebhaften Marktort. Heute war kein Markt, es war Mittagszeit und die Geschäfte schlossen alle. Wir gingen ins Antiquitätendorf, das beim Bahnhof liegt. So viele Geschäfte mit altem Trödel auf einer Stelle habe ich noch nie gesehen. Nach dem ausgedehnten Spaziergang entschlossen wir uns, noch die paar Kilometer nach Fontaine-de-Vaucluse zu fahren. Auf dem dortigen Stellplatz kann man das Womo entsorgen, und außerdem wollten wir noch einmal bei schönem Wetter durch den Ort spazieren. Es war ein ganz anderes Flair als am Samstag, als das Wetter schlecht war. Es war richtig was los.

Dienstag, 03. April 2007
79. Tag

Abfahrt: Fontaine-de-Vaucluse, 9:15 Uhr
Ankunft: Sault, 13:00 Uhr
Tageskilometer: 78 km
Route: D 24, Fontaine-de-Vaucluse – Le Petit Palais
N 100, Le Petit Palais – Pont Julien
D 149, Pont Julien – Roussillon
örtliche, Roussillon – Sauvans
D 4, Sauvans – Abzw. Gordes
D 2, bis Abzw. Roussillon
D 102, Roussillon
D 227, Roussillon – St-Saturnin-lés Apt
D 943, St-Saturnin-lés Apt – Sault
Übernachtung: Sault, Parkplatz 3 für Womo
Wetter: sonnig, 24 Grad, nachmittags Gewitter

Heute waren wir in meinem Lieblingsort im Louberon in Roussillon. Wenn ich könnte, ich würde ein großes Paket aus der Sonne der Provence, dem Flair Roussillons, dem Duft der Provence und der Romantik der engen Gäßchen schnüren und mit nach Hause nehmen. Geht nicht! In den kleinen Gärtchen im alten Teil Roussillons gibt es viele gemütliche Sitzecken. Wunderschön sind die verschiedenen Außenleuchten an den ocker-roten Häusern. Ein Olivenbaum mit seinem schönen graugrünen Kleid bildet zusammen mit der roten Hauswand einen harmonisch schönen Anblick. Das alte Tor gleich beim Eintritt in den Ort war neu gemalt. Ein Traum! Die Straße hoch zur Auberge und zur Kirche, die sehr eng und steil sich hinaufwindet, wurde mit einem neuen rutschfesten Belag versehen. Man kann eigentlich nur mit Kleinwagen nach oben gelangen. Ein Van hat schon seine Schwierigkeiten um die engen Kurven zu kommen – ich konnte einen beobachten, der mit der vorderen Plastikstoßstange aufgesessen ist. Ein kleines Atelier mit wunderschöner Keramik lud zum Staunen ein. Das ist Kunst. Quer durch das Plateau de Vaucluse ging es in engen Kurven bis auf 800 m. Die Bäume waren noch kahl, ganz ohne Blätter. Dort wachsen viele Eichen. Um Sault ist auch das Gebiet, in dem im Herbst viel Trüffel gefunden wird. Im November gibt es einen Trüffelmarkt in Sault, der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Sault präsentierte sich uns heute verschlafen, dienstag nachmittags haben fast alle Geschäfte geschlossen. Gegen Abend zog ein Gewitter auf. Wir kamen gerade noch von unserem Spaziergang im Ort hoch zum Stellplatz, der beim örtlichen Friedhof liegt.

Mittwoch, 4. April 2007
80. Tag

Abfahrt: Sault, 10:15 Uhr
Ankunft: Vaison-la-Romaine, 13:00 Uhr
Tageskilometer: 61 km
Route: D 950 / D1 / D 95, Sault – Aurel
D 542, Aurel – Reilhanette
D 72, Railhanette – Savoillan
D 40, Savoillan – Pas du Ventoux
D 5 / D 13, Pas du Ventoux – Entrechaux
D 938, Entrechaux – Malaucéne
D 938, Malaucéne – Vaison-la-Romaine
Übernachtung: Vaison-la-Romaine, Stellplatz für Wohnmobile
Wetter: bewölkt, etwas Nieselregen, 15 Grad

Das Gewitter gestern Abend ging mit einem Temperatursturz einher. Als wir heute Morgen um 9 Uhr den Markt in Sault besuchten, waren es gerade mal 5,5 Grad. Sault liegt zwar ziemlich hoch (ca. 800 m), trotzdem ganz ungewöhnlich, nach den 24 Grad gestern Nachmittag. Die Marktleute froren auch ganz schön. In Sault auf dem Markt muß man überlegt einkaufen, alles ist ziemlich teuer. So kostet Fleur de Sel 5 Euro, die gleiche Dose in Aigues Mortes dagegen 3,80 Euro. Dagegen ist das Gemüse günstiger auf dem Markt als im Supermarkt. Wir fuhren durch eine kahle, felsige Landschaft entlang des Nordrandes des Mont Ventoux. Das Wetter ließ kein Provence-Gefühl aufkommen. Auf engen Straßen, durch eine enge Ortsdurchfahrt kamen wir in Malaucéne an. Der von Promobil ausgeschriebene Stellplatz für Wohnmobile bei der Gendarmerie existiert nicht mehr. Da gerade in Malaucéne auch Markt war und keine Parkmöglichkeiten für Großfahrzeuge, zogen wir weiter nach Vaison-la-Romaine. Dort wies ein Schild auf einen schönen geschotterten Platz nahe der Innenstadt auf einen Stellplatz, der auch nicht im französischen Stellplatzführer beschrieben ist. Leider gibt es keine Entsorgungsmöglichkeit. Da wir morgen aber wieder weiterfahren wollen, kommen wir noch so lange ohne Entsorgung aus.

Gründonnerstag, 5. April 2007
81. Tag

Abfahrt: Vaison-la-Romaine, 11:00 Uhr
Ankunft: Nyons, 13:15 Uhr
Tageskilometer: 20
Route: D 938 /D 538, Vaison-la-Romaine – Nyons
Übernachtung: Nyons, Womo-Stellplatz
Wetter: sonnig, 25 Grad

Gut, daß wir mit der Besichtigung Vaison-la-Romains bis heute gewartet haben. Das Wetter war heute dazu bestens geeignet. Im Herbst 2004 als wir die Oberstadt besichtigten, blühten die Kletterpflanzen an den Steinhäusern. Jetzt war nur das Gerippe zu sehen. Auch die Tische des Draußencafés waren noch aufgestapelt. Nach dem Stadtrundgang fuhren wir gleich noch einkaufen. Wir wissen ja nicht, ob Karfreitag in Frankreich die Geschäfte geöffnet haben. Dann gings nach Nyons zum Womo-Stellplatz. Der Automat zur Öffnung der Schranke war immer noch so kompliziert zu bedienen, wie vor zwei Jahren. Ein freundlicher Herr aus dem schwäbischen half uns. Wir stellten uns dann neben ihm auf den freien Stellplatz. Um uns rum einige Deutsche, Franzosen und Schweizer. Wir gingen im letzten Sonnenschein des Tages noch in den Ort und machten einige Fotos. Als wir zurückkamen unterhielten wir uns mit den Nachbarn und einer jungen Familie aus Gifhorn bis es uns um 22 Uhr zu kalt war.

Karfreitag, 6. April 2007
82. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Nyons, Womo-Stellplatz
Wetter: sonnig, 25 Grad

An Karfreitag haben in Frankreich die Geschäfte wie üblich geöffnet. Wir machten uns auf, noch einige Dinge zu besorgen, die für die Provence typisch sind. In der Lavendeldestination besorgten wir Duftkissen zum Verschenken, sowie Seifen und Lavendelöl. Als Geschenk bekamen wir ein kleines Lavendelsträußchen, das mit etwas von dem kostbaren Lavendelöl beträufelt wurde. In der schönen Olivenmühle kauften wir verschiedene Essig und die berühmten schwarzen Oliven aus Nyons ein. Wir streiften noch durch den Ort, bevor wir uns wieder zum Stellplatz verzogen. Uns fiel auf, daß der Stellplatz nicht voll besetzt ist. Ich denke, auch den Franzosen ist die Gebühr zu teuer, zu dem auch nur mit der Kreditkarte bezahlt werden kann. Da kommen noch einige Euro Kosten dazu.

Samstag, 7. April 2007
83. Tag

Abfahrt: Nyons, 9:30 Uhr
Ankunft: Pont-en-Royans, 14:00 Uhr
Tageskilometer: 167 km
Route: D 94, Nyons – Rémuzat
D 61, Rémuzat – Luc-en-Diois
D 93, Luc-en-Diois – Die
D 518, Die – Les Barraques-en-Vercors
D 103, Les Barraques – Goule Noire
D 531, Gole Noire – Pont-en-Royans
Übernachtung: Pont-en-Royans, Campingplatz
Wetter: sonnig, 25 Grad

Heute hieß es Abschied von der Provence zu nehmen. Das fällt schwer! Wir fuhren entlang des Flusses Eygues durch die Gorges-du-Caire nach Rémuzat. Unterwegs passierten wir das Dorf St. May, daß auf einer Barriere zwischen zwei Bergen ganz versteckt liegt. Auf engen Straßen mit viel engen Serpentinen und schmalen Ortsdurchfahrten ging es weiter nach Norden, bis wir auf die Straße nach Die trafen. In Die kauften wir noch Brot und Tomaten ein. Dann machten wir uns auf, den Col-de-Rousset zu meistern. Das fällt nicht schwer, über zwei Bergrücken führen Serpentinen auf diesen Paß. Im anschließenden Val de Rousset ist Raphael Poirre geboren und aufgewachsen. Direkt am Paß ist ein Trainingsgelände nach ihm benannt. Ein paar Orte weiter war seine Heimat. In les Barraques mußten wir uns entscheiden, ob wir nach Grenoble oder durch die Goulets nach Pont-en-Royans fahren. Diese Entscheidung wurde uns vorerst abgenommen, denn die Goulets sind derzeit gesperrt. Wir denken, daß die Felsen gesäubert werden. Also fuhren wir in Richtung Villard-de-Lans. An der Brücke in der Gorges-de-Bourne war nach Villard gesperrt. Wir fuhren weiter durch die Gorges-de-Bourne nach Pont-en-Royans, unserem eigentlichen Ziel. Wir mußten uns wieder durch den engen Ort Richtung Campingplatz zwängen. Eigentlich wird der Platz erst am 15.04. geöffnet. Später kam aber noch jemand und kassierte 10 Euro. Als es nicht mehr so heiß war, sind wir in den Ort entlang des Flusses gelaufen. In einem Café kehrten wir ein und beobachteten das Geschehen im Ort.


Sonntag, 8. April 2007
84. Tag

Abfahrt: Pont-en-Royans, 9:30 Uhr
Ankunft: Louhans, 14:30 Uhr
Tageskilometer: 222 km
Route: D 518, Pont-en-Royans – St. Marcellin
N 92, St. Marcellin – Voiron
N 75, Voiron – Les Abrets
D 662, Les Abrets – Aoste
N 516, Aoste – Evrieu
N 75, Evrieu – Bourg-en-Bresse
D 996, Bourg-en-Bresse – Louhans
Übernachtung: Louhans, Womo-Stellplatz am Hafen
Wetter: sonnig, 24 Grad

Heute war es eigentlich nur ein reiner Fahrtag. ES ist Ostersonntag, und in den Orten haben Boulangerien und Blumengeschäfte geöffnet. Sogar einige Supermärkte hatten geöffnet. Ab dem Mittag waren die Orte wie ausgestorben. Anscheinend feiert man Ostern innerhalb der Familie. Aber einige Leute haben wir im Garten oder am Bau arbeiten sehen. An einem Waldstück waren einige Familien dabei, ihr Holz zu hacken. In Louhans fanden wir den Aire de Camping auf Anhieb. Schade, daß nur wenige Womos Platz am Fluß finden.

Montag, 9. April 2007
85. Tag

Abfahrt: —
Ankunft: —
Tageskilometer: —
Route: —
Übernachtung: Louhans, Womo-Stellplatz am Hafen
Wetter: sonnig, 24 Grad

Wir besuchten den heute stattfindenden Marché in Louhans. Louhans ist die Stadt der 157 Arkaden. Der Markt fand in der Innenstadt statt, leider konnte man die Arkaden wegen dem Gedränge nicht filmen. Der Markt erinnert mich an die Messe in Nördlingen, die jedes Jahr um Pfingsten stattfindet. Aus der ganzen Umgebung kommen die Leute, vornehmlich Bauern, die ihre Kleidung für das ganze Jahr einkauften. Besonders begehrt sind anscheinend Schuhe, die an den Ständen feilgeboten werden. Es war wieder ein herrlicher Frühlingstag, es riecht wieder wie zu Hause.

Dienstag, 10. April 2007
86. Tag

Abfahrt: Louhans, 9:15 Uhr
Ankunft: Fessenheim, 17:30 Uhr
Tageskilometer: 324 km
Route: N 78, Louhans – Lons-le-Saunier
N 83, Lons-le-Saunier – Schweighouse
N 466, Schweighouse – Burnhaupt-les-Bas
A 36, Burnhaupt-les-Bas – Mulhouse
A 35, Mulhouse – Ensisheim
D 2, Ensisheim – Hirtzfelden
D 38, Hirtzfelden – Fessenheim
Übernachtung: Fessenheim, Womo-Stellplatz beim Sportgelände
Wetter: sonnig, 24 Grad

Ein reiner Fahr- und Einkaufstag!

Mittwoch, 11. April 2007
87. Tag

Abfahrt: Fessenheim, 8:30 Uhr
Ankunft: Isny, 16:00 Uhr
Tageskilometer: 306 km
Route: D 468, Fessenheim – Balgau
Örtliche, Balgau – Nambsheim
D 65, Nambsheim – Neuf Brisach (Grenze)
B 31, Breisach – Bad Krotzingen
E 35, Bad Krotzingen – Ausfahrt Hartheim
Örtliche, Hartheim – Staufen
Örtliche, Staufen – Utzenfeld
B 317, Utzenfeld – Titisee-Neustadt
B 31, Titisee-Neustadt – Geisingen
A 81, Geisingen – Kreuz Hegau
A 98, Kreuz Hegau – Stockach
B 31, Stockach – Lindau
B 12, Lindau – Isny – Weitnau – Isny
Übernachtung: Isny, Parkplatz für Womo an der Mühle
Wetter: sonnig, 22 Grad

Ein weiterer Fahrtag! An der Grenze wurden wir vom französischen Zoll kontrolliert. Die Beamten waren auf der Suche nach Schwarzgeld. Bei uns fanden sie natürlich keines. Sonst keine Vorkommnisse!

Donnerstag, 12. April 2007
88. Tag

Abfahrt: Isny, 9:00 Uhr
Ankunft: zu Hause, 11:15 Uhr
Tageskilometer: 165 km
Wetter: sonnig, 22 Grad

Ende der Reise!

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